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  • Do., 13. Dezember 2018, 14:20 Uhr
    Digitales Fundament für zukünftige Modernisierungen und Erweiterungen gelegt

    Rathaus und Parlament total digital 

    Eintrittskarten für Veranstaltungen des Kulturbeirates werden nicht mehr in gedruckter Form vorrätig gehalten, sondern nur beim tatsächlichen Verkauf ausgedruckt, wie Wirtschaftsförderer Tim Lux mit Bürgermeisterin Barbara Schader vorführte, die sich zwei Eintrittskarten für Lars Reichow ausdrucken ließ und gleich am mobilen Terminal mit Bankkarte bezahlte. Diese Geräte sollen bei Veranstaltungen bereit stehen, außerdem im Rathaus und bei Pegasos, ansonsten läuft der Verkauf über EVENTIM. Foto: Hannelore Nowacki


    BÜRSTADT – In den Riedgemeinden geht die Digitalisierung voran, dabei sieht Bürgermeisterin Barbara Schader die Stadt Bürstadt „im guten Mittelfeld“. Viele kommunale Aufgaben in Bürstadt werden mit digitaler Unterstützung erledigt, digital ist schon seit Jahren ganz normal. Doch die Entwicklung Richtung Kommune 4.0 und digitales Rathaus geht weiter, wie beim Pressetermin am Dienstagnachmittag mit Bürgermeisterin Schader und Verwaltungsmitarbeitern im Detail vorgestellt wurde. Nicht nur die IT-Experten der Verwaltung, Michael Löffelhardt beim Bauamt und Thorsten Ofenloch im Hauptamt, zeigten sich begeistert und stolz auf das bereits Erreichte, auch einige Anwender kamen zu Wort und demonstrierten an praktischen Beispielen am Laptop und Tablet, wie gerne sie mit ihren neuen elektronischen Werkzeugen umgehen. 

    Schadensprävention draußen

    Zum Beispiel Mario Scheib, der als ehemaliger Bauhofmitarbeiter bei seiner Straßenbegehung in Bürstadt mit Bobstadt und Riedrode mit geschultem Blick Schäden an Straßen und Gehwegen mit Hilfe seines Tablets erfasst. Rote Punkte auf dem webbasierten Stadtplan markieren die Schäden, beim Anklicken sieht man, was er eingetragen hat, grüne Punkte zeigen an was erledigt ist. Seine Angaben werden in der ebenfalls webbasierten Datenbank gespeichert, bei gravierenden Schäden geht eine Meldung an die Tiefbauer des Bauhofs. Über diese Datenbank dokumentiert er den festen Kontrollturnus und Nachkontrollen. Das ist mobile Schadensprävention im öffentlichen Bereich und zugleich werden die Grundlagen für die städtische Haushaltsplanung ermittelt. Auch Klaus-Dieter Fröhlich ist bei seiner Arbeit für das Baumkataster draußen immer mit dem Tablet unterwegs. Jeder Baum ist in der Datenbank nummeriert und beschrieben, Schäden trägt er sofort vor Ort ein, auch Spielplätze kontrolliert er nach vorgegebenen Kriterien in der Datenbank auf Schäden. In den kommenden Jahren sollen weitere digitale Prozesse hinzukommen. Dr. Andreas Meyer von der Darmstädter Firma Geoventis, seit mehr als fünfzehn Jahren für die Stadt Bürstadt beratend tätig, hat diese Datenbank unter dem Motto „Bürstadt geht digital“ realisiert. Im Vergleich zu anderen Kommunen sieht er Bürstadt hier als Vorreiter. Wichtig sei, dass Anwender nach kurzer Einweisung von etwa zwei Stunden diese digitalen Arbeitswerkzeuge erfolgreich nutzen können. Kevin Winkler, beim Ordnungsamt für Verkehrsangelegenheiten zuständig, kann beispielsweise über die digitale Karte Fahrbahnmarkierungen und Schildererfassungen sogar mit Bildern dokumentieren, für die städtische Haushaltsplanung als Planungsdaten von Vorteil. 

    Das digitale Fundament

    In den letzten beiden Jahren habe die Stadt Bürstadt mit der technischen Unterstützung durch Geoventis Verfahren digitalisiert und in den Verwaltungsprozess integriert und für die interne mobile Verwaltung bereitgestellt, erklärte Dr. Meyer. Dafür wurde das digitale Fundament durch eine neue IT-Serverinfrastruktur gelegt, mit dem Potenzial für zukünftige Erweiterungen und Modernisierungen. Der Übergang, die Migration, habe während der täglichen Arbeit stattfinden können. Ein dreistufiges Backup-Konzept gehört dazu wie die eigene „Bürstadt Cloud“, über deren Daten die Stadt Bürstadt mit dem Magistrat die Hoheit ausübe. Zur Standardisierung für eine effektivere Verwaltung werde auch die komplette Umstellung der Telefonanlage auf IP-basierte Telefonie mit Einbindung mobiler Diensttelefone einschließlich Service bringen sowie die Ausstattung aller Arbeitsplätze mit neuen Endgeräten vom Rechner bis zum Monitor und Umstieg auf das aktuelle Betriebssystem. „Eine Riesenchance mit weniger Papier und erleichterten Verwaltungsprozessen“ sieht Bürgermeisterin Schader. Dabei werde nicht von oben bestimmt, was zu tun sei, betonte Schader, die Abteilungen und Mitarbeiter seien befragt worden und hätten ihre Wünsche geäußert wie auch beim neuen Druckerkonzept, das IT-Fachmann Thorsten Ofenloch vorstellte. Die neuen Drucker seien geleast und nicht an jedem Arbeitsplatz stehe ein Drucker. Das sei auch ganz im Sinne der Gesundheitsförderung mit mehr Bewegung gut, meinte Schader. Ofenloch wies darauf hin, dass für die Daten „in der Cloud“ bei der cc-egov GmbH kein interner Administrator im Rathaus nötig sei. Bürgermeisterin Schader stellte fest: „Sie brauchen Menschen, die das mit Leidenschaft übernehmen“. 

    Digitaler Kartenverkauf und papierlose Ratsarbeit

    Umgestellt wurde mit Beginn der Spielzeit 2018 der Verkauf von Eintrittskarten für Veranstaltungen des Kulturbeirats auf ein elektronisches Kartensystem mit sämtlichen Kartenverkäufen über Vertriebspartner CTS EVENTIM auf der Homepage der Stadt Bürstadt. 

    Timo Spreng vom Parlamentsbüro ist dafür zuständig, dass die Stadtverordneten und Magistratsmitglieder jederzeit mit allen Unterlagen versorgt sind und die öffentlichen Dokumente für die Bürger im Bürgerinformationssystem der Stadt Bürstadt verfügbar sind. Zwar werden alle Unterlagen seit 2003 in digitaler Form gespeichert, doch nun wird die papierlose Ratsarbeit im aktuell verwendeten System ALLRIS 3.9.2 der Firma cc-egov angestrebt. Ziel seien 100 Prozent, erklärte Spreng, der es sonst gewohnt war dicke Papierstapel zu verteilen. Die Sitzungsunterlagen werden elektronisch zur Verfügung gestellt und die Daten tagsüber stündlich aktualisiert. Bei Sitzungen lasse sich die Tagesordnung live aktualisieren. Im System ALLRIS 4.0 im Jahr 2019 kommt das webbasierte Arbeiten innerhalb der Verwaltung und die Auslagerung der ALLRIS-Datenbank auf den Server der Firma cc-egov, womit zusätzliche Serverinfrastruktur geschaffen werde. Hannelore Nowacki

     

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