WILDER MÜLL: Fund des Monats auf der Domwiese präsentiert
Paten gesucht, die sich um Sauberkeit kümmern
Lampertheim soll saubere Wohlfühlstadt werden, darum kümmern sich Marie-Luise Volkmann (von links), Sara Drakovac, Chiara Leubner, Bastian Medert mit der 1.000-Euro-Spende sowie das KOMPASS-Team mit Katja Stotz-Sen und Schutzfrau vor Ort Christina Wegerle. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Gebrauchte Masken werden einfach überall weggeworfen, Hausmüll wird illegal an Papierkörben abgestellt, Berge von Sperrmüll und sonstigem Unrat werden wild in der Natur entsorgt, so ist die Lage. Aber so soll es nicht bleiben. Als Umweltaktivistin aus eigener Initiative hat Marie-Luise Volkmann schon seit über drei Jahren auf ihrem Schulweg und beim Gassigehen viel Müll aufgehoben und in der Tüte nach Hause getragen. Mittlerweile hat sie auch zwei Schulfreundinnen, Chiara Leubner und Sara Drakovac, fürs Müllsammeln begeistern können. Einen großen Einkaufsbeutel voller gebrauchter Masken hat die elfjährige Schülerin des Lessing-Gymnasiums einen Monat lang auf den Wegen eingesammelt. 200 Stück waren zusammengekommen. Die hingen am Dienstag zur Veranschaulichung des Problems kurzzeitig auf einer langen Leine zwischen zwei Bäumen auf der Domwiese. Dort fand auch die neue Aktion der Müllkampagne der Stadt Lampertheim im Rahmen des Sicherheitsprogramms KOMPASS als Pressetermin statt: Die Präsentation des Müllfundstücks des Monats. Den Fund hatte Geopark-vor-Ort-Begleiterin Ute Striebinger inmitten der schönen Bonaue gemacht, als sie einen anderen Weg durch das Naturschutzgebiet nahm als üblich. Ein Koffer mit Kleidung und diverse volle Müllsäcke waren dort abgelegt worden. Als bald darauf Mitarbeiter der Technischen Betriebsdienste den wilden Müll abholten, war der Koffer offen und der Inhalt so unansehnlich wie der übrige Müll. Aufwändig sei es gewesen, den Müll von dort abzufahren, berichtete die Leiterin der Technischen Betriebsdienste Sabine Vilgis. In diesem Fall konnte der Mülldetektiv bei der Stadt Lampertheim Daniel Degen trotz aller Bemühungen keinen Verursacher ausfindig machen. Auch die Müllablagerungen in der Stadt kosteten viel Zeit und Geld, das gut für andere Zwecke angelegt wäre. Die Kosten für den Abtransport und die Entsorgung des wilden Mülls müssten letztlich die Steuer- und Gebührenzahler zahlen, gab Bürgermeister Gottfried Störmer allen zu bedenken, die ihren Müll achtlos oder mit der Absicht eigene Müllgebühren zu sparen wegwerfen. Viel einfacher sei es, den Hausmüll zum Wertstoffhof zu bringen, wo man ihn kostenfrei loswerden kann. Störmer bedankte sich beim KOMPASS-Team für die ideenreiche Müllkampagne und bei den drei Schülerinnen, dass sie so engagiert Müll einsammeln. Ute Striebinger dankte er als fleißige Hinweisgeberin. Einen besonderen Gast begrüßte Störmer, der einen Scheck der Firma Medert Recycling über 1.000 Euro mitgebracht hatte: Bastian Medert überbrachte zudem die Grüße seiner Eltern Marianne und Peter Medert, die durch Berichte auf die Müllkampagne aufmerksam geworden waren. Dafür gab es reichlich Applaus. Weil sich auch Kindergartenkinder an der Müllkampagne beteiligen, wurden von dem Geld kleine Warnwesten und Handschuhe sowie bunte Greifzangen beschafft. Zudem ist ein Ausflug mit den Kindern zum ZAKB geplant. Damit Lampertheim schöner und eine Wohlfühlstadt wird, sucht Koordinatorin Stotz-Sen engagierte Paten, die sich um die Sauberkeit in ihrer Straße, auf einem Spielplatz oder woanders kümmern. Dafür erhalten sie von der Stadt Lampertheim die Ausstattung mit Greifzange, Handschuhen und Müllsäcken. Müllabholung durch die Technischen Betriebsdienste. Einfach beim Ordnungsamt anrufen. Telefon 06206/935 455. Hannelore Nowacki