Die Gratiszeitung für Lampertheim und das hessische Ried
Sie sind hier: Startseite » Nachrichten » Schillerschule wird zu Leuchtturm für die Bildung
Do., 30. Juni 2016, 11:16 Uhr
Bürstädter Grundschule steigt zu neuem Schuljahr in Pakt für den Nachmittag ein / Vereinbarung unterzeichnet
Schillerschule wird zu Leuchtturm für die Bildung
Der Pakt für den Nachmittag kann kommen: Peter Gärtner, Schulleiter der Bürstädter Schillerschule, Landrat Christian Engelhardt und Bürgermeisterin Barbara Schader (v.l.) unterzeichneten am Mittwoch die entsprechende Vereinbarung. Foto: Benjamin Kloos
BÜRSTADT/KREIS BERGSTRASSE – Zum kommenden Schuljahr 2016/17 werden sich weitere vier Schulen am Programm „Pakt für den Nachmittag” beteiligen – darunter die Bürstädter Schillerschule. Dieser steht für ein verlässliches, bedarfsgerechtes sowie integriertes Bildungs- und Betreuungsangebot für Schüler der Grundschulen in der Zeit von 7.30 bis 17 Uhr. Der Kreis Bergstraße wurde als einer von drei und aus insgesamt 21 Landkreisen in Hessen als Pilot ausgewählt, um das Landesprogramm „Pakt für den Nachmittag“ umzusetzen. Um die neuen Teilnehmer sowie deren pädagogische Konzepte vorzustellen, lud Landrat Christian Engelhardt am Mittwoch gemeinsam mit den jeweiligen Schulleitungen zu einer Pressekonferenz ein.
Zu Beginn begrüßten die Kinder der Nachmittagsbetreuung der Heppenheimer Schloss-Schule die anwesenden Schulleiter, Bürgermeister und den Landrat mit dem Lied „Auf los geht's los” – und es gelang ihnen bei einem weiteren, schwungvollen Lied, diese zum Mitsingen zu bewegen.
„Ich freue mich, heute vier weitere Schulen vorstellen zu dürfen, die in den Pakt für den Nachmittag eintreten und die entsprechende Vereinbarung unterzeichnen werden. Kinder sind das, worum sich alles für uns dreht. Denn Kinder sind unsere Zukunft, ohne Kinder macht auch die Schule keinen Sinn”, betonte Landrat Engelhardt im Rahmen seiner Begrüßung. „Der Pakt für den Nachmittag ist etwas besonderes: Etwas ähnliches wie eine Ganztagsschule, jedoch auf freiwilliger Basis, mit einem zuverlässigen Betreuungsangebot von 7.30 bis 17 Uhr, jedoch nicht verpflichtend.”
Zum Ziel erklärte Engelhardt, dieses Betreuungsangebot flächendeckend im kompletten Kreisgebiet und damit an jeder Grundschule einzuführen. „Deshalb sind Sie so wichtig, Sie sind Piloten im Pilotkreis Bergstraße”, wandte er sich an die Schulleiter. „Sechs Schulen sind bisher dabei, nun kommen vier weitere hinzu. Für uns als Kreis ist dies ein ziemlich teures Konzept, denn wir finanzieren die Zeit von 14.30 bis 17 Uhr. Zudem haben wir uns hohe Qualitätsstandards gesetzt, die über das hinaus gehen, was gefordert wird. Mensen sind uns dabei sehr wichtig, daher haben wir uns sehr gefreut, dass uns für die Schillerschule Bürstadt kurzfristig eine Million Euro aus Fördermitteln zur Verfügung gestellt wurde. Eines ist klar, der Pakt für den Nachmittag ist jeden Euro wert. Wir wollen der Landkreis sein, der mit erkennbaren Konzeptionen und materiell echte Leuchttürme im Bereich der Bildung setzt.”
Schulleiter Peter Gärtner hob die Bedeutung des Programms für die Sonnenstadt hervor: „Wir sind die größte Grundschule im Kreis, mit aktuell 540 Schülern. Bürstadt ist eine Kommune, die wächst. Bereits im kommenden Jahr kann es passieren, dass wir in einer Klassenstufe sechs statt bisher fünf Klassen haben – aber keinen Raum dafür.” Bezüglich des Einstiegs in den Pakt für den Nachmittag erläuterte Gärtner, dass bereits vor drei Jahren die Lehrkräfte auf auf ein ganztägiges Betreuungsangebot eingestimmt wurden, unter Einbeziehung der Eltern. „Im letzten Sommer hat sich die Schule etwas überraschend für den Pakt für den Nachmittag entschieden. Eine Arbeitsgruppe befasst sich mit dem organisatorischen Alltag für das Programm und vermittelt dies regelmäßig an die Lehrkräfte. Kernpunkt ist dabei die Verzahnung der Vor- und der Nachmittagsangebote.” Dabei hat sich die Schillerschule für die Lernzeit in der siebten und achten Stunde nach dem Unterricht entschieden. Der traditionelle Unterricht wird wie gehabt stattfinden, die Lernzeit in sechs Gruppen mit je einer Lehrkraft und einer Mitarbeiterin aus der Betreuung. Nach der Lernzeit wird es ein freies Angebot seitens des Trägers mit AG's und freien Spielangeboten geben. „Wir werden nach dem ersten Jahr eine Bilanz ziehen und sehen, was wir verbessern können”, so Gärtner abschließend. Das ausführliche Konzept kann unter www.schillerschule-buerstadt.de eingesehen werden.
Bürgermeisterin Barbara Schader betonte, dass es „gut ist, dass wir diesen gemeinsamen Prozess wagen. Seit drei Jahren mussten wir jährlich eine neue Gruppe in der Schülerbetreuung hinzufügen, der Bedarf für den Einstieg in den Pakt für den Nachmittag war einfach da. Wir haben das Konzept den Eltern vorgestellt, ein Konzept, in dem die Schüler individuell gefördert werden. Jetzt freue ich mich auf den Start. Auch wenn es am Anfang mit der provisorischen Mensa sicherlich die ein oder andere Hürde zu nehmen gilt, haben wir hier sehr gute Perspektiven und eine Chance gemeinsam zum Wohl der Kinder viel zu erreichen – auch dank der Unterstützung seitens der Vereine.” Benjamin Kloos