
LAMPERTHEIM – Frische Nordmanntannen aus dem Odenwald am Verkaufsstand vor dem Eingangstor zum Lampertheimer Adventsmarkt des Lions Clubs begrüßten die Besucher am Samstag und Sonntag mit wunderbarem Duft. Dann der Blick auf das romantische Budendorf im Hof der Notkirche und die roten Sternen vor dem grauen Dezemberhimmel, die mit dem glänzenden Rot der Kugeln am prächtigen Weihnachtsbaum in der Mitte des Platzes harmonierten – da fiel die Entscheidung nicht leicht: Erstmal draußen die Buden der Kunsthandwerker und Vereine besuchen, beim Lions-Club einen feinen Glühwein oder einen ebenso leckeren alkoholfreien Punsch kaufen oder lieber gleich für eine Rostbratwurst beim Grillstand des Lions-Clubs anstehen? An den Stehtischen war noch anfänglich noch Platz. Oder im großen Saal der Notkirche an den Ständen der Kunsthandwerker auf Entdeckungstour gehen? Hier war es schön warm, die Magie des Lichts und die weihnachtliche Dekoration gaben den feierlich anmutenden Rahmen für den Künstlermarkt. Unikate wohin das Auge blickte, originelle Geschenkideen, einzigartige Weihnachtsdeko für Tisch und Christbaum, warme handgestrickte Gute-Laune-Socken, Design-Hüte oder mundgeblasene Glaskugeln mit winterlichen Motiven spielender Kinder – an den 35 Künstlermarktständen war kreative Vielfalt angesagt. In der Jurte der Pfadfinder Kurfürst Friedrich III. von der Pfalz loderte in der Feuerschale ein wärmendes Feuer, hier im Geschichtenzelt las am Samstag Ivo Hewing Kindern vor, am Sonntag kam Christiane Weis zum Vorlesen. Auf der Bühne im Hof trat die Musikschule auf, Jagdhornbläser und Alphornbläser kamen, Chöre und die Katholische Kirchenmusik unterhielten die Zuschauer. Kinder Lampertheimer Grundschulen beteiligten sich am Vorlesewettbewerb.
Foto: Hannelore Nowacki
Unikate und vielseitige Kunst
Zur Eröffnung hörte die begeisterte Zuschauerrunde vor der Bühne der Notkirche den Chor der Schillerschule mit traditionellen und modernen Weihnachtsliedern im Wechsel, dirigiert und am Klavier begleiteten von den Lehrerinnen Beate Gündling und Claudia Hausmann-Jäger. Zur Belohnung spendeten die Zuschauer Applaus, vom Lions-Club gab es für die Kinder einen Schokoladennikolaus und den herzlichen Dank des Lions-Präsidenten Jérôme Dath und des Bürgermeisters. Mit Bürgermeister Alexander Scholl, seit Anfang Dezember im Amt und Schirmherr, begrüßte Dath die Besucher. Sein Dank galt allen, die zum Gelingen dieses vorweihnachtlichen Ereignisses beitragen wie Scholls Amtsvorgänger Gottfried Störmer, der zur Eröffnung gekommen war, die Mitarbeiter der Technischen Betriebsdienste der Stadt und der Lukasgemeinde mit Pfarrerin Sabine Sauerwein, die die Vorbereitungen mit Rat und Tat unterstützt habe sowie den Organisatoren Helmut Meister, künstlerischer Leiter und Marktmeister, Manfred Salber und Heiner Veltman. Am Stand von Christine Shaaband aus Erlangen, mit Wurzeln in Heidelberg, gab es auch die Weihnachtskarte, die Bürgermeister Scholl vom Clubpräsidenten als Geschenk erhalten hatte. Stephanie Mitterle aus Rödermark, zum ersten Mal beim Adventsmarkt, stellte für die modebewusste Dame an ihrem Stand Hutkreationen aus Wollfilz in verschiedenen Farben und Formen aus, die sie über Wasserdampf formt und mit handgefertigten Applikationen garniert, ihr Hobby seit etwa 15 Jahren. Zu ihren Kundinnen zählt sie junge Frauen, Teenager und 80-jährige Damen. Am Stand von Elke Mayer gleich nebenan freute sich eine fröhliche Schar Weihnachtsgänse offensichtlich auf das Fest, da mit Ölfarben auf Holz gemalt, hatten einige ganz schnell Freunde gefunden. Fürs Aussägen sei ihr Mann zuständig, erzählte Elke Mayer. Auch die Hutschachteln aus Leder gingen schnell weg, die sie auf dem Antikmarkt in Bamberg erworben hatte, restauriert und bemalt hat. Als Helmut Meister ihr beim Standaufbau am Donnerstag von ihrer Standnachbarin mit den Hüten erzählt habe, sei klar gewesen: „Dann bringe ich meine Hutschachteln mit“. Helmut Meister ist Meister der glänzenden Herzen aus winzigen Perlen und er gibt altem geschliffenem Glas aus Gablonz neuen Glanz für restaurierte Broschen. Mit Ölfarben und Pinsel bringt Daniela Pulway winterliche Motive auf Gänseeier – Rebhühner, Elch, Wolf und Fuchs im Schnee. Ganz lieb schaut ihre Katze aus blauen Augen. Eine andere Technik wendet Monika Hoffmann aus Groß-Umstadt, früher als PTA in der Apotheke tätig, für ihre Tierbilder an: Mit zarten Strichen ihrer Künstlermalstifte und Pastellkreide auf rauem Spezialpapier entstehen Tiger, Eule und viele andere Tiere. Früher habe sie Aquarelle gemalt, doch als die Kinder kamen, sei sie umgestiegen, weil die Farbstifte nicht trocknen müssen – ein Vorteil beim Pausieren. Auch der Lampertheimer Christian Conrad betreibt sein Hobby mit Leidenschaft, seine Figuren, Tannenbäume und Räuchermännchen drechselt er aus Holz und verleiht ihnen Glanz.
Hannelore Nowacki
Foto: Hannelore Nowacki
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