Die Gratiszeitung für Lampertheim und das hessische Ried
Sie sind hier: Startseite » Nachrichten » Quartiersmanagement unterstützte in der Coronakrise nachbarschaftliche Hilfen
Do., 16. Juli 2020, 12:56 Uhr
Bürgermeisterin Schader: Städtebauförderprogramm „Sozialer Zusammenhalt“geht gut voran
Quartiersmanagement unterstützte in der Coronakrise nachbarschaftliche Hilfen
Die Tafel Am Bildstock 79 hat mit Terminvergabe geöffnet. Über jüngere Verstärkung würde sich das Team der ehrenamtlichen Mitarbeiter freuen. Foto: Hannelore Nowacki
BÜRSTADT – In der Coronakrise zur Zeit der Kontaktbeschränkungen kam vieles anders als ursprünglich geplant, so fiel auch die festliche Eröffnung des Quartiersbüros in der Bürgermeister-Siegler-Straße 29 im März aus. Aber Quartiersmanager Jürgen Knödler hatte gleichwohl viel zu tun – im Quartiersmanagement stand das Thema „Nachbarschaftliche Hilfen in der Pandemie“ im Mittelpunkt der Aktivitäten. Aktuell ist Knödler mit den Folgen der Coronakrise befasst, mit der Koordination und Unterstützung von Leistungen für die Tafel und die Flüchtlingsunterkünfte, zum Lernausgleich und vieles mehr. Statt offener Sprechstunden können Termine mit Jürgen Knödler (E-Mail juergen.knoedler@buerstadt.de vereinbart werden. Quartiersmanagement und Quartiersbüro sind Teil der zentralen Maßnahmen von ISEK (integrierte städtebauliche Entwicklungskonzepte), die das Städtebauförderprogramm „Sozialer Zusammenhalt“ vorsieht. Als Bürstadt Ende 2017 mit dem Gebiet der östlichen Kernstadt in das Städtebauförderprogramm aufgenommen wurde und die Stadtverordnetenversammlung im Juni 2019 ISEK beschloss, hieß das Programm noch „Soziale Stadt“.
Im Rahmen eines Pressegesprächs, zu dem Bürgermeisterin Barbara Schader Dr. Jürgen Schmitt, den Projektleiter und Moderator von NH ProjektStadt und Dr. Michael Held, den stellvertretenden Vorsitzenden der Sozialen Partnerschaft (SOPA) sowie Jürgen Knödler eingeladen hatte, ging es um einige zentrale Maßnahmen. Das Programm mit Chancen der Weiterentwicklung in Bürstadt gehe gut voran, stellte Schader fest. Der Corona-Einkaufsservice für Risikogruppen in Zusammenarbeit mit der Sozialagentur Fortuna sei „relativ wenig“ nachgefragt worden, berichtete Knödler, was er durchaus positiv bewertet, da offenbar das soziale Gefüge funktioniere. Den Bewohnern in Gemeinschaftsunterkünften sei das Leben während der Quarantänemaßnahmen durch die Versorgung erleichtert worden. In Bürstadt habe es somit keine Probleme geben. Wissensdefizite durch geschlossene Schulen blieben nicht aus, weshalb in Zusammenarbeit mit dem Jugendhaus in den ersten Ferienwochen Betreuungsmöglichkeiten geschaffen wurden. Nicht jeder Haushalt verfüge beispielsweise über einen Drucker zum Ausdrucken der Hausaufgaben. Stadt und Schulen werden in den Herbstferien Lerncamps anbieten.
Für die Tafel jüngere Helfer gesucht Die Tafel Am Bildstock 79 ist seit 5. Mai wieder an zwei Tagen geöffnet, jedoch anders organisiert mit schriftlicher Terminvergabe und Beschränkung auf zwei bis drei Kunden zur gleichen Zeit im Laden. „Das funktioniert gut“, berichtete Quartiersmanager Jürgen Knödler. Schulspeisungen waren ausgefallen, was die Lage verschärfte. Da viele der ehrenamtlichen Mitarbeiter ab 65 zur Corona-Risikogruppe gehören, werden dringend zusätzliche jüngere Helfer gesucht. Die Fahrdienste zur Abholung der Lebensmittel konnten aufgestockt werden. Im Herbst ist ein Tag der offenen Tür zur Information geplant, jedoch kein Familienfest.Bürgermeisterin Schader sieht in dieser Krise auch Chancen durch die „Stärken, die wir erlebt haben“. Dieses Potenzial solle für die Zukunft weiter ausgebaut werden. Zum 10-jährigen Jubiläum der Tafel sei für die Ehrenamtlichen eine „Feierlichkeit“ geplant. Hannelore Nowacki