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  • Di., 10. März 2015, 13:00 Uhr
    Gut besuchte Bürgerversammlung zur Machbarkeitsstudie rund um den Bahnhof

    Präsentation erhielt Applaus – Vorschläge und Ideen von Bürgern gefragt

    Thema des Abends war das Zwischenergebnis der Machbarbarkeitsstudie zum Bahnhof und Umfeld. Zu Beginn der Bürgerversammlung informierte Architektin Brigitte Holz vom Darmstädter Büro Freischlad + Holz über den Ablauf der Veranstaltung. Foto: Hannelore Nowacki


    BÜRSTADT – Am Ende breitete sich große Zufriedenheit unter allen Beteiligten aus. Die ersten Eindrücke der Planer kamen gut an, wie der Applaus zeigte. Wenig grundsätzliche Kritik war in der späteren Diskussion zu vernehmen, Fragen und Kritik entzündeten sich eher an den wichtigen Details. Die umfassende Analyse der Ist-Situation und die daraus entwickelten Ansätze und Varianten des Büros Freischlad + Holz aus Darmstadt, das die Stadtverwaltung in Auftrag gegeben hatte, machten auf das interessiert zuhörende Publikum erkennbar großen Eindruck. Nach etwa anderthalb Stunden spannender Vorträge war eine halbe Stunde für einen „individuellen Rundgang“ im Saal vorgesehen. Auf Stehtischen lagen Stifte und bunte Haftnotizen aus, die nach Themenfeld, mit eigenen Ideen, Fragen und Kritik versehen, auf die Stellwände zu kleben waren. Davon machten zahlreiche Teilnehmer Gebrauch, viele Bürger waren in Gruppen gekommen oder kamen an den Stehtischen ins Gespräch. Wie Stadtverordnetenvorsteher Ewald Stumpf am Schluss gegen 21.30 Uhr erklärte, werden die Zwischenergebnisse der Machbarkeitsstudie und die Stellungnahmen der Bürger nun in den Fraktionen und zuständigen Ausschüssen diskutiert. Nach der Umgestaltung des Marktplatzes haben sich Stadtverwaltung und Lokale Partnerschaft die nächste große Aufgabe vorgenommen - der unansehnliche Bahnhof mit seinem ebenso hässlichen wie unübersichtlichen und wenig funktionalen Umfeld soll zeitgemäßer Aufenthaltsqualität entwickelt werden. Am Montagabend ließen sich etwa 150 Bürger über die Zwischenergebnisse der Machbarkeitsstudie informieren. Im Saal standen 250 Sitzplätze bereit - ein gutes Ergebnis, da waren sich Bürgermeisterin Barbara Schader und Architektin Brigitte Holz einig. Die  Tagesordnung mit acht Punkten stellte die Referentin zu Beginn vor, nachdem die Bürgermeisterin die Bürger begrüßt hatte. Auch machte sie sogleich deutlich, dass alle Maßnahmen vorwiegend durch Förderprogramme finanziert werden müssten, da die Stadt Bürstadt bekanntlich schon im Minus ist. Stadtplanerin Christine Nubbemeyer beeindruckte die Zuhörer mit ihrem Vortrag zum Analyseergebnis, das aus einer großräumigen Betrachtung der Bürstädter Strukturen von Verkehrsflächen, Wohnbebauung, Industriegebieten und den wenigen Grünflächen entstanden ist. In der detaillierten SWOT-Analyse zeigte sie auf, wo es am Bahnhof und im gesamten Umfeld hapert, also alles, was viele Bürstädter schon lange ärgert oder aufregt. Der Ist-Zustand mit Brachflächen, unübersichtlicher Verkehrsführung, schlechter und ungenutzter Bausubstanz ist wenig tröstlich. Die Stadtplanerin stellte als Frage in den Raum: Soll der Stadtbild prägende Raiffeisenturm umgenutzt oder abgebrochen werden? Wie sich später herausstellte, fand sich nur eine Stimme für den kompletten Abriss des Raiffeisenareals. Architektin Brigitte Holz stellte Pläne vor, wie es einmal rund um den Bahnhof und im Bahnhofsgebäude aussehen könnte. Beispiele aus anderen Orten mit sanierten Bahnhöfen und Plätzen bewiesen: Es gibt ganz fantastische Möglichkeiten. Schon beim Zuhören und Anschauen der Bilder auf der Großleinwand konnte sich Optimismus entwickeln. Großes Lob war im Publikum zu hören: „Mutig, endlich mal ganz andere Ideen“. Aber auch Lachen und ein ablehnendes „nee, nee“ beim Anblick eines Wohnturms in Dänemark, der früher einmal ein einfacher Turm wie der Bürstädter  Raiffeisenturm war. Christian Wühl sprach für die Deutsche Bahn AG und den VRN über den aktuellen Planungsstand hinsichtlich Bahnsteiggestaltung und Zugverbindungen. Breiter werden die Bahnsteige nicht, dafür spätestens 2018 aber höher. Schon Ende des Jahres soll ein neuer Zug für die unteren Gleisverbindungen mehr Komfort bringen. Nicht alle Bürger waren bis zum Schluss geblieben, aber immerhin eine beachtliche Anzahl. Hannelore Nowacki

    Zu später Stunde, nach der Präsentation und nach dem „individuellen Rundgang“ hatten sich die Reihen in der Bürgerversammlung etwas gelichtet. Foto: Hannelore Nowacki

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