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  • Do., 11. Februar 2021, 15:31 Uhr
    COVID-19: Kreisspitze informiert über aktuelles Infektionsgeschehen / Neue Allgemeinverfügung wird auf Weg gebracht

    Schulen und Kitas öffnen, Inzidenzwert sinkt und Mutation bereitet Sorgen

    Am 22. Februar öffnen die Schulen für die Klassen 1 bis 6 für Wechselunterricht – auch während des Unterrichts muss dann eine Maske getragen werden. Foto: www.pixabay.com


    KREIS BERGSTRASSE – Am Mittwoch trafen sich Bund und Länder, um weitere Corona-Beschlüsse zu fassen. Über die Auswirkungen dieser, die Entwicklung des Infektionsgeschehen im Kreis  sowie Neuigkeiten rund um die Impf-Aktion informierten am DonnerstagLandrat Christian Engelhardt, die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz und der Kreisbeigeordnete Karsten Krug im Rahmen einer Video-Pressekonferenz.

    Landrat Christian Engelhardt merkte zur Verlängerung des Lockdowns persönlich an, „dass ich von der Festlegung eines neues Richtwertes bezüglich möglicher Öffnungen alles andere als begeistert bin. Wir haben festgestellt, dass der Inzidenzwert nicht unbedingt der Maßstab ist, zudem ist dies ein politischer und kein wissenschaftlicher Maßstab. Wir richten unsere Maßnahmen im Kreis an vielen anderen Faktoren aus.” Wichtig sei aber, auch jetzt die Kontakte zu reduzieren und die Abstands- und Hygieneregeln weiterhin einzuhalten, gerade auch mit Blick auf die britische Mutante. 

    „Wir selbst werden eine neue Allgemeinverfügung auf den Weg bringen. Diese wird vorgeben, dass die Mitarbeiter der mobilen Pflegedienste während ihrer Arbeite eine FFP2-Maske tragen müssen und dass die Personen aus dem Hausstand von unter Quarantäne stehenden Personen Kindertagesstätten und Schulen nicht mehr betreten dürfen”, ergänzte Landrat Engelhardt. 

    Kindertagesstätten werde ab dem 22. Februar übrigens mit eingeschränkten Betreuungszeiten geöffnet, ebenso wie die Schulen für die Klassen 1 bis 6 im Wechselunterricht. Für jede Schule wird es die Verpflichtung geben, auch während des Unterrichts eine Mund-Nasen-Maske zu tragen. Zudem gibt es ein freiwilliges Angebot an Lehrerinnen und Lehrer, sich einmal pro Woche testen zu lassen.

    5.888 Personen im Kreis waren mit Stand von Mittwoch geimpft, damit wurde am Donnerstag die 6.000er-Marke übersprungen. Bei den stationären Pflegeeinrichtungen ist die Erstimpfung abgeschlossen, bei zwölf steht noch die Zweitimpfung aus. „Absolute Priorität für uns hat die Impfung im Impfzentrum, daher bitte ich alle, die die Möglichkeit haben, dorthin zu kommen,  für dort einen Termin zu vereinbaren. Für Personen die gar nicht mobil sind und das Haus nicht verlassen können, werden Impfungen zuhause erfolgen. Und für die Personen, die ein Taxi brauchen um mobil zu sein, gibt es das Angebot des Landes, den Fahrtpreis zu erstatten sofern dies die Krankenkasse nicht bezahlt. Und wenn das Land hier nicht die Kosten übernimmt, wird dies der Kreis für 80 Prozent der Fahrtkosten tun, so ein Beschluss des Kreisausschusses.“

    Die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz ist „froh, dass die Inzidenz wieder sinkt.” Am Donnerstag gab es einen Wert von 87,42, vor einer Woche waren es 120,98. Ein Trend setzt sich weiter fort: Das Alter der aktuell Infizierten sinkt weiter, wobei die Infiziertenzahl in der Gruppe der 0-bis 40-Jährigen  weiter ansteigt. Im stationären Bereich liegt der Durchschnitt mittlerweile unter 70 Jahren, hier sei zudem eine leichte Entspannung bei den Krankenhäusern zu spüren.

    Mit Blick auf die Mutanten erläuterte die Gesundheitsdezernentin: „Wir haben hier sehr frühzeitig und ausgiebig veranlasst zu sequenzieren. Leider gab es auch am Donnerstag weitere Mutationsergebnisse. Wir haben bisher ausschließlich die britische Mutante im Kreis.”

    Derzeit sind  noch sechs Pflegeeinrichtung im Kreis betroffen, nur acht Prozent der derzeitigen Infektionsfälle stehen in einem Zusammenhang mit einer solchen. Neun Schulen sind derzeit betroffen, an zwei Schulen ist die Mutation aufgetreten und an sieben Schulen sind jeweils ein bis drei Schülern infiziert. Das gleiche Bild gibt es an Kindertagesstätten: Hier sind ebenfalls neun Einrichtungen betroffen, bei sieben Kitas sind es wie in Schulen 1 bis 3 infizierte Personen, anders sieht es an den mit Mutation betroffenen Kitas in Lampertheim und Gorxheimertal aus. „Wir habend die Erfahrung gemacht, dass sich die Mutation tatsächlich schneller ausbreitet”, rief Diana Stolz zur Einhaltung der geltenden Regeln auf. Die Kontaktnachverfolgung sei übrigens durch das Gesundheitsamt gewährleistet.

    Kreisdezernent Karsten Krug vermeldete insgesamt 1.172 gemeldete Verstöße bei der Bußgeldstelle. Der Wechselunterricht wird voraussichtlich keine Auswirkungen auf Schulverkehr haben. Und eine positive Nachricht hatte er zum Abschluss dabei: „Wir sind erstmals seit längerem ohne Infektionsfall in den Gemeinschaftsunterkünften im Kreis.” Benjamin Kloos

     
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