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Sa., 16. April 2016, 22:27 Uhr
Bürgerinformation zur Umgestaltung des Bahnhofs-Areals im Bürgerhaus der Stadt Bürstadt / Gemeinsame Diskussionen und Anregungen durch die Mitbürger
Planungen der Bahnhofserneuerung vorangeschritten
Lebhafte Diskussionen mit den Bürgern gab es im Rahmen der Bürgerinformationsveranstaltung zur Bahnhofsentwicklung - Bürgermeisterin Bärbel Schader (vorne) stellte gemeinsam mit den beteiligten Gremien und Institutionen den Fortschritt der bisherigen Planungen vor. Foto: Sigrid Samson
BÜRSTADT – Die Stadt Bürstadt lud am Donnerstag, den 14. April, alle interessierten Bürgerinnen und Bürger zu einer Informationsveranstaltung im Bürgerhaus ein, um sich aktiv in den laufenden Planungsprozess der Umgestaltung des Bahnhofsgeländes einzubringen, damit gemeinsam ein attraktives Bahnhofs-Quartier entwickelt werden kann.
Der Bahnhof soll schrittweise zur S-Bahn-Station umgebaut und das Bahnhofsgebäude maßgeblich verändert werden. Auch das Parksystem wird verändert, Lärmschutzwände müssen angepasst und Fahrstühle eingebaut werden, um barrierefrei in den oberen Bahnhofsbereich zu gelangen – um nur einige der erforderlichen Maßnahmen zu nennen.
Nach der Begrüßung durch Bürgermeisterin Bärbel Schader übernahm Frank Bornmann von Drees & Sommer die Moderation des Abends, an dem die einzelnen Vorschläge präsentiert wurden.
Mit der Ausarbeitung der Machbarkeitsstudie zur Bahnhofsumfeldentwicklung wurde 2014 eine weitere bedeutsame Maßnahme für die (Innen-)Stadtentwicklung in Bürstadt angestoßen: Die augenfälligen Probleme – wie beispielsweise die unübersichtliche Parkplatz-Situation, die mäßige Aufenthaltsqualität für die Reisenden, das untergenutzte Bahnhofsgebäude sowie unansehnliche Lagerhallen – sollen angegangen werden.
Die Stadtverwaltung hat daher nach Abschluss der Machbarkeitsstudie die Detailplanung für die Gestaltung der Park-&Ride-Anlage, der Fahrradabstellanlagen und der Bahnhofsallee mit Platz- und Grünräumen in Auftrag gegeben. Das von der „LoPa“ (Lokale Partnerschaft) begleitete Projekt wurde im engen Zusammenhang mit den DB-Maßnahmen zum barrierefreien Ausbau der Bahnstationen geplant und umgesetzt. Das Zwischenergebnis mit 3 möglichen Varianten wurde nun in einer Informationsveranstaltung präsentiert – adäquate Abänderungen oder Mischungen der einzelnen Varianten sind durchaus denkbar. Neben der Erläuterung des Planungsstands durch das beauftragte Planungsbüro Mailänder Consult sowie Informationen zum barrierefreien Ausbau durch die Bahn gab es im Rahmen der Veranstaltung insbesondere Raum für Anregungen und Diskussionen mit den Bürgern. Offene Fragen wurden beantwortet und Anregungen der Bürger auf dem Podium aufgenommen, um diese nach Möglichkeit in die fortschreitende Planung mit einzubeziehen.
