MAGIE DER KUNST: Jurate Batura Lemke zeigt ihre Bilder in der Scheier-Galerie
Schönheiten der Natur in Kunst verwandelt
Jurate Batura Lemke mit Helmut Hummel vor dem Ölgemälde, zu dem sich die Künstlerin durch Natureindrücke im Weinheimer Schaugarten inspirieren ließ. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Die Vielfalt und Schönheit der Natur verwandelt Jurate Batura Lemke in ihren Gemälden und Zeichnungen in Kunst mit einer persönlichen Erzählung, die dazu anregt beim Betrachten ergründet zu werden. In der Vielfalt ihrer Naturmotive und Techniken, die sie nach Art des Motivs auswählt, liegt die Faszination auch der Ausstellung in der Scheier-Galerie von Helmut und Ulrike Hummel, die am Sonntag feierlich eröffnet wurde und denTitel weltläufigen Titel „Diversity“ trägt. Das Wesen der Natur, das sie bei ihren Urlauben am Meer und in der täglichen Umgebung erlebt und fühlt, die Vielfalt, nicht die naturgetreue Abbildung sind das Anliegen der Künstlerin, die in Hüttenfeld wohnt und im Litauischen Gymnasium bis 2015 als Kunsterzieherin arbeitete. In der Welt ist sie weit herumgekommen, als litauisches Flüchtlingskind in Würzburg geboren, lebte sie in Australien und Kanada. In Toronto hat sie ihr Kunst- und Pädagogikstudium absolviert und ihre Bilder ausgestellt. Weitere Einzelausstellungen hatte sie in Vilnius, Berlin und Mannheim und auch in Lampertheim waren ihre Werke schon öfter zu sehen. Eine große Fangemeinde hat Jurate Batura Lemke hier. Zum Zauber ihrer Bilder passend, präsentierte sich zur Vernissage auch das Wetter – Sonnenstrahlen brachten die Tulpen in der Vase und die roten Gladiolen auf dem Gemälde an der Wand zum Leuchten. Für die stimmungsvolle musikalische Umrahmung sorgte Auksė Ožinskaitė mit ihrem Gesang in drei Sprachen, begleitet von Gintaras Ručys an der Gitarre, sie ist Schülerin, er Musiklehrer am Litauischen Gymnasium. Helmut Hummel stellte die Künstlerin vor, beschrieb ihren Stil, der verschiedene Elemente aus Surrealismus, Hyperrealismus und Symbolismus vereint und zur mystischen Ausstrahlung beiträgt. Ein Bild spricht Helmut Hummel besonders an – durch die Harmonie der Farben und Gestaltung, mit zarten Blüten, die so filigran ausgearbeitet sind, dass die Liebe zur Natur in jedem Pinselstrich spürbar wird. Die Inspiration zu diesem Bild habe sich bei einem Besuch des Weinheimer Schaugartens ergeben, erzählte Jurate Batura Lemke. Doch sollte ein Biologe die Blüten betrachten, würde er merken, dass sie den blau blühenden Salbei künstlerisch frei mit Lavendelblüten stilisiert verschmolzen hat. Soll man in dieser aktuellen Lage in Europa schöne Blumen malen? Eine Frage, die Jurate Batura Lemke zu Beginn ihrer Rede in den Raum stellte und die Aufmerksamkeit auf eine schwarzweiße Zeichnung lenkte, die ein Glas mit Steinen und Federn zeigt, eine Feder strebt zur Freiheit, fliegt aber nicht weg. „Die Freiheit ist etwas sehr Zerbrechliches“, meinte die Künstlerin. Tatsächlich seien die meisten Bilder der Ausstellung vor dem Krieg entstanden. Volles Haus, das erfreute Helmut Hummel und Jurate Batura Lemke, die Ulrike Hummel für die schöne Dekoration dankte. Die Besucher durften sich an leckeren Häppchen, Sekt und Saft laben und am Nachmittag zum Kaffee stand der Kuchen bereit, den Ulrike Hummel gebacken hatte. Die Ausstellung in der Scheier-Galerie, Wilhelmstraße 75, ist jeweils samstags von 11 bis 14 Uhr und sonntags von 11 bis 17 Uhr vom 19. März bis zum 17. April sowie am Montag, 18. April von 11 bis 17 Uhr geöffnet (oder nach Vereinbarung – Telefon 06206/4585 oder 0172 2169372). Hannelore Nowacki