SPENDEN: Regelmäßige Hilfe der evangelischen Johannesgemeinde Neuschloß für die Tafel mit Lebensmitteln
Patenschaft auf Zeit als Hilfe in der Not
Gemeinsame Freude - Spender und Tafel-Team mit einem Teil der gerade angelieferten Sachspenden der Evangelischen Kirchengemeinde in Neuschloß. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Ohne Unterstützung der Evangelischen Johannesgemeinde in Neuschloß würde es manchmal in den Regalen der Tafel in der Gewerbestraße sehr leer aussehen, auch Kühlprodukte gäbe es zu wenig. Diese Lagebeschreibung des Tafel-Teams trifft schon seit über einem Jahr in dieser Dramatik zu. Aus Spendengeldern müssen Produkte wochenweise und wechselnd nach Bedarf zugekauft werden, zum Beispiel Joghurt, Nudeln und Konserven, weil die Firmen diese Waren selten oder gar nicht abgeben. Das Problem: Die Menge der Lebensmittel, die die Supermärkte abgeben können, sinke, aber die Zahl der Bedürftigen nehme insgesamt stetig zu, dazu kämen seit Mai die Direktzuweisungen von Flüchtlingen in die Kommunen. Seit dem Krieg in der Ukraine ist die Zahl der Menschen, die auf Unterstützung mit Lebensmitteln angewiesen sind, gestiegen. Zugleich hat die Lampertheimer Tafel ihre Obergrenze von 500 bedürftigen Kunden erreicht, die räumlichen und personellen Kapazitäten des rund 40-köpfigen ehrenamtlichen Teams seien erschöpft, erklärt die hauptamtliche Tafelkoordinatorin der Regionalen Diakonie Dr. Ute Weber-Schäfer.
Vor gut einem Jahr hat die evangelische Kirchengemeinde in Neuschloß überlegt: Was können wir tun, wie können wir helfen? Der Kirchenvorstand hat dann mit Blick auf die Botschaft des Evangeliums beschlossen, die Tafel für ein ganzes Jahr bei der monatlichen Grundversorgung mit zugekauften Lebensmitteln zu unterstützen – eine Patenschaft auf Zeit, um der Tafel langfristige Planungssicherheit zu geben. Das sei in Abstimmung mit Gerdi Greßhoff, der Teamleiterin für die Tafel-Fahrer, reibungslos gelaufen, zeitnah und bedarfsgerecht seien die benötigten Lebensmittel geliefert worden. Nun, da die Lage nicht besser geworden ist, hat der Kirchenvorstand die Unterstützung für ein weiteres Jahr beschlossen.
Als am Dienstagvormittag eine gespendete Lieferung mit dem Tafel-Auto wie verabredet vor dem Tafel-Laden ankam, wurden die Fahrer schon vom Tafel-Team, von der Kirchenvorstandsvorsitzenden Adele Erlenkämper, Vorstandsmitglied Thomas Mietzker und Pfarrer Thomas Höppner-Kopf erwartet. Zum Erntedankgottesdienst und anschließendem Gemeindefest werde es wie im letzten Jahr einen Spendenaufruf für die Tafel für Sach- und Geldspenden geben, teilten die Neuschlößer mit. Sie hoffen wieder auf einen schönen Gabentisch mit Sachspenden und Geld im Klingelbeutel in der Gewissheit: „Man braucht jeden Cent“. Tafelkoordinatorin Weber-Schäfer hofft auf weitere ehrenamtliche Tafel-Mitarbeiter, die vor allem das Donnerstag-Team entweder vormittags bei der Vorbereitung oder nachmittags bei der Ausgabe für drei bis vier Stunden verstärken. Hannelore Nowacki