Über die Rahmenbedingungen und den Planungsprozess informierte Christian Schwarzer (Unternehmensbereich Stadtentwicklung, NH-Projekt Stadt). Funktional und gestalterisch wolle man den Bahnhof schrittweise zu einem attraktiven Ort gestalten als „Visitenkarte Bürstadts“. Neben der Neuordnung und gleichzeitigen Optimierung der Umsteigebeziehungen sei die Schaffung der Barrierefreiheit die wichtigste Zielsetzung des Projekts. Anschließend ging Christian Wühl, VRN, auf den Ausbau der Bahnstationen durch die DB ein und erläuterte die Besonderheiten und baulichen Gegebenheiten. Im Bereich der Bahnsteige Nibelungenbahn ist ein Bahnübergang für Radfahrer und Fußgänger vorgesehen sowie ein barrierefreier Zustieg. Im Bereich der Bahnsteige Riedbahn werde das Erscheinungsbild deutlich verbessert und ebenfalls neue Fahrzeuge eingesetzt. Die Umbaumaßnahmen sollen Mitte 2017 beginnen und bis etwa Mitte 2018 fertiggestellt sein. Teilweise Streckensperrungen werden in den Sommerferien 2016 und 2017 erfolgen. Informationen sind zu finden unter HYPERLINK "http://www.ausbau-rheinneckar.de/"www.ausbau-rheinneckar.de – gesonderte Bürgerinformationen mit Vorstellung der einzelnen Bauvorhaben folgen in Kürze. Carlo Bös und Christian Müller vom Ingenieurbüro Mailänder Consult erläuterten die Planungen und stellten die erarbeiteten 3 möglichen Varianten der Neugestaltung vor. Während bei der ersten Variante Taxi- und Stellplätze im Bereich des Grünstreifens und die konkrete Beibehaltung der Verkehrsführung der Bahnhofsallee vorgesehen ist, würde es bei der 2. Variante einen neuen Bahnhofsvorplatz geben, was allerdings größere Eingriffe in die Grünflächen mit sich ziehe. Die Einrichtung einer Busmittelinsel und die Verbesserung der Umsteigebeziehungen kommen in der Variante 3 zum Tragen.
Auf die verkehrstechnische Prüfung nahm Edwin Mayer, Habermehl & Follmann, in seiner Darstellung Bezug. Die einstreifige Verkehrsführung mit einem Buskreisel in V1 steht der zweiten Möglichkeit mit einem einseitigen Inselbussteig gegenüber, während die dritte Variante mit dem 2-seitigen Inselbussteig als die beste Lösung im Raum steht – hier sei auch die höchste Anzahl an Stellplätzen realisierbar. Der Vorteil der 2. Variante sei die augenscheinlich größere P&R-Anlage; allerdings vom Verkehrsablauf eher ungünstig zu bewerten. Auch aufgrund der Bündelung des allgemeinen KfZ-Verkehrs und den kurzen Fahrbahnüberquerungen sei V3 zur Ausführung empfohlen.
Den Bürgern wurde die Möglichkeit zur Sichtung der einzelnen Pläne an den Stellwänden im Saal gegeben. Mehrere Bürger räumten ihre Bedenken ein wegen einer eventuell erforderlichen Baumfällung – auch die Anregung, eine Toilettenanlage im Gebäude zu errichten, wurde eingebracht. Ein Bürger äußerte sich auch über die „wild parkenden Pendler“ und forderte hier eine Entlastung der Anwohnerstraßen. Hermann Bazlen von der Bürgerinitiative „Unser Bahnhof“ richtete den Appell an die Verantwortlichen, die Bahnhofsallee zu erhalten und lehnte im Namen der mehr als 400 Mitglieder der BI die Abholzung des über 100-jährigen Baumbestandes entschieden ab. Er sprach sich auch gegen die Veränderung der seit Jahrzehnten bewährten Verkehrsführung in der Allee aus, die durch eine gegenläufige Straßenführung ersetzt werden soll. Hier sei eine Mehrbelastung an Lärm und Abgasen für die Anlieger zu erwähnen. Die Schaffung von zwei Haltestellen für Gelenkbusse würden auch Einschnitte in die vorhandenen Grünflächen darstellen. Bazlen zeigte Bereitschaft an einer gemeinsamen Erarbeitung der finalen Planung mit der Bürgermeisterin. Weitere Informationsveranstaltungen werden nach Fortschreiten der Planungen erfolgen. Sigrid Samson