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  • Mo., 02. Oktober 2017, 09:47 Uhr
    „Gemeinsam auf dem Weg“ feiern und beten

    Ökumenischer Kerwegottesdienst – gut beschirmt bei Regen

    Nicht nur sinnbildlich waren Pfarrer Peter Kern und Pfarrerin Johanna Kluge gut beschirmt als der Regen kam. Foto: Hannelore Nowacki


    BÜRSTADT – Wohin geht die Reise? Die beiden Rucksackreisenden schienen schwer zu tragen als sie auf dem Festplatz vor dem Kreuz im Bürgerhauspark eintrafen. Dennoch machten sie einen fröhlichen Eindruck. Im Laufe des ökumenischen Kerwegottesdienstes packten sie aus. Gemeinsam mit den Gottesdienstbesuchern nahmen sie das Ziel in den Blick. Die Bedingungen schienen zunächst optimal, die Besucher saßen bequem auf gepolsterten Stühlen und der Herbst zeigte sich milde, wenn auch bei grauem Himmel. Der katholische Pfarrer Peter Kern und seine evangelische Amtskollegin Pfarrerin Johanna Kluge nahmen das biblische Thema, die Frage, wohin die Reise geht, aus dem Johannes-Evangelium auf, um die Antwort zu finden. Pfarrer Kern sprach von einer langen Reise, seit 1250 Jahren, als Bürstadt zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde. Pfarrerin Kluge erinnerte daran, dass es die evangelische Kirche in Bürstadt erst seit 80 Jahren gebe. Eine weitere wichtige Zeitmarke: Seit fünf Jahren wird der ökumenische Gottesdienst gefeiert. Das Motto dieses Gottesdienstes war „Gemeinsam auf dem Weg“, wie es auch auf dem Liedblatt stand. Der Psalm 23, der voller Poesie von grünen Auen und einem Ruheplatz am Wasser spricht, wurde im Wechsel von Männern und Frauen gebetet. Im Dialog der beiden Geistlichen offenbarte sich der gemeinsam wirkende Humor, der den Zuhörenden gefiel. Pfarrer Kern brachte in Erinnerung, dass er ursprünglich aus Lampertheim stamme, ein gut gemeinter Hinweis, der erwartungsgemäß Heiterkeit auslöste. Aus der Vergangenheit berichtete er, dass katholische und evangelische Christen viel trennte, auch heute noch feiern die einen das Abendmahl, die anderen die Heilige Kommunion. Doch in Bürstadt habe sich viel getan. „Wir feiern gemeinsam Kerwe“ betonte Pfarrer Kern. In einigen anderen Dingen liege sicherlich noch „eine ganz lange Reise vor uns“. „Gut ist, dass wir nicht alleine unterwegs sind“, warf Pfarrerin Kluge ein. Die Orientierung werde von Gott erbeten. „Die Bibel ist das Navi auf dem Lebensweg“. Im Reisegepäck war eine Landkarte, eine Taschenlampe für das Licht des Lebens, eine Flasche Wasser und ein Laib Brot, zu guter Letzt ein blauer Regenschirm. Sogleich fing es zu regnen an und viele weitere Regenschirme machten den Platz bunter. Pfarrer Kern stellte fest: „Ihr seht, ein bisschen Wasser halten die Bürstädter aus“. Nur ein bisschen kürzer wurde der Gottesdienst. Das KKM-Orchester unter der Leitung von Wolfgang Rothenheber spielte unter dem schützenden Bürgerhausvordach, während der evangelische Kirchenchor mit Gästen aus dem katholischen Kirchenchor im Freien auftrat und das schwungvolle „Sanna, Sannanina“ sang. Kantorin Andrea Hintz-Rettenmaier dirigierte den Chor. Helfer der Karnevalvereine reichten Weidenkörbchen für die Kollekte herum, die diesmal der Notfallseelsorge zugutekommt. Hannelore Nowacki

     

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