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  • Do., 24. September 2020, 15:52 Uhr
    VIDEOPRESSEKONFERENZ: Kreisspitze äußert sich zur aktuellen Lage / Neue Infektionsfälle an Karl Kübel Schule 

    Schülerbeförderung soll durch geänderte Schulanfangszeiten entlastet werden

    Die Schulen waren Schwerpunkt der Viedopressekonfernz der Kreisspitze am Donnerstag – einerseits aufgrund der Thematik der Schülerbeförderung, andererseits wegen neuer  Fälle, die im Zusammenhang mit der Karl Kübel Schule stehen. Foto: www.pixabay.com


    KREIS BERGSTRASSE – Noch immer beeinflusst das SARS-CoV-2-Infektionsgeschehen viele Bereiche unseres Lebens. Daher nutzten Landrat Christian Engelhardt, die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz und der Kreisbeigeordnete Karsten Krug am Donnerstag erneut die Gelegenheit, im Rahmen einer Videopressekonferenz über die aktuellen diesbezüglichen Entwicklungen im Kreis Bergstraße zu informieren.

    Landrat Christian Engelhardt ging zunächst auf die letzte Änderung der Coronaverordnung seitens des Landes Hessen ein – diese gab es bezüglich des Besuches von Pflegeeinrichtungen: „Es obliegt jetzt den Heimen selbst, den Zugang von Besuchern im Zuge ihrer jeweiligen Hygienekonzepte zu organisieren. Diese Verordnung gilt ab dem 29. September”, so Landrat Engelhardt, der ergänzte: „Wir warten auf die Regelungen bezüglich der Teilnehmer von Sportveranstaltungen, hier gilt weiterhin in Hessen, dass ab 250 Teilnehmern eine Genehmigung vorliegen muss. Wenn ein entsprechendes Konzept vorliegt, ist diese Genehmigung möglich.”

    Blick auf die Schulen 

    Die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz kam gerade aus einer kurzfristig anberaumten Sitzung der Task Force des Gesundheitsamtes – denn an der Karl Kübel Schule in Bensheim, die von Schülerinnen und Schülern des gesamten Kreises besucht wird, gab es am Donnerstag fünf neue aktuelle Fälle. Zunächst ging die Gesundheitsdezernentin jedoch auf das allgemeine Infektionsgeschehen ein: „Wir haben heute bisher eine Inzidienz von 7,4 und damit ein moderates Infektionsgeschehen, dies macht uns an sich keine besonderen Sorgen. Aber es gibt Punkte, die uns beschäftigen, gerade im Bereich der Schulen. Derzeit haben wir an vier Schulen Indexfälle und an zwei Schulen zusätzlich Kontaktpersonen – und diese Schulen haben es teilweise in sich.” Bisher habe es jedoch noch keine Schulschließungen über einen Tag hinaus gegeben: „Seit die Schule wieder angelaufen ist, hat Gesundheitsamt keine Schulschließung angeordnet, es waren bisher ausschließlich Empfehlungen, betroffene Schulen temporär zu schließen – dies war an drei Schulen der Fall. Wir tun alles, damit keine Schulschließungen nötig sind, dies bedingt aber, dass man manchmal besser einen Tag schließt um Infektionsketten abzuschneiden und sich einen Überblick zu verschaffen”, so Diana Stolz. Eine besondere Situation gibt es an der Seebergschuhe Mörlenbach: „Dies ist eine ganz besondere Schulform, hier werden auch Kinder mit einem Handicap unterrichtet. Daher gelten hier andere Abstände und es kommen andere Maßnahmen zum Tragen, da die Gruppe der Schüler teilweise besonders vorbelastet ist. Daher warten wir in diesem Fall die Ergebnisse der Tests ab, bis wir wieder öffnen.” Und auch an der Karl Kübel Schule in Bensheim sei nun eine besondere Situation eingetreten: „Wir hatten zwei Infektionsfälle, ohne das wir die Schule schließen mussten, aber dann hat sich WarnApp mit roten Meldungen gemeldet. Wir sind allen Quellen nachgegangen, und dies war der richtige Weg, weil wir tatsächlich einen Infektionsfall hatten, der durch die WarnApp bekannt wurde. Leider war dies nicht der einzigste Fall, es gab am Donnerstag aktuell fünf neue Fälle, die im Zusammenhang mit der Karl Kübel Schule stehen”, so die Erste Kreisbeigeordnete. Alle diese Personen gehören zu dem Personenkreis, der in Zusammenhang mit dem Fall von Dienstag bereits unter Quarantäne bzw. unter einem Betretungsverbot bezüglich der Karl-Kübel-Schule stand. Alle fünf Fälle wurden infolge einer Alarmierung über die Corona-WarnApp beziehungsweise der daraus resultierenden Ermittlung der Kontaktpersonen durch das Gesundheitsamt bekannt.”

