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Do., 13. März 2014, 10:44 Uhr
Arbeitskreis Dorferneuerung arbeitet im siebten Jahr
Sachstandsbericht Messplatzbebauung fährt die Emotionen hoch
Ortsvorsteher Hans-Georg Gött (Mitte) und Moderator Stefan Lösch führten durch die Sitzung. Landschaftsarchitekt Ronald Ofenloch (hinten) stellte seinen ersten Planungsentwurf für die Außenanlagen des Alten Rathauses vor, der die Wunschliste des AK Dorferneuerung aufnehmen sollte. Foto: Hannelore Nowacki
BOBSTADT – Die öffentliche Sitzung des Arbeitskreises (AK) Dorferneuerung am Dienstagabend, zu der Moderator Stefan Lösch im Auftrag der Stadt Bürstadt die Mitglieder und interessierten Bürger eingeladen hatte, zählte zu den am besten besuchten Sitzungen in der Geschichte des AK Dorferneuerung. Ortsvorsteher Hans-Georg Gött begrüßte die „so zahlreich“ erschienenen Bürger. Über dreißig Teilnehmer waren gekommen, viele waren zum ersten Mal dabei. Die „Neuen“ ermunterte Lösch am Schluss, sich als Mitglied mit E-Mail-Adresse in die Teilnehmerliste einzutragen und zukünftig mitzuarbeiten. Zu diesem Zeitpunkt waren zweieinhalb Stunden vergangen, einige Gemüter hatten sich erhitzt, die Emotionen waren hochgekocht. Die Argumente und Angriffe wurden im Schlagabtausch vielfach vehement vorgetragen, aber auch besonnene Stimmen meldeten sich zu Wort. Im Brennpunkt war der Tagesordnungspunkt 3 mit der schlichten Beschreibung „Sachstandsbericht Bebauung Messplatz“. Zuvor hatte der Bürstädter Landschaftsarchitekt Ronald Ofenloch einen ersten Planungsentwurf für die Erneuerung der Außenanlagen des Alten Rathauses vorgestellt. Der AK Dorferneuerung hatte eine Wunschliste beraten und dem Ortsbeirat übergeben, die Stadt Bürstadt erteilte Ofenloch den Auftrag. „Wie die Fläche vor dem Alten Rathaus nach diesen Wünschen genutzt werden soll, ist es von der Größe her fast nicht machbar“, erklärte Ofenloch. Der Blick auf das Rathaus solle immer offen bleiben, beschrieb Ofenloch das generelle Ziel. Daher müssten die alten Bäume einer jungen Bepflanzung mit schmalkronigen Bäumen Platz machen. Für den Erhalt der alten, gesunden Bäume sprach sich AK-Mitglied und Ortsbeirätin Ursula Cornelius aus. Sonnenschirm wie Sitzbänke sollen nicht ortsfest installiert werden. Als Hauptmerkmal solle eine „große, multifunktionale Fläche“ entwickelt werden, die im Bedarfsfall um die zwei von der Stadt Bürstadt geforderten PKW-Parkplätze zu erweitern wäre. Bereits im Sanierungsplan enthalten sei die Behindertenrampe zum Erreichen des barrierefreien Erdgeschosses. Eine Garage diene der Deponierung von Stühlen und sonstigem Material. „Entsprechend dem dörflichen Charakter“ sollen drei Monolithe als Wasserspiele den Brunnen an anderer Stelle ersetzen. Erhalten bleiben die Fahnenmasten, die historischen Grenz- und Gemarkungssteine sollen sichtbarer platziert werden. Ofenloch regte einen einheitlichen Belag für die neue Fläche und den Bürgersteig an. AK-Sprecher Volker Utz widersprach diesen Vorstellungen vehement.
Das alte Rathaus in Bobstadt - innen bald saniert. Foto: Hannelore Nowacki
Der Arbeitskreis wolle am Alten Rathaus einen Treffpunkt für Senioren schaffen, diese seien auf eine fest installierte Sitzgruppe angewiesen, auch ein Tisch sei wichtig. Ein unmittelbarer Nachbar hingegen fürchtet bei dieser Möblierung zunehmende lautstarke Treffen von Jugendlichen bis tief in die Nacht. Senioren habe er dagegen noch nie auf dem Platz gesehen. Lösch lenkte ein: „Die Pläne sind nicht in Stein gemeißelt“. Um den Treffpunkt attraktiver zu machen regte Ewald Stumpf ein Schachspiel an. Lösch berichtete vom Sachstand der Innensanierung des Alten Rathauses. Nach neuen Überlegungen sei jetzt beim Land Hessen ein Ergänzungsantrag für Mittel zur Fassadensanierung und zum Fensteraustausch gestellt worden. Der Innenausbau beginne nach Ostern. Vorübergehend seien Küche und WC nicht nutzbar, ein WC werde draußen aufgestellt. Die Nutzer der Räume im OG werden noch schriftlich informiert. Mit seinem Rückblick auf die Arbeit des AK in öffentlichen Sitzungen verband AK-Sprecher Utz seine Entgegnung auf Angriffe wegen der Idee der Messplatzbebauung und Spielplatzverlegung. Nach Diskussion und Abstimmung im AK sei die Empfehlung an den Ortsbeirat gegeben worden. „Ich will es nicht dramatisieren“, sagte Utz, „wir sind zu allen offen“. Karl-Heinz Huy verlas eine mit Applaus bedachte Stellungnahme zum Erhalt des Spielplatzes mit Rollschuhbahn in der Ortsmitte für „ein kinder- und familienfreundliches Bobstadt“. Applaus erhielt auch Dr. Werner Kruck für sein Plädoyer pro Erhalt des Spielplatzes und für das lebendige Bobstadt mit zu schaffendem Wohnraum für alleinstehende Berufstätige, Familien und die Älteren. Ortsvorsteher Gött kritisierte einige Äußerungen gegenüber „Leuten im AK“ als unfair und wies die ihn und den Ortsbeirat betreffenden Vorwürfe vehement zurück: „Wir sind gewählt, um die Bürgerinteressen zu vertreten. Es ist nie die Rede davon gewesen, den Spielplatz abzuschaffen“. Aber viele Bobstädter ziehen weg, weil sie keinen adäquaten Wohnraum finden. Nur auf Grundstücken, die der Stadt gehören wie der Messplatz, könne gebaut werden. Private Eigentümer könnten entscheiden wie sie wollen. Den Spielplatz in die Chausseeallee zu verlegen sei nun passé, sagte Gött, weil dies ein Bürgerwunsch sei – ein Ergebnis, das auch Lösch so sieht. Der Dialog soll fortgesetzt werden. „Bleiben Sie am Ball“, sagte Gött der Versammlung zum Abschied. Hannelore Nowacki