100 Tage im Amt: Bürgermeister Felix Kusicka zieht Bilanz / Bürgerbeauftragte hilft zukünftig noch besser zu werden / Personalreduzierung im Rathaus
„Relativ schnell in der Tätigkeit angekommen”
Bürgermeister Felix Kusicka fällt das Lächeln nicht schwer, denn für die ersten 100 Tage seiner Amtszeit zieht er eine positive Bilanz und weitere Ziele stehen bereits fest. Foto: Hannelore Nowacki
BIBLIS – Auf dem Schreibtisch von Bürgermeister Felix Kusicka steht ein schöner Strauß mit roten Gartenrosen und die dicken Unterschriftenmappen sind gut gefüllt. Die vielzählige Verkabelung von Computer und Telefon zeigt, der Bürgermeister ist gut vernetzt. 100 Tage sind seit seinem Amtsantritt vergangen, Zeit eine erste Bilanz zu ziehen, wie Bürgermeister Kusicka bei einem Pressegespräch in seinem Dienstzimmer in lockerer Atmosphäre erklärte. Und er ließ keinen Zweifel daran, dass sich diese Bilanz sehen lassen kann. Macht die Arbeit immer noch Spaß? Kusicka musste nicht lange überlegen: „Das kann ich mit einem klaren Ja beantworten“, teilte er mit. In der Liste der bereits abgearbeiteten Themen steht der Feuerwehrvertrag mit Groß-Rohrheim ganz oben, gefolgt von der Stromkonzession, die in der Gemeindevertretung auf den Weg gebracht wurde. Die Gebührenerhöhung der Kindergärten sei realisiert worden und noch vor der Sommerpause werde der Haushaltsplan dem Konsolidierungskonzept entsprechend vorgelegt.
Ziel sei, den Haushaltsplan im Oktober einzubringen, damit ihn die Kreisaufsicht nach der geplanten Verabschiedung im Dezember prüfen könne. Das im Jahr 2012 beschlossene Konsolidierungskonzept beinhalte bis 2021 eine Personalreduzierung im Rathaus von 6,5 Stellen. Das heißt, nach dem planmäßigen Ausscheiden von Mitarbeitern in den Ruhestand werden die Stellen nicht mehr besetzt. Aufgaben und Organisation müssen daher neu justiert werden, erklärte Kusicka und kündigte „eine neue Kommunikationsbasis“ an. Darauf seien die Mitarbeiter durch Gespräche vorbereitet. Um einen kontinuierlichen Übergang der Aufgaben zu erreichen, werde er zukünftig bei Projektthemen sowohl mit den Abteilungsleitern als auch mit beteiligten Mitarbeitern sprechen. Die Außendarstellung der Gemeindeverwaltung ist ein zweiter Fokus, auf dem Weg dorthin seien bereits kleine Veränderungen realisiert, wie im Eingangsbereich des Rathauses zu sehen. E-Mails werden im einheitlichen Layout verschickt.
Durch eine Ringschaltung werde den Bürgern eine größere Erreichbarkeit geboten, letzten Endes trete ein Anrufbeantworter in Aktion, der das Anliegen bei Abwesenheit aufnimmt. Wie wird die Gemeindeverwaltung noch besser? Wo bringen Bürger ihre Anliegen vor? Darum kümmert sich zukünftig die Bürgerbeauftragte, eine Neuerung in der Gemeindeverwaltung. Birgit Wolf vom parlamentarischen Büro nimmt diese Aufgabe zusätzlich wahr. In der zweiten Jahreshälfte werde das Konsolidierungskonzept fortgeschrieben und der Strukturwandel werde weitergeführt, erläuterte Kusicka. Voraussichtlich Ende des Jahres gebe es grünes Licht für Fördergelder des Landes Hessen und aus dem Efre-Fonds der Europäischen Union. „Unser Ziel ist, die Förderrate hochzuschrauben“, bekräftigt Kusicka. Die interkommunale Zusammenarbeit will Kusicka forcieren, im Kern gehe es darum, „gemeinsame Aufgaben zu erledigen, ohne die eigene Identität und Handlungsfähigkeit aufzugeben, denn wir haben mit dem Strukturwandel ein Riesenprojekt vor uns. Dafür brauchen wir Kapazitäten an anderer Stelle“. Bei einer Mitarbeiterbesprechung am Dienstag sei auch dies zur Sprache gekommen.
Wie waren diese ersten 100 Tage für ihn selbst? „Ich war relativ schnell in der Tätigkeit angekommen“, sagt Kusicka, dabei seien ihm die 18 Jahre in der Stadtverwaltung Darmstadt zu Gute gekommen. „Die Mitarbeiter und ich haben uns in der Zusammenarbeit aneinander gewöhnt – wir sind sehr schnell und strukturiert an die Themen herangegangen und haben in einzelnen Bereichen einen Konsens gefunden“. Ihn als Verwaltungschef anders zu erleben als auf der früheren politischen Seite, habe die Mitarbeiter durchaus positiv überrascht. Als Bürgermeister sei er für die Bürger rund um die Uhr ansprechbar, „das ist ein anderes Arbeiten“. Sichtlich gut gestimmt meint Kusicka: „Insgesamt ist alles machbar, die kleinen Zeitfenster nutzt man durchaus intensiver“. Im Büro auf der weißen Magnettafel ganz oben, dort wo auch das neue Logo von Biblis zu sehen ist, hat ein schön geschwungener Schriftzug seinen Platz: „Bitte lächeln“. Kusicka gefällt diese künstlerische Empfehlung, ein Geschenk von Ottilie Gräf zum Amtsantritt am 1. April.