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  • Do., 20. August 2015, 23:05 Uhr
    Idee für Jugendparlament mitgebracht - Bürgermeister Kusicka sagt Unterstützung zu

    Sechs Jugendliche begeistert vom Jugendcamp in Gravelines

    Bürgermeister Felix Kusicka freut sich mit den Bibliser Jugendlichen und Liselotte Blume-Denise, die als Betreuerin ins Jugendcamp mitgefahren war, über die gelungene Reise: Melanie Nitsch (von links), Serena Kipfstuhl, Pierre-Olivier Denise, Leonie Kipfstuhl und Sebastian Snaschel. Foto: Hannelore Nowacki


    BIBLIS – Die Begeisterung war ihnen noch anzumerken – von den sechs Jugendlichen, die Anfang August für fünf Tage in der französischen Partnerstadt Gravelines an dem großen internationalen Kinder- und Jugendcamp in Gravelines teilgenommen hatten, waren fünf am Mittwoch ins Rathaus gekommen, um von ihren Erlebnissen und den vielen freundschaftlichen Kontakten mit Jugendlichen aus Afrika und Europa zu erzählen. Das Jugendcamp „Village d’Enfants Copains du Monde“ fand bereits zum 10. Mal statt, auch hatte man in Gravelines stets auch an die Bibliser Partnergemeinde gedacht und eine Einladung ausgesprochen. Doch in diesem Jahr hatte es endlich geklappt. Bürgermeister Felix Kusicka berichtete, dass er beim diesjährigen Gurkenfest von Marylene Leclercq angesprochen wurde. Die Beigeordnete war mit der Delegation aus Gravelines zu Gast und bedauerte, dass aus Biblis niemals eine Rückmeldung gekommen sei. Trotz der kurzen Zeitspanne für die Reisevorbereitung war es gelungen, einige Jugendliche zu mobilisieren, die für diesen Zeitraum noch keine Ferienpläne hatten. Als Betreuerin hatte sich Liselotte Blume-Denise zur Verfügung gestellt. Die Suche nach einer notwendigen zweiten Betreuerin fand drei Tage vor der Abfahrt ein glückliches Ende, denn Johanna Iovine entschloss sich spontan Urlaub zu nehmen. Das Jugendcamp für bedürftige Kinder im Alter von 7 bis 15 Jahren werde komplett von Sponsoren finanziert und stehe unter Leitung der Pfadfinder, erklärte Blume-Denise. Vier Organisationen unterstützen die Organisation, unter anderem UNICEF und UNESCO. Da viele Kinder außer ihrer Kleidung, die sie am Leibe trugen, nichts hatten, verteilte das Rote Kreuz Kleidung, Duschmittel und alles, was die Kinder für den Aufenthalt brauchten. 25 Nationen waren es bei der Ankunft der Bibliser Delegation, 36 Nationen waren angemeldet.  Die Kinder aus Palästina und dem Gazastreifen waren noch nie aus ihrem Ort rausgekommen, wusste Bürgermeister Kusicka. Wie Blume-Denise berichtete, lief alles „sehr diszipliniert“ ab. Angeboten wurden  Schwimmbadbesuche, Ausflüge ins Umland und in einen Park. Sogar ein dreitägiger Ausflug nach Paris mit acht Bussen hatte auf dem Programm gestanden, mit einem Tag Aufenthalt in Disney-World. Aber nach Paris fuhren die Bibliser Jugendlichen nicht, sie kehrten nach Hause zurück. Was hat die Bibliser Jugendlichen am meisten beeindruckt? „Wir haben sehr schnell Kontakt gefunden“, erzählte Sebastian Snaschel. Melanie Nitsch fand es gut, dass sie sich mit den griechischen Jugendlichen aus dem Nachbarzelt gut unterhalten konnten, weil sie auch Englisch sprachen. Leonie Kipfstuhl setzte mit zusammen  Pierre-Olivier Denise auf französische Verständigung. „Wir haben nicht gewusst, was uns erwartet“, erzählte Serena Kipfstuhl, „doch wir wurden herzlich begrüßt, alle waren so lieb und nett, da hat man sich gut aufgehoben gefühlt“.  Und wie war das Essen? „Man konnte es essen“, antwortete Serena kurz und knapp. Hirse, Reis und Nudeln wurden angeboten, Kartoffeln vom Speiseplan gestrichen. Pierre-Olivier Denise gefiel es, dass Jugendliche von Afrika bis Asien, sogar  Taubstumme  dabei waren. Kein Land sei bevorzugt worden, man habe einfach gespielt, alle seien eine Gemeinschaft gewesen. Ein besonderes Erlebnis war die Wahl einschließlich Wahlkampf. Nach französischem Wahlrecht wurden drei Listen gebildet, gewählt wurde ein Bürgermeister, Beigeordnete und Gemeindevertreter. „Das wurde richtig groß aufgezogen“, erinnerte sich Serena. Unterstützung erhielt das Camp-Wahlbüro vom Graveliner Jugendparlament. Dieses Jugendparlament machte Eindruck auf die Bibliser Delegation. So entstand die Idee, auch in Biblis ein Jugendparlament zu wählen. Bürgermeister Kusicka will dieses Anliegen gerne unterstützen, wie er versprach, und denkt dabei an Einrichtungen wie in den Nachbarorten, wo es einen Jugendrat oder Jugendbeirat schon gibt. Hannelore Nowacki

     

     

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