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So., 19. Februar 2023, 13:52 Uhr
FASTNACHT: Motto „Crimetime“ von der TG Biblis unterhaltsam in Szene gesetzt
Ortsgeschehen und der Bürgermeister im Brennpunkt
„Sport statt Mord“ und Spaß beim Zuschauen war geboten – rasant wechselten die sensationellen Sieben die Positionen. Foto: Hannelore Nowacki
BIBLIS – Dunkle Gestalten waren am Freitagabend in Biblis unterwegs, allerdings war ihnen die Polizei erfolgreich auf den Fersen. Ein Kunstdiebstahl konnte dank der Spezialeinheit mit Frank und John sogleich aufgeklärt werden. Der „Tatort“: Die Jahnturnhalle mit über 300 verkleideten Zeugen, die das Geschehen aufmerksam verfolgten und die gezeigten Leistungen mit Applaus, Jubel und herzhaftem Lachen belohnten. Tatsächlich war in Biblis für nicht ganz fünf Stunden die „Crimetime“ ausgebrochen, doch die TG Biblis hatte mit einem umfangreichen Präventivprogramm für anhaltend beste Stimmung gesorgt. Schon beim Vorspiel zum „Tatort Biwwels“ ging es hoch her, Aktivisten mit Schildern und Trommeln lärmten auf der Bühne, wollten sich an die Wand kleben. In Biblis weiß man, was gemeint ist. In dieser ersten Sitzung nach zwei Jahren Zwangspause wegen Corona gab es ein ausgelassenes Wiedersehen als wäre nichts gewesen. „Zwei Jahre Fastnacht geklaut durch Corona – da passt das Motto gut“, rief Sitzungspräsident Bernd Klink dem Publikum zu. Im Bühnenbild war alles vereint - Polizeirevier, Gefängnis und zusammengeknüpfte Bettlaken für die Flucht, Nachtclub und hinter dem Elferrat eine mit Graffiti verunzierte Wand. Das Deko-Team unter Leitung von Annick und Ralf Löhr hatte ganze Arbeit geleistet. Im unterhaltsamen Gesamtpaket waren mitreißende Tanzvorführungen gemischt mit Bütten und kleinen Einaktern. Tänzerischer Glanzpunkt zu Beginn war die Funkengarde mit ihrem Gardetanz. Und schon rückte Fabienne Hüter als „Tatortreinigerin“ mit einem ganzen Putzarsenal an. „Was reg‘ ich mich eigentlich uff – bin ja nur zum Butze da“, meinte sie. Aber da war es schon passiert. Schnell kam Ablenkung von jeglichen Problemen, denn Sven Blechschmidt tanzte ganz in Weiß eine Hitparade ab – wortlos mit ausdrucksstarker Mimik und Körpersprache. Im Saal tobte die Begeisterung, man wollte eine Zugabe sehen. Norbert Linn bewarb sich in der Bütt als Ortspolizist mit allerlei Ideen, im Übrigen habe er als Sheriff immer recht. Den neuenRathausturm würde er als Beobachtungsposten und zur Tempokontrolle nutzen. Und wenn es blitzt, habe sich im Rathaus jemand zu schnell bewegt. Fast hätte er den Turm für ein Minarett gehalten. Blitzen würde es auch bei der „Girl-Gang“ der Tanzformation 4th Wave. Martina Hüter und Christiane Müller nahmen als „Margret und Lisbett“ in der Rolle der doppelten Miss Marpel das Geschehen Themen übergreifend unter die Lupe. In der Gendersprache erkannten sie ein Verbrechen an der deutschen Sprache. Mit ihren Männern Otto und Karl hatten in der Coronazeit „ein hartes Los“ und jetzt auch noch das - ihr Karl erinnere sie immer an Karl Lauterbach. Ein Wiedersehen auch mit „Djubuja“, dem singenden Star-Duo der TG Biblis. Matthias Vormehr an der Gitarre und Oliver Wetzel präsentierten dem begeisterten Publikum vor der Pause eine kritische Sicht auf das örtliche Geschehen, witzig und gereimt verpackt. Das besagte Trommeln und der neue Rathausturm kamen zur Sprache, der als „Scheibscher Turm“ eigentlich aus Schmiedeeisen sein müsste, wie zu hören war. Text und Arrangements kommen von Rainer Vormehr. Wie in alten Zeiten dann das gemeinsame Abheben „Über den Wolken“ mit dem ausgelassenen Publikum zum abgewandelten Liedtext. Bürgermeister Scheib bekam in der Sitzung nicht zu knapp sein Fett weg, wenngleich er gar nicht anwesend war. Das wiederum sorgte für närrischen Unmut.
Der Gurkenprinzessin wurde die Gurke geklaut, aber das Männerballett der TG Biblis brachte sie wieder zusammen. Foto: Hannelore Nowacki
Gut zu wissen - im TG-Lied heißt es: „Wo kriegt so mancher Manches g’sacht, hier bei der TG, wo wird die Prominenz belacht, hier bei der TG“. Der Text zum Mitsingen am Schluss lag auf den Tischen aus. Nach der Pause stand „Sport statt Mord“ auf dem Programm, eine rasante Tanzvorführung mit Trampolinsprüngen der sensationellen Sieben. Die Funkengarde verwandelte sich zum Showtanz in aufregende „Bond-Girls“. Kurzes Gruseln beim Einzug des Elferrats – wie Ganoven aus einem Hollywood-Mafiafilm eroberten die Fastnachter die Bühne. Das beste Kostüm sollte gefunden werden, daher schwärmte in der Pause die Jury aus. Das Fahndungsergebnis konnte sich sehen lassen: Auf die Bühne geleitet wurde das Paar „Spurensicherung mit Leiche“, sie zum Glück quicklebendig. Zur Live-Schalte ging es ins Biwwelser Polizeirevier zu „XYZ-Ungelöst“ mit Annick Löhr als Hellseherin mit Glaskugel, die sie fremdländisch angehaucht beschwört: „Alles stehen hier in mein Guugel“. Die beiden Polizeikommissare (Felix und Peter Schmitzer) sind anfänglich skeptisch, aber dann googeln sie und stellen fest: „Die Frau hat’s druff“. Im „Fastnachts-Journal“ berichteten Christian Marsch als Klaus Kleber und Bernd Einbrot mit blonder Perücke als Gundula Gause aus Biblis und der Welt. Wegen des Klimawandels gebe es nur noch die Pizza Drei-Jahreszeiten. Das Männerballett beeindruckte tänzerisch und artistisch mit der Show „Gurken-Klau“. Zum rauschenden Finale mit Konfettikanone hieß es „When love takes over“. Damit war nicht Schluss, nun konnte die Party beginnen, musikalisch von Matthias Vormehr und Patrick Embach befeuert. Hannelore Nowacki