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  • Fr., 05. Februar 2016, 00:45 Uhr
    Prinzenpaar siegt im abgesteckten Duell gegen Babsi vom Kampfmittelräumdienst

    Rathaussturm auf der Baustelle

    Stolz reckt das Prinzenpaar Erhard I. und Silke I. den Stadtschlüssel in die Höhe — das Rathaus war gefallen. Foto: Benjamin Kloos


    BÜRSTADT – Chancenlos war die die Belegschaft bei der Verteidigung ihres Rathauses  auch in diesem Jahr – wenn auch in abgesteckter Version. Pünktlich um 17.11 Uhr erschienen das Prinzenpaar Erhard I. und Silke I. in Begleitung aller Bürstädter Fastnachtsvereine und unter musikalischer Unterstützung seitens des Musikzuges der Freiwilligen Feuerwehr Bürstadt/Hofheim, um den Sturm auf das Rathaus zu wagen.

    Doch in diesem Jahr war einiges anders: Aufgrund der Baustelle für die alla hopp!-Anlage fand der Rathaussturm in diesem Jahr im Innern des Rathauses statt. Bereits von außen war jedoch erkennbar, dass die Baustelle kurzerhand auch in die Räume des Rathauses verlegt worden war. Dem Hinweis „Alla hopp, zur Babsi geht's in de 1. Stock” folgend mussten sich die Karnevalisten zunächst einen Weg durch ein Labyrinth bahnen, bevor auf der Treppe nicht nur Absperrband, sondern auch eine Reihe von Fragen – abwechselnd an Prinzessin und Prinz – warteten. Zur Freude der Verteidiger war so manche Antwort falsch, und so musste das Prinzenpaar zur „Strafe” diverse Fastnachtslieder, natürlich auch der „Bäschdädder Sainäwwelskett” singen.

    Doch am Ende erwies sich diese Verteidigungsstrategie als wertlos, und so zogen sich die Verteidiger des Rathauses vor die Tür des Sitzungszimmers zurück, dicht gefolgt von der großen Schar an bunt, blau-weiß oder rot-weiß gekleideten Karnevalisten.

    Bürgermeisterin Barbara Schader vertrat den Kampfmittelräumdienst – als letztes Aufgebot der Verteidiger hatte sie noch einmal eine besondere Aufgabe für die närrischen Angreifer bereit. Foto: Benjamin Kloos


    Hier folgte ein wahres Reimfeuerwerk, das sich Michael Molitor auf der einen und die Vorsitzende der Vereins-AG, Sandra Beilstein, auf der anderen Seite lieferten. Mit zahlreichen Spitzen, Angriffen und vor allem viel Humor. Doch am Ende kam es, wie es kommen musste: Nach einer Verletzung seiner Hand war Michael Molitor nicht mehr in der Lage, die Verteidigungslinie aufrecht zu erhalten und die Narren triumphierten auch hier.

    Das Rededuell war entschieden, doch die Verteidiger des Rathauses hatten noch eine Geheimwaffe in der Hinterhand: Der Deutsche Kampfmittelräumdienst, in Person von Bürgermeisterin Barbara Schader, versuchte mit einem letzten Aufbäumen den Sieg der Narren in letzter Minute zu verhindern. In einer Sandgrube, einer Minensuche nachempfunden, wartete der Schlüssel zum Schloss, dass den Eingang zum Sitzungszimmer und damit zum Vorzimmer der Bürgermeisterin versperrte.

    Doch am Ende waren die Narren siegreich, nicht nur bei den Fragen, Spielen und  im Wortduell behielten sie am Ende die Oberhand, sondern auch bei der letzten Aufgabe. Und so fiel durch Stadtprinzessin Silke I. das letzte Hindernis auf dem Weg ins Sitzungszimmer, so dass Bürgermeisterin Schader nur das Schwenken der weißen Fahne blieb. Dabei hatte das Prinzenpaar für eine Überraschung und staunende Augen bei den Verteidigern des Rathauses gesorgt: Denn bereits im Vorfeld hätten sie sich den Schlüssel zum Rathaus erschlichen und bereits vorab spioniert – mit dem Ergebnis, dass die Mitarbeiter der Verwaltung ruhig auch weiterhin die Arbeit machen könnten, während sie selbst feiern.

    Im Sitzungszimmer angekommen unterzeichnete Barbara Schader die Kapitulationsurkunde, die sogleich durch das Prinzenpaar angenommen wurde. Somit liegt die Macht in der Sonnenstadt bis zum Aschermittwoch in den Händen von Silke I. und Erhard I.. Bei der folgenden Proklamation des Prinzenpaares durften natürlich auch die Spitzen gegen die geliebt-gehasste Nachbarstadt Lampertheim nicht fehlen. So sei es der Bürgermeisterin verboten, sich durch den Lampertheimer Bürgermeister Gottfried Störmer beeinflussen zu lassen – um nur die harmloseste Forderung zu nennen. Denn am kommenden Dienstag werde das Bürstädter Prinzenpaar durch die Teilnahme am Lampertheimer Fastnachtsumzug endgültig die Macht in der Nachbarstadt übernehmen – anschließend könne man sich Gedanken machen, auch Biblis nach Bürstadt zu integrieren.

    Die Schlacht war geschlagen, doch am Ende herrschte eitel Sonnenschein in der Sonnenstadt und so feierten Rathausmitarbeiter und Karnevalisten gemeinsam den Start in die heiße Phase der Fastnachtszeit. Benjamin Kloos



     

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