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Di., 13. Februar 2024, 23:35 Uhr
Fastnachtssitzung: TG Biblis hatte bei „Lets play“ volles Haus
Publikum spielend aus dem Häuschen gebracht – Zündstofforden für Bürgermeister Scheib
Das TG-Männerballett Asbach Brittas steigerte sich „Von Level zu Level“. Foto: Hannelore Nowacki
BIBLIS – In der Jahnturnhalle war am Freitag das Spielfieber ausgebrochen – die 80 Akteure auf der Bühne und das Publikum in der vollen Halle waren vereint in der Begeisterung für das Motto der Prunksitzung „Die TG lässt die Spiele beginnen – lets play“. Auf der Bühne zeigten die Darsteller Meisterleistungen in den fastnachtlichen Unterhaltungsdisziplinen, im Gardetanz und bei den Showtänzen, die mit atemberaubenden Figuren, ausgefeilter Choreografie und überraschenden Ideen punkteten, vom Publikum mit Jubel und Zugaberufen in bester Stimmung aufgenommen.
Vom Vorspiel mit einer unterhaltsamen Tischtennis-Endausscheidung“ bis zum Finale mit den Tanzgruppen und Sängerin Kirsten Kreider funkte der Spannungsbogen. Nach viereinhalb Stunden war aber noch nicht Schluss – mit Musik, Tanz und geöffneter Sektbar verlängerte sich das Vergnügen bis in die Nachtstunden. Aus allen Abteilungen der Turngemeinde tragen 40 Helfer zum Gelingen bei. Sitzungspräsident Bernd Klink hatte als Spielleiter einiges zu tun – souverän führte er mit Witz und Humor durch das Programm und verlieh Akteuren den Vereinsorden. Traditionsgemäß wird in der Freitagssitzung der Zündstofforden verliehen, eine Auszeichnung, die sich der potenzielle Träger verdient, indem er sich besonders hervorgetan hat oder aufgefallen ist und in geeigneter Weise für Zündstoff gesorgt hat.
Bürgermeister Volker Scheib hat den Zündstofforden der TG Biblis bekommen. Foto: Hannelore Nowacki
Bürgermeister Volker Scheib war der Auserwählte, den Sitzungspräsident Klink zur Verleihung auf die Bühne bat. Ein großer Mann werde kommen, kündigte Klink an, einer der viele Jahre den Schmiededienst versah und dann den Job wechselte. Mit dem Rathaustürmchen habe er sich ein Denkmal gesetzt. Dieses eckige Türmchen ließ auch anderen Rednern keine Ruhe. Der Bürgermeister sank vor dem Präsidenten aufs Knie, um ihn nicht zu überragen und das Umlegen des Ordens zu erleichtern. Bevor Scheib in seinerRede richtig in Fahrt kam, stellte er das Mikrofon auf die benötigte Höhe ein, das zuvor auf „Normalhöhe“ stand, wie Scheib anmerkte. In lockerer Stimmung bewies der Bürgermeister Talent in humorvoller Ansprache, hatte die Lacher auf seiner Seite und damit Qualitäten als Büttenredner erkennen lassen. Das Publikum animierte er zum Feiern, dabei auch an die Gemeindefinanzen denkend: „Lassen Sie sich berauschen heute und machen Umsatz, dann sparen wir an der Sportförderung“. Auch empfahl Scheib, die Sitznachbarn in den Arm zu nehme und zu schunkeln. Im Jahr 2017 war der Zündstofforden zuletzt verliehen worden. Es fehlte seitdem an einem Kandidaten und auch die Coronakrise war schuld.
Gesprochen und gereimt Büttenredner Norbert Linn schoss als Dartspieler einige Pfeile auf gesellschaftliche und örtliche Entwicklungen ab, zielte auf Bürgermeister und Rathaus und sprach hinsichtlich Biergarten dem Publikum aus der Seele. Martina Hüter und Christiane Müller hatten sich auf die Lebensweisheit „Mensch äjer dich net!! geeinigt, doch ihre Männer, der Otto und der Karl, machen es ihnen nicht leicht. Ärgerlich auch, dass die Sparkasse zugemacht hat. Gibt es auch Erfreuliches? Eher nicht, denn Norde sei eine Einöde oder ein Lost Place, das Türmchen ist die Bibliser Hauptattraktion und Manfred hat aufgehört wie das Bibliser Blättchen. Die„drei Jungs aus de Hall“ brachte Erzählerin Annick Löhr sportlich auf Trab. Wie im Film produzierte sie die Soundeffekte mit diversen Utensilien, zum Beispiel das Pferdegetrappel mit Bechern. Seit 30 Jahren unverzichtbar ist das Duo Djubuja mit witzig-kritischen Texten zum Ortsgeschehen, die Rainer Vormehr schreibt, auf bekannte Melodien gesungen von Oliver Wetzel und Matthias Vormehr. „Wer wird Millionär in Biwwels“ war ein lustiges Ratespiel mit profunder Ortskenntnis.
Das Deko-Team unter Leitung von Annick und Ralf Löhr hatte ganze Arbeit geleistet. Im unterhaltsamen Gesamtpaket waren mitreißende Tanzvorführungen gemischt mit Bütten und kleinen Einaktern. Tänzerischer Glanzpunkt zu Beginn war die Funkengarde mit ihrem Gardetanz.
Großes Finale mit Sängerin Kirsten Kreider und allen Tanzgruppen. Foto: Hannelore Nowacki