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  • Mo., 23. August 2021, 12:43 Uhr
    Kerwevadder Marc Merl begeisterte mit Reimen aufs Ortsgeschehen

    Schöne Bobschdädder Kerwezeit 

    Zur Kerwekranzweihe tunkte Kerwevadder Marc Merl die WC-Bürste beherzt in den Wein und bespritzte nicht nur den bunten Kranz.  Foto: Hannelore Nowacki


    BOBSTADT – Fünf Tage bis zum Montag drehte die Bobstädter Kerwe auf Hochtouren. Jeder Tag bot den Kerwebesuchern ein besonderes Programm. Der Tag drei der Bobstädter Kerwe am Samstag darf mit der Kerwe-Rede und Kranz-Aufhängen als Höhepunkt gelten. Die zahlreichen gut gelaunten Kerwebesucher erlebten einen Sonnentag wie aus dem Bilderbuch mit blauem Himmel und buntem Kerwetreiben. Schon zur Mittagszeit drehte sich auf dem Kerweplatz beim SV Vorwärts das Karussell für die kleinen Besucher und auf dem Bunjeetrampolin konnten die Kinder der Sonne entgegenspringen. Die beiden Fußballspiele auf dem nahen Sportplatz hatten die Bobstädter Fußballer gewonnen. Kerwevadder Marc Merl war ganz aus dem Häuschen, hatte doch die 1. Mannschaft gegenüber dem FC Olympia Lampertheim mit 5:1 große Stärke bewiesen. Das Spiel der Altherrenmannschaft gegen den VfB Lamperheim ging mit 2:0 siegreich zu Ende, hier war der Kerwevadder selbst aktiv am Ball. Zum nächsten Höhepunkt am frühen Abend hatten sich frühzeitig viele Bobstädter zu einer großen Runde formiert. Kerweborsch und Kerwemädel stärkten Kerwevadder Marc Merl den Rücken, einen  Bierkrug in der Hand und einen Riesenkrug für den kräftigen Schluck des Kerwevadders zwischendurch, wenn seine Rede danach verlangte. Allen Erwähnten und Betroffenen in der „Kerwered 2021“ war ein „Proscht“ gewidmet. „Uff die Bobschdädder Kerwe muss getrunke soi!!!“, das war klar. Merl hatte sich auf das Ortsgeschehen einen ganz eigenen Reim gemacht, aber „was ich hier erzähl, das glaubt ihr vielleicht net, jedes Wort ist wahr in meiner Kerwered“, schickte er seiner Rede voran. „Corona kriegt uns nicht kleine, Bobstädter Kerwe muss sein“. So stand das Motto auf den hellblauen Hemden der Kerwecrew gedruckt. Zum zweiten Mal wurde in der Coronazeit gefeiert – mit reichlich Wein und Bier „damit wir im Kleinen feiern hier!“ Der Rückblick zeigte, dass sich in Bobstadt viel ereignet hat. Merl lobte den neuen breiten Radweg  und dass Bobstadt im Glasfaserausbau an Bürstadt vorbeigezogen sei. Nur mit den Baustellen gab es Verdruss. „Warum alles auf einmal und nicht verdeelt?“, fragte Merl in Richtung Politik und erklärte: „Ein bisschen Politik muss sein, sonst wär‘ Booschdadt voll Sonnenschein“. Auch im Verein kann einiges passieren, wie das Publikum aus erster Hand erfuhr, ein Thema, das Merl „sehr am Herze“ liegt, ist sein Nachfolger als Vorsitzender, der „sich streitet ziemlich schnell“ und „regiert mit harter Hand“. Doch auch das Anlass zum gelassenen Frohsinn: „Drum Kerweborsch schenk oi, uff den SV Bobstadt muss ordentlich getrunke soi“, rief Merl der Menge zu. Ein dickes Lob folgte an alle Vereine, die sich für die Bobstädter Kerwe stark gemacht hatten, auch an die Stadt Bürstadt und besonders an Susanne Merl, die als Hauptorganisatorin „viel Freizeit und Gedanke“ geopfert habe. Nach alter Sitte tunkte der Kerwevadder eine WC-Bürste in den Wein, damit der bunte Kerwekranz ordentlich geweiht würde. Ein paar neckische Spritzer verteilte Kerwevadder Merl auch über das Publikum. Als eingespieltes Team brachten die Kerweborsch den Baum mit Kranz an seinem angestammten Platz zügig in die Senkrechte hoch in den blauen Himmel hinein. Zum Fassbieranstich gab Sonnenbotschafterin Luisa-Marie I. ihre Schärpe dem Kerwevadder zu treuen Händen, band sich die Lederschürze um, griff zum Holzhammer und holte ein paar Mal zielsicher aus – schon saß der Zapfhahn perfekt ganz ohne Spritzer. In gereimter Heiterkeit lud sie die Zuschauer zum Kerwespaß ein.

    Sonnenbotschafterin Luisa-Marie I. verblüffte die Zuschauer mit ihrer exakten Schlagführung. Zum ersten Mal in ihrer Amtszeit hatte sie Gelegenheit zum Fassanstich. Foto: Hannelore Nowacki


    Erster Stadtrat Werner Klag überbrachte im Namen der Stadt Bürstadt und der Bürermeisterin seinen herzlichen Dank, dass die Vereine die Kerwe am Leben halten: „Eine Tradition, die es wert ist fortgeführt zu werden“. Auch Stadtverordnetenvorsteher Franz Siegl nahm am Kerwevergnügen teil, während Ortsvorsteherin Svenja Halkenhäuser entschuldigt war, wie Kerwevadder Merl mitteilte, sie reihe sich damit in die Tradition des alten Ortsvorstehers ein. Begeistert erzählte der Kerwevadder von der Party Night am Freitagabend mit DJ Lukas Gündling, ein Kracher mit 500 Besuchern. Ein Höhepunkt am Montag war der Seniorenfrühschoppen im Pfarrzentrum. Hannelore Nowacki

     

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