Landrat Engelhardt auf Sommertour zum Thema „Nachhaltige Landwirtschaft“ – Broschüre der Direktvermarkter
Regionales Gemüse frisch auf den Tisch
Landrat Christian Engelhardt (Mitte) besuchte bei seiner Sommertour landwirtschaftliche Betriebe im Kreis Bergstraße, begleitet von Simone Walter, Expertin aus der Landwirtschaftsabteilung in seiner Behörde. Von Vollerwerbslandwirt Siegbert Ochsenschläger in Biblis-Wattenheim hörte er von den neuesten Entwicklungen und besuchte beim Hofrundgang auch das Hoflädchen in der Rheinstraße. Foto: Hannelore Nowacki
WATTENHEIM – Sonniges Sommerwetter mit wenig Wind am Mittwoch, das war ideales Wetter zum Fahrradfahren. An diesem schönen Tag war Landrat Christian Engelhardt dienstlich mit dem Fahrrad von Fürth im Odenwald bis nach Biblis-Wattenheim unterwegs. Bei seiner diesjährigen Sommertour unter dem Leitgedanken nachhaltiger Entwicklungen und nachhaltiger Landwirtschaft im Kreis Bergstraße begleitete ihn als Expertin für die Landwirtschaft Simone Walter, stellvertretende Fachbereichsleiterin Landwirtschaft im Kreis Bergstraße, die ihrem Chef beim Besuch landwirtschaftlicher Betriebe wie bei Direktvermarkter Siegbert Ochsenschläger in Wattenheim fachlich zur Seite stand. Auch bei der Fahrradtour von Fürth, über Heppenheim, Lorsch und Einhausen war fachkundige Begleitung im Tross, wie Landrat Engelhardt bei der Ankunft vor Ochsenschlägers Hoflädchen berichtete – Mitglieder des ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club) hätten auf Gefahrenstellen für Radfahrer hingewiesen. Bei Landwirt Ochsenschläger war Landrat Engelhardt nicht zum ersten Mal. Schon während seines Wahlkampfes habe er den Betrieb kennengelernt, damals als Gastgeber mit gemütlichen Fremdenzimmern für Mitglieder seines Wahlkampfteams. Im Kreis Bergstraße mit seiner vielfältigen Natur und seiner besonderen Lage als Teil zweier Metropolregionen, wie Engelhardt betonte, gehe es ihm darum, dass die Entwicklung für Mensch und Umwelt verträglich geschehe. Ein Thema, das auch Landwirt Ochsenschläger umtreibt. Beim Anbau seiner 20 verschiedenen Kartoffelsorten und vieler Gemüsesorten, von denen einige gar nicht mehr allen Verbrauchern bekannt sind, setzt er auf gute Umweltbedingungen und zieht so viele Pflanzen wie möglich selbst heran. Als kleiner Vollerwerbsbetrieb und Direktvermarkter habe er jedoch eine Preiskonkurrenz im Lebensmittelhandel, die er besonders bei seinen Schweinen, den beiden alten, edlen Rassen Bentheimer Landschwein und dem englischenBerkshireschwein sowie den Freilandhähnchen spüre. Während in Deutschland eine einzige Hühnerrasse dominiert, kommen seine Nackthalshühnchen, die gerade heranwachsen, aus Frankreich, wo er die Küken selbst abholt. Innovativ und spannend nannte Landrat Engelhardt die Vermarktungsart der „solidarischen Landwirtschaft“. Dabei versorgt Landwirt Ochsenschläger zurzeit 22 teilnehmende Kunden mit frischem Gemüse aus eigenem Anbau für monatlich 90 Euro. Das Projekt hat er in diesem Jahr ins Leben gerufen und bietet noch weiteren Kunden die Möglichkeit der Teilnahme. Kleine Haushalte können mit der halben Gemüsemenge teilnehmen. Immer das, was gerade Saison hat und erntereif ist, gibt es. „Die Ernte teilen“ ist das Motto, erklärte Siegbert Ochsenschläger. Der Landrat berichtete von Bemühungen des Landkreises als Schulträger gemeinsam mit den Landfrauen, den Kindern in der Schule die hochwertigen regionalen Lebensmittel nahezubringen und deren Zubereitung kennenzulernen. Zum Beispiel sei häufig nicht bekannt, was man aus dem leckeren Wirsing machen kann. Was gibt es alles im Nibelungenland, im Ried, an der Bergstraße, im Odenwald und im Neckartal und wann sind die Erntezeiten des heimischen Obstes und Gemüses? Diese und viele weitere Informationen hat der Kreis Bergstraße in der handlichen Broschüre zum Thema „Direktvermarkter Kreis Bergstraße“ zusammengetragen, die auch im Hoflädchen Ochsenschläger zum Mitnehmen ausliegt. Landrat Engelhardt wies darauf hin, dass der Einkauf beim örtlichen Direktvermarkter die Umwelt durch kurze Transportwege schone und gleichzeitig die regionale Wirtschaft stärke. Außerdem seien die Produkte lecker und gesund. Im Internet kann man auf der Seite www.nibelungenland.net in der Broschüre blättern und sehen, welche Direktvermarkter ganz in der Nähe erreichbar sind. Auf seiner weiteren Sommertour stieg Landrat Engelhardt aus Termingründen auf das Auto um. Nach dem Besuch des Neubaugebiets Helfrichsgärtel III, wo der Energiewohnpark durch den Bauträger MKM entsteht, stand ein Treffen mit der DLRG am Rhein auf dem Programm, wo das Baden verboten und gefährlich ist. Darauf wolle er die Bevölkerung besonders hinweisen, sagte Engelhardt. Abschließend besuche er das Zeltlager der Kreisjugendfeuerwehren in Bensheim. Hannelore Nowacki