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  • Do., 28. Mai 2020, 12:53 Uhr
    VIDEOPRESSEKONFERENZ: Kreisspitze informiert zur aktuellen Lage rund um Corona im Kreis Bergstraße

    Senioren im Kreis profitieren von „virtueller Luftbrücke”

    Der Kreis Bergstraße bekommt 34 Tablets zur Verfügung gestellt, damit Senioren in Seniorenwohnheimen per Skype Kontakt zu ihren Familien herstellen können. Foto: www.pixabay.com


    KREIS BERGSTRASSE – Am Donnerstag informierten Landrat Christian Engelhardt und die beiden Kreisbeigeordneten Diana Stolz und Karsten Krug im Rahmen einer Videopressekonferenz über den aktuellen Stand rund um Corona im Kreis.

    Landrat Engelhardt blickte dabei unter anderem auf die aktuelle Entwicklung in den Schulen. „Am Mittwoch habe ich Videokonferenzen mit den Schulsprechern der weiterführenden Schulen wie auch mit den jeweiligen Elternsprechern begonnen, mit den Elternsprechern und Schulleitern der Grundschulen werden die Konferenzen in den nächsten Tagen starten. Wichtig ist für uns als Kreis die Frage, wie es aufgrund der aktuellen Bedingungen mit der räumlichen Ausstattung läuft. Aber auch Dinge, die vom Land zu regeln sind, spielen für uns eine große Rolle. Es sind deutliche Unterscheide im Bereich des Unterrichts sichtbar, sowohl was die Präsenz  in der Schule als auch im Bereich Home Schooling angeht”, so Landrat Engelhardt. „Es gibt hierzu Bedenken bei den Eltern, dass die Unterschiede zu einer Chancenungerechtigkeit führen könnten, da einige Schüler mehr Unterricht bekommen als andere. Wir werden dies dem Hessischen Kultusministerium vortragen, in der Hoffnung, dass sich dies in Änderungen der Prüfungen niederschlägt. Denn es ist wichtig, dass alle Schüler gerechte Voraussetzungen für ihre Prüfungen haben.”

    Darüber hinaus stellte Landrat Engelhardt dar, dass das Tagesgeschäft in der Kreisverwaltung wieder startet wieder, unter anderem mit dem Schulentwicklungsplan. Und er verwies darauf, dass das Land Hessen eine „virtuelle Luftbrücke” macht: „Diese soll Technik in Seniorenwohnheime bringen, damit die Senioren per Skype oder ähnlichen Programmen kommunizieren können. Der Kreis Bergstraße bekommt 34 Tablets zur Verfügung gestellt, die an die Seniorenwohnheime verteilt werden, um so neue Kommunikationsmöglichkeiten zu ermöglichen.” 

    Screenings erfolgreich

    Die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz blickte auf die Infektionslage im Kreis: „307 von 349 Fällen sind genesen. Etwa zehn Prozent der Fälle wurden stationär behandelt – aber auch nach dem Überstehen der Erkrankung sind Nachwirkungen teilweise noch ein Leben lang zu spüren, die Infektion kann dramatische Folgen haben”, stellte Diana Stolz klar. „Aktuelle haben wir Personen, die sich in der Reha oder wieder zuhause befinden, die aber immer noch mit den Auswirkungen kämpfen müssen. Es ist wichtig, dass man sich darüber bewusst ist, was hinter den Zahlen steht. Viele Patienten hatten lediglich leichte oder kaum Symptome, aber leider gab es auch schwere Fälle und Todesfälle.”

    Mit Blick auf die Screenings betonte die Erste Kreisbeigeordnete: „Wenn wir entsprechende Anlässe haben, veranlassen wir Screenings, in der letzten Zeit besonders in Pflegeheimen und Flüchtlingsunterkünften. Dabei ist es uns jeweils gelungen, die Infektionsquellen zu ermitteln, so dass wir davon ausgehen können, dass wir die Infektionskette haben. So wurde das Virus in einem Seniorenwohnheim durch eine Pflegerin in die Einrichtung getragen, die sich durch ihren Mann, der außerhalb des Kreises arbeitet, angesteckt hat. Ähnlich ist es bei einer Flüchtlingsunterkunft, auch hier stammt die Infektion durch einen Kontakt bei einem Arbeitgeber außerhalb des Landkreises. In beiden Fällen haben wir die Arbeitgeber in Kenntnis gesetzt. In Schulen oder in der Notbetreuung, die aktuell 20 Prozent der Kinder nutzen, gibt es bisher keine Fälle.”

    Neuer Schutz für Busfahrer

    Der Kreisbeigeordnete Karsten Krug blickte zunächst auf die Bußgeldbescheide: „Wir haben rund zehn Prozent mehr Verstöße in dieser Woche gemeldet bekommen, es ist aber weiterhin ein Abflachen der gemeldeten Verstöße zu beobachten. Im Bereich des ÖPNV sind wir dabei, mit den Verkehrsunternehmen vorzubereiten, dass wir die Fahrerbereiche mit neuen Schutzmöglichkeiten auszustatten, dies ist dank Fördermitteln möglich. Dann wird wieder der Einstieg vorne und der Verkauf von Tickets möglich sein, dies wird aber noch einige Tage dauern bis wir so weit sind.” Zudem erläuterte Karsten Krug, dass derzeit vier Flüchtlingsunterkünfte in Quarantäne sind, darunter zwei in Lampertheim. „Neue Fälle werden in eine Unterkunft nach Bensheim verlegt, um Folgeinfizierungen zu vermeiden, so auch aus Lampertheim”, schloss Karsten Krug. Benjamin Kloos

     
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