BESONDERES ERLEBNIS: Biblis auf den Beinen - bei 1. Biwwelser Lichterfahrt mit 26 Traktoren
Rollendes vorweihnachtliches Lichterfest
Die 1. Biwwelser Lichterfahrt - ein motorisiertes Weihnachtswunder, das den Zuschauern großen Spaß machte. Foto: Hannelore Nowacki
BIBLIS – Als die Dämmerung sich am Sonntag gegen 17 Uhr über das Ried legte, kam in Biblis ein besonderes Strahlen in die Gesichter am Straßenrand – am Horizont blitzten die blauen Lichter eines Polizeiwagens auf und gaben damit weithin sichtbar das Signal: Jetzt beginnt die 1. Biwwelser Lichterfahrt auf einem Rundkurs durch den Ort – über die Bürstädter und Darmstädter Straße, Lenaustraße, Lindenstraße, Freiherr-vom-Stein-Straße, wieder zurück über die Darmstädter Straße, Kirchstraße, Wattenheimer Straße, Josef-Seib-Brücke, Berliner Straße, Am großen Weichweg, Im Helfrichsgärtel, Breslauer Straße, Berliner Straße und zurück zum Treffpunkt. Das bunte Funkeln in der Ferne auf der Josef-Seib-Brücke zur Bürstädter Straße hin kündigte ein rollendes Lichterfest an. An der Spitze fuhr die Organisatorin Ann-Cathrin Müller auf ihrem Oldtimer-Traktor fröhlich winkend vorbei, eine große rote Schleife auf ihrem Traktor war ihr Erkennungszeichen. Am Ende sicherte ein mit bunten Lichtergirlanden verziertesFeuerwehrlöschfahrzeug der Bibliser Freiwilligen Feuerwehr die Lichterfahrt. Viele Zuschauer hatten sich frühzeitig einen guten Platz an der Straße gesichert, möglichst mit freiem Blick auf das außergewöhnliche Geschehen ohne parkende Autos im Blickfeld. Bevor die Zufahrt von der B 44 in die Bürstädter Straße für den Verkehr gesperrt wurde, kam es zu einer anderen Art Lichterfahrt – unzählige Auto mit hiesigem Kennzeichen und aus der gesamten Region fuhren Richtung Darmstädter Straße und bildeten mit den Scheinwerfern eine fast unendliche Lichterkette. In Biblis hat man so einen Ansturm wohl noch nicht gesehen. Dass hier etwas Außergewöhnliches geboten wird, war auch im TIP angekündigt und hatte sich herumgesprochen. Ganz Biblis schien auf den Beinen zu sein, die kleinen Kinder staunten und die erwachsenen Zuschauer winkten und jubelten den Traktorbesatzungen zu. Das Warten hatte sich gelohnt, denn ein solches Ereignis war bis jetzt einzigartig. Zu sehen gab es auf den Traktoren und Anhängern Weihnachtsmänner, einen leuchtenden Schneemann, funkelnde Sterne, Lichtergirlanden und Figuren. Sehenswerte Oldtimerschätzchen tuckerten gemütlich vorbei und große moderne Traktoren bewiesen, dass sie auch romantisch sein können. Gut gelaunte Besatzungen winkten zurück. Wie Ann-Cathrin Müller von ihren Mitfahrern beim Treffen nach der Rundfahrt hörte, waren auch sie begeistert und würden im nächsten Jahr wieder mitmachen. Das freut die Organisatorin,die selbst von der Resonanz der vielen Zuschauer überrascht ist, wie sie dem TIP erzählte. „Damit hat keiner gerechnet“, meinte sie immer noch überwältigt. An den beiden Altenheimen sei die Lichterfahrt langsam vorbeigefahren, um den Bewohnern, die auf Balkonen und an den Fenstern standen, eine vorweihnachtliche Freude zu bereiten.
Das rollende Lichterfest begeisterte Bibliser und auswärtige Zuschauer. Foto: Hannelore Nowacki
Für die Vorbereitung von der Idee bis zum Rundruf bei den ihr bekannten Traktorfreunden und Oldtimerbesitzern und der Absprache mit dem Bürgermeister, dem Ordnungsamt und der Feuerwehr war nur eine Woche vergangen. Weihnachtsmärkte waren abgesagt, die Weihnachtsstimmung fehlte, das fand Ann-Cathrin Müller zu traurig, da kam ihr die Idee mit der Biwwelser Lichterfahrt. Die 28-Jährige hat zu Traktoren eine besondere Beziehung, nicht allein weil sie in der Hüttenfelder Schäferei landwirtschaftlich tätig ist, mit ihrem Mann hat sie einst ihren kleinen alten Traktor auseinandergenommen und wieder in einen guten Zustand versetzt. Schon immer wollte sie einen eigenen Traktor haben, der ist dann eines ihrer Hobbys geworden. Der kleine Oldtimer muss sogar Leistung bei der Heuernte bringen. Außerdem fährt ganze Familie auf Traktoren ab. Dass sie so spontan beim Rundruf so viele Traktoren- und Oldtimerbesitzer zum Mitmachen bewegen konnte, liege daran, dass sich irgendwie alle kennen, der Kontakt entwickle sich automatisch bei Traktortreffen und wenn man Ersatzteile braucht. Zunächst hatte sie mit 20 Traktoren gerechnet, dann waren es 26 Traktoren geworden. Weite Wege wurden nicht gescheut, ein Traktor kam aus Darmstadt, einer aus Mannheim. Weitere Teilnehmer waren aus Biblis, Viernheim, Worms, Lampertheim, Hofheim und Riedrode angefahren. Hannelore Nowacki