ABSAGE: Volksbühne sagt Spielsaison im Januar und Februar nach Empfehlung ab
Schon geprobt – aber die Gesundheit geht vor
Absage der Spielsaison Januar und Februar 2022. Die Volksbühne beugt sich der Corona-Lage. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Die Katze ist aus dem Sack – aus dem Mundartvergnügen in der Notkirche wird es nichts. Das schöne Bühnenbild ist fast fertig und geprobt wurde mit viel Spaß daran seit Oktober drei Mal in der Woche. Ein Kraftakt für die Komödie in drei Akten in Laombadda Mundaad mit dem vielversprechenden Titel „‘s Disgo-Fiewa“, die im Original von Andreas Wening „Für immer Disco“ heißt. Regisseur Michael Tschirner hat den Originaltext in Lampertheimer Mundart übertragen. Die Freude war groß, als die Bedingungen für Aufführungen günstig erschienen. Zur Bestellung ihrer Vorzugskarten wurden die Mitglieder angeschrieben, schon 450 Anmeldungen waren bis Donnerstag eingegangen. Endlich können wir wieder Theater spielen, stand ganz oben im Anschreiben. Nun werden wieder alle zur neuen Lage angeschrieben. Das endgültige Aus für die zehn Aufführungen teilte der Vorsitzende Frank Griesheimer am Donnerstagabend im Rahmen eines Pressegesprächs im Saal der Notkirche mit, am Tisch auch der 2. Vorsitzende Florian Uhl und Regisseur Tschirner, während nach und nach alle Schauspieler zur Probe eintrafen, die dann nicht mehr stattfand. Erstmal ist Schluss mit Proben, aber im nächsten Frühjahr könnte es mit den Aufführungen doch noch klappen. Jedenfalls wünscht sich Regisseur Tschirner sehr, dass dann wieder gespielt werden kann. Am Vorabend sei die Nachricht von der Evangelischen Kirche Hessen und Nassau gekommen, dass empfohlen wird auf Veranstaltungen wegen der Corona-Situation zu verzichten. „Wir halten uns an Empfehlungen der Kirche und des RKI“, erklärte Griesheimer. Mit Abständen und einer 2-G-plus-Regelung mit Maske wären Aufführungen vielleicht möglich gewesen, aber dann für so wenige Zuschauer, dass die gewohnte interaktive Atmosphäre gefehlt hätte, waren sich die drei einig. Alle Schauspieler sind geimpft, betonten die Vorsitzenden, das sei die Voraussetzung fürs Spielen gewesen. Bei steigenden Inzidenzen mit untereinander Abstand halten wäre es schwierig geworden, wenn sich zwanzig Leute im kleinen Raum hinter der Bühne aufhalten. Da immer mit nur einer Besetzung gespielt wird, könnte man sich keinen Ausfall leisten. Der Kartenverkauf wird zukünftig online oder telefonisch über Ticket Regional laufen, erklärte Griesheimer, das sei den Mitgliedern bereits im Anschreiben mitgeteilt worden. Zum zweiten Mal in Folge fällt eine Spielsaison aus, was durch die fehlenden Einnahmen auch Auswirkungen auf die Spendenvergabe der Volksbühne hat. Sonst wurden jährlich stattliche Summen für soziale Zwecke gespendet. Eine Bitte hat der Vorstand: „Lasst euch impfen, wir hoffen, dass wir im nächsten Jahr wieder spielen können“.Hannelore Nowacki