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  • Fr., 22. Juli 2022, 10:34 Uhr
    EVANGELISCHE KIRCHE HÜTTENFELD: Gemeindeversammlung zur Zukunft der Kirchenstruktur

    „Selbstverständlichkeit der Kirche ist vorbei“

    Pfarrer Thomas Höppner-Kopf und Kirchenvorsteher Bernhard Ehret bei der Gemeindeversammlung.  Foto: ehr


    HÜTTENFELD – Es kommen gewaltige Änderungen auf die evangelische Kirche zu, die ihre Struktur grundauf verändern werden. Aus diesem Grund lud der Vorstand der evangelischen Kirchengemeinde Hüttenfeld zu einer Gemeindeversammlung in die Gustav-Adolf-Kirche ein. Dieser Einladung folgten 24 Gemeindeglieder, unter ihnen auch der Hüttenfelder Ortsvorsteher Karl-Heinz Berg.

    Pfarrer Thomas Höppner-Kopf stimmte in seiner Begrüßung auf die drastischen Änderungen ein, die ja in den letzten Jahren schon spürbar waren. Das Gemeindezentrum wird zum Kindergarten und geht komplett an die Stadt Lampertheim, die Trägerschaft bleibt aber bei der Kirche. Und auch die Bänke sind aus der Kirche verschwunden, um diesen Raum vielfältiger Nutzen zu können.

    Der Anteil der Mitglieder beider Kirchen (katholisch und evangelisch) an der Gesamtbevölkerung ist erstmals unter 50 Prozent gesunken und der evangelische Anteil wird aller Voraussicht nach bis 2030 auf 20 Prozent sinken. Das bedeutet weniger Geld und weniger Personal, sowohl haupt- als auch nebenamtlich.

    „Die Selbstverständlichkeit der Kirche ist vorbei“, so Höppner-Kopf zur Situation auf die man sich einstellen muss.

    Die Bereitschaft der Hüttenfelder Gemeinde, sich von Räumen zu trennen, wird von der Kirchenverwaltung wohlwollend angenommen und Umbaumaßnahmen in der Gustav-Adolf-Kirche, die eine multifunktionale Nutzung möglich machen, werden dadurch von ihrer Seite unterstützt.

    Kirchenvorsteher Bernhard Ehret appellierte an die Anwesenden, dass bei dieser Umgestaltung  Ideen von der ganzen Gemeinde willkommen sind. „Hier kann Gottesdienst gehalten, aber auch getanzt und gefeiert werden“. Man hat sich schon mit Architekten in Verbindung gesetzt, die mit der Umgestaltung von Kirchenräumen Erfahrung haben. Es ist auf jeden Fall eine Mammutaufgabe, die dem Kirchenvorstand und auch der Gemeinde bevorsteht.

    Die zweite gravierende Änderung wird die Umstrukturierung der Gemeinden nach 2024 sein. Man spricht hierbei von „Nachbarschaftsräumen“. Den Zustand, dass jede Gemeinde ihren Pfarrer hat, der dazu noch jeden Sonntag in der eigenen Kirche Gottesdienst hält, wird es nicht mehr geben. Es wird „Verkündigungsteams“ geben, in denen haupt- wie nebenamtliche Gemeindegleider Aufgaben übernehmen und gemeindeübergreifend zusammenarbeiten. Wie sich diese Nachbarschaftsräume zusammensetzen, darüber wird derzeit eifrig diskutiert. So haben sich schon die Gemeinden in Lampertheim und Viernheim mit der Gemeinde Hüttenfeld/Neuschloß zusammengesetzt und Möglichkeiten ausgelotet. Die Hüttenfelder haben sich aber auch schon mit Lorsch, Einhausen und Schwanheim auseinander gesetzt. Alle Möglichkeiten müssen bedacht ausgelotet werden, denn eine Entscheidung für einen bestimmten Nachbarschaftsraum wird nachhaltig sein.

    Alle Beteiligten sind sich aber einig, dass man in dieser grundlegenden Neuorientierung der Kirche auch eine Chance sehen kann, in der man sich mehr und mehr auch nach außen öffnen muss. Man ist definitiv im Aufbruch. ehr

     

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