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Do., 05. November 2020, 11:12 Uhr
Landrat Engelhardt und Gesundheitsdezernentin Stolz zu den aktuellen Regelungen und Fallzahlen
Schulen sollen ab 8. Klasse auf Hybridunterricht umgestellt werden
Für Schüler ab der 8. Klasse wird im Kreis Bergstraße der Hybridunterricht eingeführt – um Infektionen zu vermeiden und den ÖPNV zu entlasten. Foto: www.pixabay.com
KREIS BERGSTRASSE –Zu Beginn der Woche startete der so genannte Lockdown light und neue Verordnungen Hessens traten in Kraft. Aus diesem Grund informierten Landrat Christian Engelhardt und die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz am Donnerstag über die aktuellen Entwicklungen bezüglich der Coronavirus-Epidemie im Kreis Bergstraße.
Landrat Christian Engelhardt ging zunächst auf die seit dieser Woche geltenden Maßnahmen ein. Hier gibt es eine deutliche Kontaktreduzierung auf fünf Personen pro zwei Haushalten, zudem kam es zur Schließung von Gastronomie- und Freizeiteinrichtungen sowie Einschränkungen im Sportbereich. „Hier gab es eine Änderung der Verordnung, die seit Donnerstag gültig ist: Alle öffentlichen und privaten Sportanlagen sind ab sofort zu schließen, sowohl Indoor- als auch Outdooranlagen. Somit ist auch kein Training zu zweit oder alleine in den Sportanlagen mehr möglich, lediglich im Park oder auf Wiesen. Ausnahmen gelten für den Schulsport sowie den Spitzensport unter Vorlage eines entsprechenden Hygienekonzeptes”, erläuterte Landrat Engelhardt.
Zudem sind ab sofort Plastikvisiere keine zulässige Mund-Nasen-Bedeckung mehr, diese muss nun nah am Gesicht liegen und sowohl Mund als auch Nase bedecken.
Weiterhin gilt nun: Personen, die positiv auf Corona getestet wurden, sind nun automatisch in Quarantäne – das heißt, man muss sich von selbst in Quarantäne begeben und sich über einen Button auf der Homepage des Kreises melden, um Informationen zum weiteren Vorgehen bekommen. Auch die Angehörigen des Hausstandes sind aufgrund des positiven Testes direkt in Quarantäne, auch für diese gibt es einen entsprechenden Button auf der Homepage.
„Wir werden das Betreuungsverbot der Gemeinschaftsunterkünfte verlängern. Es gilt nun generell auf den Straßen und Plätzen, an denen der Abstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann, die Pflicht, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. Daher haben wir die Regelungen bezüglich der im Kreis vorgegebenen Straßen und Plätze gestrichen”, so Landrat Engelhardt weiter, dem besonders das aktuelle Geschehen an den Schulen wichtig ist.
„Wir führen ab der kommenden Woche den Hybridunterricht ab der 8. Klasse ein: Die Hälfte der Klasse wird hierbei zu Hause bleiben und nimmt über digitale Medien am Unterricht bei, die andere in der Schule. Dies geschieht im wöchentlichen Wechsel”, so Landrat Engelhardt. Ziel sei es, die Gruppen zu verkleinern und mehr Raum zu schaffen, um die Ansteckungsgefahr zu vermindern. Gleichzeitig soll auf diesem Weg der ÖPNV entlastet werden. „Wir halten dies für eine sinnvolle Maßnahme, heute haben wir von Seiten des Landes die Bestätigung bekommen, dass wir diese umsetzen können”, so Landrat Engelhardt. „Für viele Eltern ist es ein Problem, die Betreuung der Kinder zu Hause zu organisieren, dies hat erheblichen Einfluss auf Wirtschaft und es ist wichtig, dass Kinder soziale Kontakte auch in der Schule haben. Ab der Jahrgangsstufe 8 können Kinder einen gewissen Zeitraum zu Hause sein, ohne betreut zu werden. Wir entlasten auf diesem Weg das System Schule und helfen, das Infektionsgeschehen einzudämmen, ohne die Eltern zu stark zu beeinträchtigen und gleichzeitig den Unterricht weiter zu gewährleisten.” Aktuell wird eine Allgemeinverfügung erarbeitet, die mit dem Schulamt abgestimmt wird. Auch soll den Schulen die Möglichkeit gegeben werden, sich auf die neue Situation einzustellen.
„Sind in echter Krise”
Die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz stellte klar, dass die aktuellen Zahlen völlig anders als zu Beginn der Pandemie und vor allem als in den Sommermonaten seien: Die Todesfälle seien dabei leider ebenso angestiegen wie die Fälle auf Intensivstationen. „Wir sind in einer echten Krise”, betonte die Gesundheitsdezernentin. „Der Hessenschnitt beim Inzidenzwert liegt bei über 150, vor genau zwei Monaten waren noch alle Kreise im grünen Bereich. Die Zahlen steigen stark an und leider auch das Durchschnittsalter: Dieses liegt bei den aktuellen Fällen bei 41 Jahren, aber knapp fünf Prozent aller aktuell Infizierten sind älter als 80 Jahre.” Im Bereich der stationären Behandlungen liegt das Durchschnittsalter sogar bei 65 Jahren, aber aus allen Altersklassen sind Patienten dabei, auch unter 20-Jährige. Bezüglich der Kontaktnachverfolgung erläuterte Diana Stolz, dass bei rund 50 Prozent nicht bekannt sei, wo die Infektion stattgefunden hat.Aktuell sind zehn Pflegeheime und zehn Gemeinschaftsunterkünfte im Kreis von Coronafällen betroffen, dazu fünf Kitas und mehrere Schulen.
„Wir sind sehr dankbar, dass die Bundeswehr bei uns im Einsatz ist, dies hilft uns sehr, sowohl bei den Testungen als auch bei der Nachverfolgung. Die Rückmeldungen seitens der Bevölkerung als auch der Bundeswehr sind sehr positiv. Kinder malen Bilder für Soldaten, dies ist ein schönes Zeichen für Soldaten, die permanent im Einsatz sind”, freute sich die Erste Kreisbeigeordnete, die darauf verwies, das mit den steigenden Zahlen auch die Anzahl der Beschäftigen im Gesundheitsamt wachse: „172 Personen sind aktuell im Einsatz, mit steigender Tendenz”, schloss die Gesundheitsdezernentin. Benjamin Kloos