Fr., 15. Juli 2016, 08:35 Uhr
Florian Seidel bot Besuchern der Vernissage interessante Einblicke
Reisefotos aus Nordkorea – neue Ausstellung im Rathausfoyer

Die neue Ausstellung mit Fotografien von Florian Seidel im Rathausfoyer von zwei Reisen nach Nordkorea zog die Besucher der Vernissage in ihren Bann und regte zu Gesprächen an. Foto: Hannelore Nowacki
BÜRSTADT – Wenn Florian Seidel verreist, dann mit Fotokamera und einem wachen Blick für die Besonderheiten des Landes. In der Demokratischen Volksrepublik Korea, besser als Nordkorea bekannt, war der Fotograf aus Leidenschaft vor drei Jahren gleich zweimal zu Besuch, acht Tage im April und Mai und dann noch einmal acht Tage im Oktober. Eine Auswahl mit 26 Bildern ist in den nächsten Wochen im Foyer des Rathauses zu besichtigen. „Nordkorea – überraschende Einblicke“ ist das Thema der Ausstellung, die am Dienstagnachmittag eröffnet wurde und bei der Vernissage die zahlreichen Besucher faszinierte und zu vielen Fragen an Florian Seidel anregte. Stadtrat Herbert Röchner und Katrin Rademacher, beim Hauptamt für die Organisation der Ausstellungen zuständig, eröffneten die Vernissage. Wer Nordkorea mit den gängigen Nachrichten nur aus dem Fernsehen und den Schlagzeilen kennt, bekommt bei der Ausstellung Einblicke in eine fremde Lebenswelt, die andererseits so fremd gar nicht erscheint, wenn man die Menschen beim Picknick im Wald sieht. Die Hauptstadt Pjöngjang mit moderner Hochhausbebauung und solarbetriebenen Straßenlaternen hat Florian Seidel im Bild festgehalten, ebenso wie grüne Landschaften im Norden des Landes und monumentale Gedenkstätten. Zu jedem Bild hat er eine Geschichte zu erzählen, die er für die Besucher als schriftliche Anmerkungen ausgelegt hat. Seiner persönlichen Führung schlossen sich die Besucher gerne an. Aus direktem Erleben erfuhren sie, wie man als westlicher Besucher in Nordkorea reist und auch ständige Begleiter an die Seite bekommt. Bei Sekt und Kuchen verweilten die Besucher noch eine ganze Weile bei Gesprächen mit Blick auf die Bilder. Der 39-jährige Florian Seidel, der selbst nicht fotografiert werden wollte, lebt seit zehn Jahren in Japan in einer hier weitgehend unbekannten Stadt mit 450.000 Einwohnern zwischen Osaka und Kobe, arbeitet dort als Lektor in einer Softwarefirma und kommt jedes Jahr im Sommer für einige Wochen nach Deutschland, um hier auch das kühlere Klima zu genießen. In Bürstadt hat er bis zu seinem Abitur gelebt. Letztes Jahr waren im Rathausfoyer seine Fotografien zum Thema „Verlassen und vergessen – moderne Ruinen in Japan“ ausgestellt. Hannelore Nowacki