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  • Mo., 16. Januar 2017, 10:12 Uhr
    Radikaler Rückschnitt an der B 44 zerstört wertvollen Lebensraum

    Schwerer Schlag für die Vogelwelt

    LAMPERTHEIM - Naturschützer sind überrascht über die massiven Pflegemaßnahmen, die Hessen mobil an der B 44 vorgenommen hat. „Die Felder werden intensiv bewirtschaftet, viele Privatgärten sind eine einzige Steinwüste. Der Lebensraum für Vögel, Insekten und Igel wird immer kleiner. Gerade deshalb kommt Hecken und Bäumen am Landstraßenrand eine immens wichtige Bedeutung zu“, erklärt Anke Diehlmann vom NABU Lampertheim. „Natürlich sind Rückschnitte an Bäume und Hecken für die Verkehrssicherheit wichtig und notwendig, aber doch nicht so“, empört sich das Vorstandsmitglied. Oft fänden viele Tiere nur noch an den Straßenrändern die Möglichkeiten zur Nahrungsaufnahme, Fortpflanzung und Überwinterung. Außerdem seien sie hier vor Beutegreifern und schlechter Witterung sicher. Den radikalen Rückschnitt den Hessen mobil jetzt entlang der B 44 vorgenommen habe, sei darum auch ein besonderes herber Schlag für die Vogelwelt. Und das zu einer Zeit in der es aufgrund fehlender Nahrung und Nistmöglichkeiten zu einem besonders starken Rückgang einzelner Arten gekommen sei. Das würden in diesem Winter viele Menschen an den verwaisten Futterhäuschen bemerken. Auch die aktuelle Vogelzählung des NABU habe zu diesem Ergebnis geführt. Vor allem gehölzbrütende Arten wie Amsel, Meise, Buchfink, Zaunkönig und Rotkehlchen seien auf die Lebensräume, die Straßenränder bieten, existenziell angewiesen. „Anstatt eines großräumigen Kahlschlags, wie er jetzt vorgenommen wurde, wäre ein jährlicher und kleinräumiger Rückschnitt für die Tierwelt weit besser gewesen, denn dann hätten die Tiere auf die noch bestehende Heckenbereiche ausweichen können“, erklärt Gärtnermeister und zweiter NABU-Vorsitzender Klaus Feldhinkel. Während eine großflächige Rodung in zehn bis 15 Jahren nur einen Neuaustrieb gleichen Alters erzeuge, würde ein teilweiser Rückschnitt unterschiedliche Biotope mit Jung- und Altholz entstehen lassen und damit einen vielfältigen Lebensraum für unterschiedlichste Arten bieten. zg

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