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Do., 24. Januar 2019, 14:28 Uhr
Ortsvereine von SPD und Grünen begrüßten Thorsten Schäfer-Gümbel im Wahlkampfendspurt
Prominente Unterstützung für Bürgermeisterkandidat Steffen Lüderwald
SPD-Vorsitzender Boris Wenz (rechts) und der Grünen-Vorsitzende Uwe Metzner (im grünen Pullover) begrüßten die Veranstaltungsbesucher. Im Bild (von links): Der hessische SPD-Landesvorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel, Moritz Müller vom Grünen-Kreisvorstand, SPD-Vorsitzender Bergstraße Marius Schmidt und der Kandidat beider Parteien für das Bürgermeisteramt Steffen Lüderwald. Foto: Hannelore Nowacki
BÜRSTADT – In der Scheune des Ratskellers glühten die Heizpilze, hier und da war wärmteein Heißluftstrom an diesem winterkalten Tag die zahlreich erschienenen Anhänger des Bürgermeisterkandidaten Steffen Lüderwald aus Hofheim, der von SPD und Grünen gleichermaßen unterstützt, die amtierende Bürgermeisterin Barbara Schader ablösen möchte. Vor allem Mitglieder, Mandats- und Funktionsträger beider Parteien aus der Region von Biblis bis Lampertheim waren am frühen Mittwochabend zu der öffentlichen Veranstaltung gekommen. Auch ein prominenter Landespolitiker war angereist – der Landtagsabgeordnete und SPD-Vorsitzende in Hessen Thorsten Schäfer-Gümbel. Seine Rede wurde mit Spannung erwartet. Eine viertel Stunde später als geplant begann die Wahlkampfveranstaltung zur Unterstützung von Steffen Lüderwald, um auf Moritz Müller vom Kreisvorstand der Grünen zu warten. Boris Wenz und Uwe Metzner, der eine SPD-Vorsitzender, der andere Vorsitzender der Grünen in Bürstadt, eröffneten die Wahlkampfveranstaltung, die der Information der Bürger dienen sollte. Zunächst sprach Marius Schmidt aus Lampertheim, Vorsitzender der SPD-Bergstraße und brachte zum Ausdruck, was auch die weiteren Redner bewegte: „Wir sind froh, dass wir endlich einmal wieder einen rot-grünen Wahlkampf erleben“. Auch die Begeisterung für den Bürgermeisterkandidaten Steffen Lüderwald teilte er mit den anderen Rednern. Steffen Lüderwald sei ein Mann, der nicht nur redet und zuhört, der auch handelt, beschrieb Schmidt den Kandidaten und Parteifreund. Warum die SPD ihn unterstützt, begründete Schmidt engagiert und ausführlich. Politik brauche Partner und es „lässt uns hoffen, dass Steffen den Geist getroffen hat“. Das betreffe drei Themen: Mehr bezahlbarer Wohnraum, Landwirtschaft vor Flächenverbrauch und mehr mittelständische Unternehmen. An den Kandidaten gerichtet sagte Schmidt: „Mit Stolz sehen wir, dass du dieses Programm gewagt hast, du hast für beide Parteien Flagge gezeigt und uns gestärkt“. Moritz Müller bestätigte dem Kandidaten Lüderwald, dass er auf Linie mit den Grünen liege. „Für die Grünen zählen Inhalte“. Wie Schmidt freute sich Müller, dass „dieses Allianz wiederauflebt“. Die inhaltliche Nähe sieht er im Umweltschutz sowie Klima- und Naturschutz, dem „Markenkern“ der Grünen. „Demokratie lebt vom Wandel“, sagte Müller mit Blick auf den Bürgermeisterstuhl. In der Scheune seien Menschen versammelt, die Bürgernähe leben, dem Bürgerdialog sollen Taten folgen. Schäfer-Gümbel bezog sich auf die Situation in Wiesbaden, dass sich Rot-Grün über den besten Weg streiten, ein Verhältnis, das er als „munter“ bezeichnete. Auch er freute sich über die „gemeinsame Wahl“ in Bürstadt. Der soziale Zusammenhalt entscheide sich in den Städten und Gemeinden ist Schäfer-Gümbel überzeugt, dort entscheide sich, was real passiere, mit dem persönliche Stil und Charakter wie Entscheidungen getroffen werden. Auf die Bürgermeisterwahl in Bürstadt bezogen stellte er fest: „Wir haben allen Grund diese Chance zu nutzen“. Auf drei Themenbereichekonzentrierte sich der Gastredner, der in Lich beheimatet ist. Es gehe um bezahlbaren Wohnraum in der Breite, nicht nur um sozialen Wohnungsbau. Der Ballungsraum werde weiter wachsen, Menschen ziehen immer weiter weg, was zu Verkehrsfragen führe. „Muntere Debatten“ gebe es mit den Grünen zur Windenergie, doch beim Kohleausstieg gehe es nicht um das „wann“, sondern „wie machen wir das“, um die soziale Sicherheit mit den Ängsten vor dem Klimawandel zu verbinden. Im Bereich Bildung lobte Schäfer-Gümbel das „Weiterstadter Modell“, das selbst bei knappen finanziellen Möglichkeiten funktioniere. Mehr Problemlöser wünschte sich Schäfer-Gümbel im Land, Problemfinder gebe es genug. Im politischen Wettbewerb wünschte er sich gesellschaftliche Kompromissfähigkeit, da der Kompromiss „das Wesen des demokratischen Prozesses“ sei. Sein Anliegen zur Wahl zu gehen und noch weitere Wähler für den Kandidaten zu motivieren unterstrich Schäfer-Gümbel mehrfach mit einem Countdown in Tagen, Stunden und Minuten bis Sonntag. Zum Schluss sprach der Kandidat und dankte Uwe Metzner und Boris Wenz für die Unterstützung. Der Bürgermeister müsse der sein, der am Ende der Herde schaut, dass niemand verloren geht, sagte Lüderwald, anknüpfend an ein Bild, das er gerne verwendet. Sein Wahlprogramm sei die Summe der Gespräche und E-Mails. Wichtig sei ihm, alle Menschen mitzunehmen, als Bürgermeister wolle er für alle da sein, mit Transparenz bei den politischen Entscheidungen und der Verwaltung. Eine Bürgerbefragung als politischer Rahmenplan wäre ihm sehr wichtig. Eine hohe Wahlbeteiligung von über 50 Prozent wünscht sich Steffen Lüderwald, der ankündigte, schon ab Donnerstag seine Wahlplakate abzuhängen, weil für ihn die Parteipolitik beendet sei. Im Anschluss waren die Besucher zum Bleiben eingeladen. Hannelore Nowacki