5 Jahre Seniorenberatung für ältere Menschen und ihre Angehörigen / Halbe Stelle ist vollgepackt mit Aufgaben
Persönliche Gespräche, Projekte und Netzwerkarbeit
Bürgermeisterin Barbara Schader (links) dankte Seniorenberaterin Ariane Schunck für ihre Aufbauarbeit seit 2009. Die Anfragen und Anforderungen sind gewachsen, auch Menschen aus Biblis und Groß-Rohrheim suchen mittlerweile mehr Rat. Foto: Hannelore Nowacki
BÜRSTADT – Im Kreis Bergstraße wurde vor fünf Jahren das Konzept der ganzheitlichen Seniorenberatung verwirklicht. In Bürstadt ist seitdem Diplom-Sozialpädagogin Ariane Schunck für nahezu alle Fragen zuständig, die ältere Menschen ab 60 Jahren und ihre Angehörigen an sie herantragen. Auch Biblis und Groß-Rohrheim gehören zu ihrem Tätigkeitsbereich. Doch die meisten Kontakte zu Klienten kommen nach wie vor aus Bürstadt. Das belegt auch die jährliche Statistik, die Ariane Schunck den Bürgermeistern persönlich überbringt. Bürgermeisterin Barbara Schader hatte die umfangreiche Aufstellung aller Kontakte als Zahlenwerk für das Jahr 2013 vor ein paar Wochen erhalten und war sehr beeindruckt. So kam es auf Initiative der Bürgermeisterin zu dem Pressegespräch im Büro der Seniorenberaterin in der Rathausstraße 6.
Sehr viel Empathie für die Menschen sei nötig, sagte Schader anerkennend und dankte Schunck für die nun fünfjährige Aufbauarbeit in unserer Stadt und die fantastische Vernetzung mit allen Alteneinrichtungen. – wir zahlen gerne dafür, dass wir in Bürstadt eine gute Altenhilfe anbieten können“, betonte Schader und machte deutlich, dass diese Seniorenberatung konfessionsunabhängig und neutral alle Angebot vorstellt und trägerneutral berät, wiewohl die Stelle bei der Caritas angesiedelt ist. An dieser Partnerschaft beteiligt sich die Stadt Bürstadt jährlich mit 8.500 Euro. Da es hier kein Sozialamt mehr gebe, sei die qualifizierte Beratung besonders wichtig. Ein Ende sei nicht abzusehen, da immer neue Herausforderungen hinzukämen. Die halbe Stelle, es sind nur 19,5 Stunden in der Woche, ist vollgepackt mit Aufgaben, wie Ariane Schunck anhand der Statistik erklärte. 770 Beratungskontakte und klientenbezogene Vorgänge hat sie im Berichtsjahr gezählt, insgesamt waren 104 Beratungsfälle zu verzeichnen.
Als Beratungsfall werden Einzelpersonen, Ehepaare, Angehörige, ja ganze Familienverbände erfasst. Bei durchschnittlich zwei Personen pro Beratung berät sie im Jahr etwa 208 Menschen. Warum der Anteil der weiblichen Ratsuchenden mit 71,2 Prozent so viel höher ist als der männliche Anteil mit nur 28,8 Prozent, kann nur vermutet werden. Schunck weiß aus Erfahrung, dass die Männer erst anrufen, wenn sofort gehandelt werden müsse. Die Altersgruppen der 71- bis 90-Jährigen hätten den größten Beratungsanteil. Die telefonische Terminvereinbarung sei unbedingt notwendig, erklärte Ariane Schunck, denn feste Sprechzeiten hatten sich nicht bewährt. Auch sei sie zu Hausbesuchen, Veranstaltungen und Fortbildungen unterwegs und daher im Büro nicht erreichbar.
Zu ihrem umfassenden Aufgabenbereich zählen so unterschiedliche Themen wie die umfangreiche sozialrechtliche Beratung mit 32,3 Prozent und die psychosoziale Beratung mit einem Anteil von 22,7 Prozent. In folgenden Gremien arbeitet Schunck aktiv netzwerkend mit, darunter der Arbeitskreis Seniorenberatung Kreis Bergstraße, der von der Fachstelle „Leben im Alter“ geleitet wird. Außerdem im Arbeitskreis Wohnberatung in Hessen, der in Frankfurt tagt sowie der Agendatisch Kinder und Jugend in der Stadt Bürstadt. Vorträge, Weiterbildung und die Projektarbeit für den ehrenamtlichen Besuchsdienst sind weitere Tätigkeitsgebiete. Am Donnerstag, 27. November um 18 Uhr ist die Veranstaltung im Briebelsaal des Caritas-Altenpflegeheims St. Elisabeth mit der demenzkranken Referentin Helga Rohra geplant, die im Juli wegen Erkrankung ausgefallen war.