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  • Mo., 16. Juli 2018, 23:29 Uhr
    Die Kerwe wurde groß und generationenübergreifend gefeiert

    Original Riedroder Kerweredd mit viel Applaus belohnt

    Kerwevadder Sebastian Kreiling mit Elan bei der traditionellen Kerwekranz- und baumweihe. Foto: Hannelore Nowacki

    RIEDRODE – Von der Sommersonne verwöhnt wurde die Riedroder Kerwe - heiße Tage, milde Nächte und nur ein kleines Zwischentief am Himmel am Sonntagabend. Beste Stimmung an vier Tagen von Freitag bis Montag mit zweimal Livemusik im Festzelt und vor allem für die jüngsten Kerwebesucher bot der kleine Rummelplatz am Dorfbrunnen Vergnügung. Den Kerwekranz stellten die Kerweborsch gut eingespielt ratzfatz auf, nachdem Kerwevadder Sebastian Kreiling ihm die feierliche Weihe gegeben hatte. Auch die Zuschauer bekamen zum Spaß ein paar Spritzer mit der Abwaschbürste ab. Die Blicke richteten sich nach oben in den blauen Himmel zum Kranz mit den bunten Bändern, Applaus gab es für die gute Leistung und schon gingen Zuschauer, Kerweborsch und Kerwemädel in ihren hübschen roten Kleidern und eleganten Stöckelschuhen mit Akkordeonbegleitung ins Festzelt. Ortsvorsteherin Kirstin Garb begrüßte die Kerwebesucher, gab einen Überblick über das gesamte Kerwegeschehen. Ein dickes Lob für gute Taten ging an die 14 Kerweborsch und Kerwemädel, die bei ihren Vorarbeiten beim Kindergarten Regenbogen Sand ausgetauscht hatten und mit weiteren Aktivitäten positiv aufgefallen waren. Ein wunderbarer Duft nach Hackbraten und anderen Köstlichkeiten schwebte durch das Festzelt, verantwortlich dafür und für die hochgelobte Bewirtung insgesamt war das Team vom Fastnachtsverein DFC „unner uns“, der bei dieser Kerwe zum ersten Mal die Küchenherrschaft übernommen hatte. In zwei Schichten waren jeweils zehn Mitglieder vor Ort, um die Kerwebesucher mit schmackhaften Angeboten zu stärken. Am Montag standen Rippchen und Sauerkraut auf der Karte, sonst noch alles, was noch vorrätig war. Die große Attraktion folgte – die „Original Riedroder Kerweredd“, vorgetragen von Kerwevadder Sebastian Kreiling. Fabian Kreiling, Mundschenk und Bruder zugleich, stand ihm mit einem Riesenweinkelch zur Seite, den Kerweopa Bernd Deckenbach während der Rede wieder auffüllte. Allerdings verdünnte er den gehaltvollen Kerwewein unauffällig mit einer Flasche Mineralwasser. Das neue Datenschutzgesetz hinterließ auch in der Kerweredd seine Spuren, jedoch stellte der Kerwevadder mit Blick zum Mundschenk eine ganz solide Lösung vor: „Kamerad, schenk ein, auf dass der Datenschutz bei der Kerweredd nicht greift, muss einer getrunken sein!“ Danach brachte er die kleinen und größeren Ereignisse in Riedrode zur Sprache, informativ mit Urheber und Verantwortlichen adressiert, was die allgemeine Heiterkeit jeweils anheizte. Allerlei Geschichten kamen ans Licht, denn in den vergangenen zwölf Monaten war einiges passiert und nun notiert. Zwei Kerwekelche waren letztes Mal zu Bruch gegangen, einmal ein Missgeschick, das nächste Mal hatte sich der Stiel vom Glas gelöst. Jetzt musste auf den Kerwevadder Maxi Molitor und Glashelfer Horst Kreiling einer getrunken sein. Auch das reizte zum Lachen: Obermähdrescherfahrer Jörg Bechthold hatte seine Maschine in einem Wasserloch versenkt, das er trotz Hitze und Trockenheit gefunden hatte.
    Das Publikum hat sich bei der „Original Riedroder Kerweredd“ amüsiert – auch die Kerwecrew ist bereit zum Weiterfeiern. Foto: Hannelore Nowacki

    Ein ganz anderes Problem hatte sich bei der Stadtmeisterschaft gestellt: „Das Geld ist fott, des ist dumm geloffe, mir hen des doch net alles versoffe?!“ Nein, das Siegergeld hatte Mundschenk Fabian Kreiling auf der Straße wiedergefunden. Kaum zu fassen, was in Riedrode passieren konnte. Begebenheiten wie die Nachbarschaftshilfe beim Unwetter mit vollgelaufenen Kellern und Einsatz von Feuerwehr und THW fielen dagegen in die Rubrik Dank und Staunen, denn einige Nachbarn hatten sich noch gar nicht gekannt. Ein Lob auf die Sitzbankgruppe mit Dank an die Bürgermeisterin und die Stadtgärtnerei brachte Kerwevadder Kreiling gegen Schluss seiner Rede, denn am Montag vor dem Frühschoppen sollte die gespendete Sitzbank eingeweiht werden. „Ja, da ist an vier Tagen etwas gebote, an der Kerwe in Riedrode“, reimte Kerwevadder Kreiling auf die Kerwe im kleinsten Bürstädter Stadtteil. Der Platz habe fast nicht ausgereicht, „weil die Leit gerne uff die Riedroder Kerwe kumme“. „Generationenübergreifend“ werde gefeiert, „do wird was geleistet“, betonte der Kerwevadder und dankte allen Besuchern sowie den Sponsoren, denen der freie Eintritt zu verdanken sei. Benedikt Schimmel aus Worms machte die Musik zur Kerweredd. „Wem ist die Kerb? – Unser! “ wurde auf der Bühne lauthals zelebriert. Zum Fassbieranstich hatte sich Norbert Soboll mutig gemeldet, er blieb auch noch bei guter Laune als das Freibier aus dem Fass sprudelte und einen See produzierte. Doch helfende Hände waren schnell zur Stelle. Im angenehm kühlen Bürgerhaus wartete ein sehr langes Kuchenbüffet auf die Kerwebesucher, mit feinem Backwerk von zahlreichen Spenderinnen. Hannelore Nowacki

    Information

    Bei der Kerwe und vorher brachten sie volle Leistung: Kerwevadder Sebastian Kreiling und Maxi Molitor, Mundschenk Fabian Kreiling und Robin Ofenloch, die Kerwemädel Lena Faecke, Natascha Hof, Jessika Lederer, Lea Engel, Nicole Eberle und Laura Kolander sowie die Kerweborsch Bastian Kukutschka, Maurice Gündling, Philipp Lamoth und Nils Heydenreich, unterstützt von Sonnenbotschafterin Alicia Keinz.








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