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Mo., 25. Juni 2018, 12:47 Uhr
Trauernden Kindern Raum geben für den Ausdruck ihrer Gefühle
Palliativ- und Hospizinitiative Ried bietet trauernden Kindern kostenfreie Unterstützung
Bei der Kindertrauer-Begleitung arbeiten PaHoRi e. V. und der Förderverein Haus Billau durch den Kooperationsvertrag Hand in Hand. Von links: Gaby Weiß-Szpera, hauptamtliche Koordinatorin von PaHoRi e. V., und Janina Sieger, Vorsitzende des Fördervereins Haus Billau. Foto: Hannelore Nowacki
BÜRSTADT/HOFHEIM – Die Palliativ- und Hospizinitiative Ried, kurz PaHoRi e.V., wendet sich mit ihrem neuen Angebot der Kindertrauergruppe an Kinder, die trauern, weil ein Familienmitglied verstorben ist. „Kinder trauern anders als Erwachsene“, weiß Koordinatorin Gaby Weiß-Szpera, und der Tod eines Familienmitglieds verändere die gesamte Lebenssituation der Familie. Nachdem der Verein PaHoRi sein Angebot im Februar um die Kinder- und Jugendarbeit erweitert hat und die Kinder-Trauerbegleitungen ihre Ausbildung absolviert haben, findet ab September die erste Trauergruppe für Kinder statt. Dank des Kooperationsvertrages von PaHoRi mit dem Förderverein der Begegnungsstätte Haus Billau in der Bahnhofstraße 12 in Hofheim stehen den Kindern die passenden Räumlichkeiten mit Küche sowie Hof und Garten mit Wiese für Bewegung an der frischen Luft zur Verfügung. Im Rahmen eines Pressegesprächs stellten PaHoRi-Koordinatorin Gaby Weiß-Szpera und die Vorsitzende des Fördervereins Haus Billau Janina Sieger, die selbst bereits vor drei Jahren die Ausbildung zur Trauerbegleiterin gemacht hat, das Angebot vor. Im Haus Billau hatte auch schon die Sendungsfeier für die neuen Kinder- und Jugendbegleitungen zum Abschluss ihrer Ausbildung stattgefunden. Alles in allem gebe es im Haus Billau viel Platz, von Vorteil sei die Nähe zum Bahnhof und das Tor zur Straße gewährleiste den geschützten Raum. „Trauer braucht Raum“, fasste Weiß-Szpera das Angebot zusammen. Hier bekommen die Kinder Raum für den Ausdruck ihrer Gefühle und Erinnerungen und können über ihre Jenseitsvorstellungen sprechen. Kreatives Gestalten und Filmimpulse runden das Angebot ab. Eine „Gefühlskiste“ hat sie, die mit ihren Beschreibungen von Gefühlen der Trauer dazu beitrage sich verstanden zu fühlen. Angststörungen und Zwangshandlungen können entstehen, wenn das Kind im Umgang mit seinen Gefühlen allein bleibt, gab Weiß-Szpera zu bedenken, wenngleich nicht für jedes Kind eine Trauerbegleitung benötigt werde. Teilnehmen können Kinder im Alter von etwa acht bis 13 Jahren, die einen Verlust durch den Tod eines Elternteil, Geschwisterkindes, der Großeltern oder auch eines Freundes erlebt haben. Dabei gebe es keine vorgegebene Zeitspanne, wie lange der Tod zurückliegt. Acht Treffen alle zwei Wochen sind vorgesehen, die von insgesamt sechs ehrenamtlichen Trauerbegleitungen betreut werden. Bei Bedarf bleibe PaHoRi auch später weiterhin Ansprechpartner. Für die Vorbereitung jedes Treffens, Durchführung und Nachbesprechung im Team rechnet Weiß-Szpera mit einem Arbeitsaufwand der ehrenamtlichen Trauerbegleitungen von viereinhalb Stunden. Zum Thema werde es einen allgemeinen Informationsabend geben, zwei weitere speziell für betroffene Bezugspersonen. Auf Wunsch können die trauernden Bezugspersonen des Kindes an einer Gruppe teilnehmen, die sich bei PaHoRi in Bürstadt, Schubertstraße 31, trifft, um sich über Erfahrungen, Erlebtes und Sorgen auszutauschen. Der Verein PaHoRi mit ehrenamtlicher ambulanter Trauer- und Sterbebegleitung ist im Raum Groß-Rohrheim, Lampertheim, Bürstadt, Biblis und mit allen Ortsteilen tätig. PaHoRi braucht Spenden, um die die Angebote aufrecht zu erhalten, darauf wies Koordinatorin Weiß-Szpera hin. Hannelore Nowacki
Information
Ab Mittwoch, 12. September von 16 bis 17.30 Uhr beginnt die Kindertrauergruppe mit acht Treffen alle zwei Wochen. Vor der Teilnahme an einer Kindertrauergruppe ist ein Gespräch mit einem Erziehungsberechtigten erforderlich, um die individuelle Situation und die persönlichen Bedürfnisse des Kindes einschätzen zu können. Bitte vereinbaren Sie hierfür einen Termin mit Koordinatorin Gaby Weiß-Szpera unter der Telefonnummer 06206/710203 oder per E-Mail an gaby.weiss-szpera@pahori.de. Alle Angebote sind für die Betroffenen kostenfrei.