PRÄVENTION: Premiere des neuen Projektes an der Alfred-Delp-Schule / Prävention und Aufklärung statt Abschreckung
„Ohne Rauch geht es auch”
An der Alfred-Delp-Schule in Lampertheim feierte das Präventionsprojekt „Ohne Rauch geht es auch” erfolgreich Premiere. Foto: Benjamin Kloos
LAMPERTHEIM – Rauchen ist eines der größten Gesundheitsrisiken in Deutschland. Jedes Jahr sterben hierzulande rund 127.000 Menschen an den Folgen. Jugendliche in Deutschland greifen dabei kaum noch zur klassischen Zigarette. Der Trend geht zu Wasserpfeifen, sogenannte Shishas, sowie zu elektronischen Inhalationsprodukten wie E-Zigaretten und E-Shishas. Doch auch diese enthalten gesundheitsschädliche Substanzen. Mit „Ohne Rauch geht`s auch!“ startete die AWO PRISMA Suchthilfe & Prävention in Kooperation mit dem Kreis deshalb eine Woche vor dem Weltnichtrauchertag am 31. Mai ein neues Präventionsangebot. Es sensibilisiert für die Gefahren des Rauchens. Zielgruppe sind die 6. Klassen. Am Dienstag wurde das Projekt durch die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz in der Alfred-Delp-Schule (ADS) vorgestellt. In Workshops werden in den Schulen Themen rund um das Rauchen und Sucht interaktiv behandelt. Darüber hinaus wurde eine übergroße Anschauungszigarette präsentiert, die von Schülerinnen und Schülern der Heinrich-Metzendorf-Schule in Bensheim gebaut wurde und die einen genauen Überblick über die Inhaltsstoffe von Zigaretten verschafft.
Die Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernentin Diana Stolz lobte zunächst die ADS für ihre Vorreiterrolle in Sachen Prävention – denn hier sei der Geburtsort des YOLO-Days, den die Sch7le Mut entwickelt habe. „Prävention ist für jede Schulform und für jedes Alter wichtig”, erläuterte sie. „Die Rauchprävention haben wir seit vielen Jahren immer wieder in anderer Form. Zigaretten sind nach wie vor stark gesundheitsgefährdend und können zum Tod führen. Aber die Präventionsprojekte entwickeln sich weiter. Mit ‚Ohne Rauch geht es auch‘ haben wir en neues Konzept, da das Thema leider immer noch aktuell ist. Dies zeigt auch der Weltnichtrauchertag, der in diesem Jahr unter dem Motto ‚Save (y)our Future –lebe rauchfrei‘ steht – schütze Dein Leben und das anderer. Aber Rauchen hat auch einen extrem großen ökologischen Fußabdruck, vom Anbau bis zur häufig unsachgemäßen Entsorgung, da gerade im Zigarettenstummel viele Giftstoffe enthalten sind.”
Suchtmittel Nummer 1
Für die AWO PRISMA Suchthilfe & Prävention erläuterte Nikita Girard die Neuerungen des Projektes. „Das Rauchverhalten hat sich verändert daher setzen wir auf einen Workshop mit Interaktion. Wir wollen aufklären und nicht abschrecken und gehen daher in den Dialog mit den Jugendlichen. Insgesamt rauchen 7,2 Prozent aller Jugendlichen oder fangen beim Wechsel ins Berufsleben damit an. Daher ist es wichtig, möglichst früh aufzuklären um dies zu verhindern. Denn Zigaretten sind das Suchtmittel Nummer 1, da sie schnell abhängig machen.” Die Abhängigkeit sei daher auch ein Schwerpunkt des Workshops, ebenso wie das Passivrauchen. „Dies kann Kinder extrem gefährden und wir möchten die Jugendlichen hier als Multiplikatoren nutzen, damit sie zuhause auch ihre Eltern aufklären. In den 6. Klassen anzusetzen ist dabei der richtige Zeitpunkt für die Prävention”, ist Nikita Girard überzeugt. „Die Jugendlichen bekommen dabei die Möglichkeit, zu sehen, welche gesundheitlichen Gefahren für sich und andere bestehen und was das Rauchen für den Geldbeutel bedeutet. Und natürlich zeigen wir auf, wie man der Sucht entkommen kann. Die Riesenzigarette kann selbstverständlich gerne kreisweit an Schulen verliehen werden, gerne auch in Kombination mit dem Workshop.”
Sag nein zum Rauchen – für die eigene Gesundheit und die anderer! Foto: Benjamin Kloos
Aufklärung wichtig
Die Lampertheimer Mediziner Dr. Andreas Förster und Dr. Karl-Wilhelm Klingler freuen sind, dass diese wichtige Prävention im Bereich Rauchen wiederbelebt wird. „Es ist wichtig, auf Aufklärung zu setzen. Denn die Tabak- und Teerstoffe sind sehr giftig und gefährlich. Sie lösen häufig Krebs aus. Aber auch Herzkrankheiten werden durch das Rauchen verstärkt hervorgerufen. Daher unterstützen wir als Ärzte gerne Projekte wie dieses.”
Bürgermeister Gottfried Störmer zeigte sich stolz, „dass wir so innovative Schulen haben, die über den Standard deutlich hinausgehen. Die ADS ist eine Vorzeigeschule. Ich begrüße die Prävention, und wenn etwas benötigt wird unterstützen wir von Seiten der Stadt aus gerne. Denn es stärkt die Lebensqualität, die man ohne Zigaretten haben kann.”
Sylvia Meier, Schulleiterin der ADS, betonte, dass das Rauchen an Schulen immer ein Thema sei – „nicht nur im präventiven, sondern auch im akuten Bereich. In Coronazeiten haben wir leider deutlich mehr Schülerinnen und Schüler, die mit dem Rauchen angefangen haben, als zuvor. Zudem werden diese immer jünger.” Gleichzeitig mahnte sie, dass es nicht nur um Zigaretten, sondern auch um E-Zigaretten und vor allem auch um Shishas gehe. Das Projekt sieht sie überaus positiv: „Wenn wir nur einen Schüler vom Rauchen abhalten können, haben wir viel erreicht.”
Nikita Girard von der AWO PRISMA Suchthilfe & Prävention (r.) erläuterte Gesundheitsdezernentin Diana Stolz (l.) den Aufbau der übergroßen Anschauungszigarette zum Objekt „Ohne Rauch geht es auch”. Foto: Benjamin Kloos
Wie groß die Gefahr ist, von Zigaretten abhängt zu werden, verdeutlichte abschließend Adrian Steier-Bertz von PRISMA: „Bereits nach einer Schachtel kann man abhängig werden. Tabak hat dabei die größte Sterblichkeitsrate an Drogen. Wir von PRISMA schaffen eine Verbindung zwischen der Prävention und der Beratung und bieten konkrete Aufstiegsmöglichkeiten aus der Sucht.” Informationen zu Prisma finden Sie unter anderem unter www.drogenberatung-prisma.de Benjamin Kloos