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  • Mo., 09. März 2015, 21:09 Uhr
    10 Jahre Eisenbarth-Orgel in der Pfarrkirche St. Michael

    Organist Wolfgang Becker spielt seit 25 Jahren Orgel in Bürstadt

    Uschi Hartmann (links) und Pfarrer Peter Kern gratulierten Wolfgang Becker zu seinem Organistenjubiläum. Ehefrau Adelaida erhielt Blumen. Foto: Hannelore Nowacki


    BÜRSTADT – Zur Heiligen Messe am Sonntagvormittag wurde die Pfarrkirche St. Michael zwar nicht voll, aber sie war doch gut besucht. An der Orgel hatte Wolfgang Becker Platz genommen, der schon seit mehr als 25 Jahren hier Orgel spielt. Dabei hat der leidenschaftliche Organist, der in Lampertheim wohnt und an einer Grundschule in Ludwigshafen-Oggersheim alle Fächer einschließlich Musik lehrt, erst seit zehn Jahren das Vergnügen mit der neuen Eisenbarth-Orgel. Am 10. März 2005 wurde sie eingeweiht. Dieses Prachtstück der Orgelbaukunst ist der Kirche architektonisch bestens angepasst und bietet musikalisch alles, was sich ein beseelter Organist von seinem Instrument wünschen mag. Zuvor hat Becker mit einer alten Orgel vorlieb nehmen müssen, die den Ansprüchen nicht mehr gerecht werden konnte. Der Gottesdienst wurde von Mitgliedern des Chors von St. Andreas in Lampertheim gesanglich mitgestaltet. Nach dem ersten Lied mit Chor und Orgelbegleitung eröffnete Pfarrer Peter Kern die Heilige Messe mit dem Hinweis, dass nach dem Gottesdienst auf dem Kirchenvorplatz ein Sektempfang zu Ehren von Wolfgang Becker stattfinden werde und lud alle Gottesdienstbesucher zu dieser Feier ein. „Die Kirche ist ein Haus der Zukunft, ein Haus der Begegnung mit Gott selbst“, sagte Pfarrer Kern im Anschluss an die Geschichte aus dem Neuen Testament, in der Jesus zornig in den Tempel kommt und ruft: „Eine Räuberhöhle habe ihr aus Gottes Haus gemacht“. Und Pfarrer Kern erklärte: „Dieses Haus lebt auch vom Singen und Musizieren, von der Begleitung des Gesangs durch die Orgel“. Mit Blick auf das Orgeljubiläum und Wolfgang Beckers Organistendienst in Bürstadt, der schon ein Vierteljahrhundert dauert, sagte Pfarrer Kern: „Heute ist ein besonderer Tag“.  Ein großes Anliegen sei es gewesen, einen Termin zu finden, um beide Jubiläen zusammen feiern zu können. Den Gottesdienstbesuchern erklärte Pfarrer Kern: „Orgel spielen ist seine Leidenschaft, die Stunden sind nicht zu zählen, die er an der Orgel verbringt, um neue Stücke einzustudieren“. Die neue Orgel, gekostet hat sie 400.000 Euro, ist dank der großen Spendenbereitschaft in Bürstadt schon bezahlt. Nun geht es um die äußerliche Kirchenrenovierung, zu der die Türkollekte des Förderkreises an diesem Sonntag wie auch der Verkauf der 110 großen und kleineren Osterkerzen am Eingang beitragen sollte. Einige Frauen der Katholischen Frauengemeinschaft (kfd) haben diese Osterkerzen in Handarbeit schön mit Wachsapplikationen verziert. Bis Palmsonntag sollen sie verkauft sein. Während Organist Becker zum Ausklang des Gottesdienstes die Fuge in g-Moll für Orgel von Johann Sebastian Bach aus dem Werkverzeichnis 542 spielte, wurden draußen unter strahlend blauem Himmel die Gläser mit Sekt und Saft befüllt und Körbchen mit Laugengebäck bereitgestellt. Der Pfarrgemeinderat richtete die Feier aus. Uschi Hartmann, Vorsitzende des Seelsorgerats der Pfarrgruppe, zeichnete in ihrer einfühlsamen Ansprache die Mühen nach, die Wolfgang Becker noch mit der alten Orgel zu ertragen hatte. Mit dem Ausfallen ganzer Pfeifenreihen habe er damals zurechtkommen müssen. Als Geschenk hatte sie Notensätze gekauft, dort wo Wolfgang Becker gerne einkauft. „Danke für Ihre Treue, für Ihre Liebe zur Liturgie“, sagte sie und erinnerte an die kleinen Konzerte, die Wolfgang Becker immer wieder gibt. Pfarrer Kern überreichte Becker nach seiner Dankesrede und einem herzlichen „vergelt’s Gott“ einen besonderen, einen süßen Notenschlüssel. Die große Zuschauerrunde spendete Beifall. Seit 1969 spiele er schon Orgel, erzählte Wolfgang Becker dann im Gespräch. Schon immer habe er Orgel spielen wollen. Da die Gottesdienste zeitlich nacheinander folgen, könne er in Lampertheim und Bürstadt in St. Michael und auch St. Peter Orgel spielen. Dabei überlegt er sich ganz genau, was er spielen möchte, am liebsten jede Woche etwas Anderes. Bei einem Urlaub mit Ehefrau Adelaida in Manila habe er sogar dort in der Kathedrale Orgel spielen dürfen. Hannelore Nowacki

    Organist Wolfgang Becker in seinem Element. Mitglieder des Chors von St. Andreas in Lampertheim gestalteten den Gottesdienst am Sonntag mit. Foto: Hannelore Nowacki


     

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