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  • Do., 19. Mai 2016, 11:22 Uhr
    63 Brunnenwasserproben eingereicht – klares Wasser garantiert nicht Reinheit

    Rekordreifer Ansturm auf das Labormobil vom VSR-Gewässerschutz



    Großer Andrang beim Labormobil am Mittwochvormittag. Brunnenwasser wird gerne genutzt, aber viele Bürstädter wollen genau wissen, was da aus der Tiefe kommt. Foto: Hannelore Nowacki

    BÜRSTADT – Der eigene Brunnen am Haus liefert klares Wasser, aber ist es auch wirklich rein und geeignet als Gießwasser für Gemüse oder für das geliebte Planschbecken der Kinder? Oder bekommt es der Waschmaschine und dem Teich im Garten? Viele Bürstädter wollten es ganz genau wissen und brachten am Mittwochvormittag Wasserproben in Flaschen und Behältern zum Labormobil des VRS-Gewässerschutzes. Auch eine trübe gelbliche Brühe kann aus dem Bürstädter Untergrund kommen, dann deute dies auf viel Eisen hin, erfuhren die Brunnenbesitzer nach optischer Betrachtung. Zu den erforderlichen Angaben gehörten die Brunnentiefe und der Ortsteil. Die Schlange riss fast zwei Stunden lang nicht ab, doch Diplom-Ingenieur Harald Gülzow arbeitete zügig, nahm die Aufträge an, kassierte die Gebühr und versorgte die Wasserproben. Die kleine Gießwasserwasseruntersuchung auf Nitrat, Eisen, pH-Wert und Leitfähigkeit konnte der Experte gleich im Labor vor Ort durchführen, doch war diese kostengünstige Analyse wenig gefragt. Mit 15 Minuten dauerte die Nitratbestimmung am längsten. Den Brunnenbesitzern ging es um wichtige zusätzliche Erkenntnisse über coliforme Keime und Stoffe wie Mangan, Nitrit und Phosphat oder auch halogenhaltige Pestizide. In etwa zwei Wochen werden sie das Gutachten mit den exakten Analyseergebnissen und Bewertung im Briefkasten haben. Am Ende hatte Harald Gülzow 63 Wasserproben entgegengenommen. „Das ist doppelt so viel wie an anderen Standorten“, erklärte er im Gespräch mit dem TIP. Mit dem Labormobil ist Gülzow in deutschen Landen unterwegs, als nächste Station am Mittwoch hatte er Speyer eingeplant. Alle drei bis vier Jahre komme er nach Bürstadt - das letzte Mal habe der Marktplatz noch ganz anders ausgesehen. Die Erfahrung zeige bislang, dass in Bürstadt jeder vierte Brunnen zu viel Nitrat liefere. In drei Wochen gebe es die kompletten neuen Ergebnisse, stellte der Experte in Aussicht. Der als gemeinnützig anerkannte Verein VRS-Gewässerschutz hat seinen Sitz in Geldern, unternimmt auch Messfahrten an Flüssen und Bächen, macht die Ergebnisse seiner Projekte öffentlich bekannt und stellt Forderungen an die Politik. Hannelore Nowacki

     
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