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  • Mi., 05. Februar 2020, 12:59 Uhr
    Autorin Kristina Tiedemann veröffentlichte 2019 mit „Crash” ersten Teil ihrer Trilogie „Zwei Welten” / Hüttenfeldern lebt heute in Australien

    Persönliche Erfahrungen und Natur als Inspiration

    Kristina Tiedemann – eine junge Autorin, deren Weg von Hüttenfeld nach Australien führte, deren erstes Werk aber in ihrer alten Heimat spielt. Foto: oh


    HÜTTENFELD – Lesen spielt in der heutigen Zeit eine große Rolle, sorgt es doch nicht nur für Bildung, sondern vor allem auch für Entspannung. Denn Worte können berühren, Worte können bewegen – und Worte können, verpackt als Bücher, Herz und Seele erfreuen. Besonders dann, wenn die Bücher mit viel Hingabe geschrieben sind, die Protagonisten des Buches vor dem geistigen Auge zum Leben erweckt werden und man spürt, dass die Autorin oder der Autor das Buch mit viel Hingabe und vielleicht auch mit einem Stück Autobiographie versehen hat. Ein solch gelungenes Buch, welches Spannung und Unterhaltung zugleich bietet, ist Kristina Tiedemann mit „Zwei Welten: Crash”, dem Auftakt einer Trilogie, gelungen. 

    1992 wurde die junge Autorin in Mannheim geboren, aufgewachsen ist sie in Hüttenfeld — von dort hat es sie mittlerweile nach Australien geführt, wo Kristina Tiedemann nun gemeinsam mit ihrem Partner lebt. 

    Der TIP sprach mit der Jungautorin, die auch im fernen Down under den Bezug zu ihrer Heimat nicht verloren hat wie in ihrer ersten Veröffentlichung „Zwei Welten: Crash”, die 2019 erschienen ist, deutlich wird. Bereits während ihrer Schulzeit schrieb Kristina Tiedemann ihre ersten Geschichten – in Zeiten von Smartphones und Tablets noch ganz klassisch mit Block und Stift: „Ich lese gerne, aber ich habe schon immer mehr geschrieben als gelesen. Mit zehn Jahren habe ich das Schreiben für mich entdeckt. An einem Freitag ist Latein ausgefallen. Mir war langweilig und ich haben angefangen, erste Geschichten zu schreiben, das habe ich dann beibehalten”, erklärte sie im Gespräch mit dem TIP. Dabei entstand über ihre Schulzeit hinweg eine unveröffentlichte Reihe über die fiktionale Figur Kristina Silver, die während ihrer Schulzeit ein spannendes Abenteuer mit Einbrechern und einer Geiselnahme in ihrer Schule erlebt. 

    Leidenschaft, die nicht mehr los ließ

    Mit der ausgefallenen Lateinstunde in der Schule entdeckte Kristina Tiedemann eine Leidenschaft, die sie seither nicht mehr losgelassen hat: „Ich habe seit jenem Tag nicht mehr mit dem Schreiben aufgehört. Für lange Zeit war es allerdings immer nur ein Hobby. Ein Buch zu veröffentlichen war lange nur mein Traum, dann wurde es jedoch ein Ziel und hatte seinen Platz auf meiner persönlichen Bucket List neben Fallschirmspringen und Bungee-Jumping. Schon als Teenager habe ich mich mehrere Stunden in der Woche an meinen Schreibtisch gesetzt oder vor meinem Computer verkrochen und einfach nur geschrieben. Ich habe unzählige angefangene Geschichten auf meinem Computer. Eine der größten Schwierigkeiten ist es, ein Buch zu Ende zu schreiben. Meist hört man auf, weil man die Geschichte irgendwann doof findet oder einfach nicht mehr weiter kommt. Diese Einstellung muss man überwinden und das kann eine Weile dauern” schildert die junge Autorin ihre Erfahrungen mit dem Schreiben.

    Von Hüttenfeld nach Australien

    Nach ihrem Abitur in 2011 absolvierte Kristina Tiedemann ein Freiwilliges Soziales Jahr im Mannheimer Rettungsdienst und studierte anschließend Architektur in Darmstadt. Nach einem internationalen doppeltem Masterstudium in Cottbus und Melbourne (World Heritage Studies / Cultural Heritage) zog sie 2018 nach Queensland. Beim Schreiben hilft ihr Zeit in der australischen Natur, in der sie Inspiration findet und „neue Energie für das Schreiben schöpfen kann. Ein sehr inspirativer Ort ist für mich die größte Sandinsel der Welt, Fraser Island, wo ich mehrere Monate gelebt habe”, erläutert Kristina Tiedemann.

    Spannung und Gefühle

    Parallel zu ihrem Studium begann sie 2014 mit der „Zwei Welten”-Reihe. In den Inhalt ihrer Trilogie sind zahlreiche persönliche Erfahrungen mit eingeflossen – besonders aus der Zeit ihres Freiwilligen Sozialen Jahres, das sie 2003 im Rettungsdienst in Mannheim absolviert hat. Dieses Jahr war sehr spannend, abwechslungs- und lehrreich, brachte aber auch immer wieder einschneidende und weniger erfreuliche Erlebnisse mit sich. Diese spiegeln sich teilweise auch in „Crash” wieder, das Buch spielt zudem in Kristina Tiedemanns alter Heimat Mannheim und eben dort auch im Rettungsdienst. Der erste Teil der Trilogie handelt davon, dass ein mysteriöser junger Mann namens Aaron die Hauptakteurin, Karin, in letzter Sekunde vor einer Vergewaltigung rettet. Mit Spannung erzählt Kristina Tiedemann, dass Karin schnell klar wird, dass ihr Retter eine dunkle Seite hat – noch bevor sich beide bei ihrem Job im Mannheimer Rettungsdienst erneut begegnen. Doch ihre Gefühle sind stärker als ihre Bedenken und sie fühlt sich immer mehr zu Aaron hingezogen. Karin merkt im Verlauf der Handlung, dass  die Männer, die versuchten sie zu vergewaltigen, immer noch hinter ihr her sind – Aaron versucht alles, um dies zu verhindern, da auch er sich zu Karin hingezogen fühlt. Gefühlvoll und dennoch packend beschreibt Kristina Tiedemann, wie sich die Beziehung zwischen Karin und Aaron entwickelt und sanfte Knospen der Liebe entstehen, bis es im Verlauf der zahlreichen Wendungen, die das Werk enthält, zwischen Karins heiler Welt und Aarons brutaler Welt einen Crash gibt, bei dem Karins Leben auf dem Spiel steht und Aaron sein wahres Gesicht zeigt. So wird schließlich aus Liebe zunächst Ablehnung und dann auch Hass. 

    Mehr soll an dieser Stelle nicht verraten werden – wie der erste Teil dieser lesenswerten Trilogie endet, wird sich dem Leser beim Kauf des 408-seitigen Taschenbuches erschließen – und zu einer spannenden Reise mitnehmen. Ein Roman, der träumen lässt, aber auch zum Nachdenken anregt. Und gleichzeitig ein Werk einer jungen Autorin aus dem Nibelungenland, die in die weite Welt ausgezogen ist ohne die Verbindung und Liebe zu ihrer Heimat zu verlieren – Lesen lohnt sich! Benjamin Kloos

     

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