    Eines war Diana Stolz in diesem Zusammenhang wichtig zu betonen: „Wir sind froh, dass es die Corona-WarnApp seit nun genau 100 Tagen gibt, sie hat bei uns funktioniert. Daher mein Appell an alle, die WarnApp zu aktivieren, sie sollte genutzt werden, denn sie kann den Gesundheitsämtern sehr positiv dienen!”

    340 Personen im Kreis in Quarantäne

    Das Infektionsgeschehen habe sich insgesamt gegenüber des Beginns der Corona-Pandemie verbessert, gleichzeitig seien aber aufgrund der Lockerung der Kontaktmöglichkeiten mittlerweile wesentlich mehr Menschen in Quarantäne als dies während des Lockdowns der Fall war. „Wir haben seit Beginn der Pandemie insgesamt gut 2.500 Personen unter Quarantäne gestellt”, erläuterte Diana Stolz. „Davon allerdings alleine rund 720 im August und bislang rund 620 im September. Aktuell stehen im Zusammenhang mit der Coronavirus-Epidemie rund 340 Personen im Kreis Bergstraße unter einer vom Kreis-Gesundheitsamt angeordneten Quarantäne.”

    Schulzeiten sollen entzerrt werden

    Ein Schwerpunkt der Videopressekonferenz war die Finanzierung der zusätzlichen Kapazitäten der Schülerbeförderung: „Das Land wird zusätzliche Kapazitäten zwischen den Herbst- und Osterferien finanzieren – unter der Voraussetzung, dass zunächst durch die Entzerrung von Schulanfangs- und Endzeiten eine Entlastung des Schülerverkehrs erfolgt. Sollte dann dennoch Bedarf bestehen, springt das Land ein, auch wenn von Seiten der Landesregierung immer wieder darauf hingewiesen wird, dass die Schülerbeförderung eine rein kommunale Aufgabe ist”, stellte Landrat Engelhardt klar. Der Kreisbeigeordnete Karsten Krug, für den ÖPNV und damit auch die Schülerbeförderung im Kreis zuständig, ergänzte: „Wir stehen im engen Austausch mit dem Land Hessen, gerade auch zur Frage der Finanzierung von Seite der Landesregierung aus. Als verantwortlicher Schulträger führen wir darüber hinaus intensive und sehr gute Gespräche mit dem Schulamt bezüglich möglicher Änderungen der Schulanfangs- und Endzeiten, hier müssen wir aber die Ergebnisse noch mit den entsprechenden Schulen abklären. In der nächsten Woche finden hierzu zudem Gespräche zur Umsetzung von geänderten Schulanfangszeiten statt, wir werden hierfür Lehrer, Eltern, Schüler und die Politik mit ins Boot nehmen, mit dem Ziel, möglichst schnell eine entsprechende Änderung herbeizuführen, um den Schulverkehr zu entlasten. Konkrete Planungen, wo welche Busse eingesetzt werden, werden wir in der letzten Herbstferienwoche bekanntgeben.”

    Bezüglich des Sachstandes der Bußgeldstelle teilte Karsten Krug mit, dass es Anfang der Woche 556 gemeldete Gesamtverstöße gegen die Coronaverodnungen gab. Dies sei weiterhin ein leichter Anstieg. Benjamin Kloos

     
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