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  • Di., 24. September 2019, 12:55 Uhr
    FDP Lampertheim nutzte Markttag zum Bürgerdialog

    „Reichen die Öffnungszeiten des Wertstoffhofs aus?“ 

    LAMPERTHEIM - „Dem Volk aufs Maul geschaut“ lautet eine alte und mitunter abfällig verstandene Beschreibung von Bürgernähe. Doch genau darum ging es der spargelstädter FDP am Samstag. Die Freien Demokraten wollten das Konzept des Informationsstandes einmal genau umgekehrt aufziehen: Wo sonst am Informationsstand einer Partei Positionen an die Bürger gebracht werden, holten die Liberalen diesmal die Meinung der Passanten völlig ergebnissoffen ein. 

    Statt Broschüren und Plakaten gab es am Stand nur einen großen Block, auf dem die Frage Stand, ob die Bürger die Öffnungszeiten des Wertstoffhofes in Lampertheim für ausreichend halten. Damit sollte die anhaltende Diskussion um den ZAKB (Zweckverband Abfallwirtschaft Kreis Bergstraße) einmal auf eine ganz einfache Ebene gebracht werden. Das Ergebnis erhebt keinen Anspruch auf irgendeine Repräsentativität. Gleichwohl sein aber genannt, dass die Mehrheit der Passanten sich mit den Öffnungszeiten zufrieden zeigten. Einzelne Voten kritisierten die Höhe der Gebühren und es gab die Anregung, in der Hauptphase des Baumbeschnitts von Oktober bis März die Öffnungszeiten auszuweiten.

    „Wir haben zu der gestellten Eingangsfrage bewusst keine erklärte Position, wohl aber private Meinungen. Wir möchten mit den Menschen in dieser Stadt ganz ohne Vorzeichen ins Gespräch kommen. So erfahren wir am besten, wo der Schuh drückt und können dies gestalterisch in der Politik aufgreifen“, so Thomas Bittner, Vorsitzender des FDP-Stadtverbandes.  

    Schnell gingen die Gespräche über die Eingangsfrage hinaus und der gewünschte Effekt trat ein. Die Besucher des Marktes kritisierten beispielsweise die geplante Verlegung der Musikschule zum Biedensand. Auch der Markt selbst war natürlich ein Thema und so kam es wiederholt zu der Feststellung, dass die Lampertheimer auch selbst für dessen Fortbestand Verantwortung tragen: „Wenn Leute einen Markt wollen, dann müssen sie am Samstag auch auf diesen Markt gehen“, lautete die einfache Formel. In den mitunter auch sehr grundsätzlichen Gesprächen kam auch die Kritik daran auf, dass viele Zeitgenossen nur eine geringe Bereitschaft aufbringen, sich auf neue Alternativen einzulassen. In  den Diskussionen rund um die Parksituation wurde es dann schnell wieder sehr bodenständig, was sich in der Feststellung vorsetzte, dass Veranstaltungsangebote in der Innenstadt wie das Public Viewing nicht angenommen werden. Ganz ähnlich ausgerichtet bemerkten die Dialogpartner der Liberalen an diesem Morgen, dass die Bereitschaft, sich bei Aktivitäten wie Beispielsweise der Kerwe zu engagieren, deutlich abnimmt und das die dörfliche Gemeinschaft abhandenkommt. 

    Bittner zeigte sich mit dem Ergebnis des Vormittags sehr zufrieden: „Es ist erfrischend, die gewohnten Wege zu verlassen und wir haben neue Einsichten gewonnen. Wir werden dieses Format ganz sicher wiederholen.“ zg

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