Die Gratiszeitung für Lampertheim und das hessische Ried
Sie sind hier: Startseite » Nachrichten » Seniorenfreundlich ist auch familienfreundlich
Do., 25. Januar 2018, 13:15 Uhr
Kreisseniorenbeirat überreichte Zertifikate an 36 „seniorenfreundliche“ Betriebe
Seniorenfreundlich ist auch familienfreundlich
Die Idee der seniorengerechten Lebensgestaltung wurde bereits von zahlreichen Unternehmen und Einrichtungen in Bürstadt, Bobstadt und Riedrode umgesetzt und mit dem Zertifikat des Kreisseniorenbeirates Bergstraße besiegelt. Foto: Hannelore Nowacki
BÜRSTADT – Zur Nachahmung ausdrücklich empfohlen wird die seniorenfreundliche Ausstattung von Geschäften, Praxen, öffentlichen Einrichtungen und kirchlichen Räumlichkeiten. Seniorenfreundlich heiße auch familienfreundlich, darin waren sich die Vertreter des Seniorenbeirates des Kreises Bergstraße, Landrat Christian Engelhardt und Bürgermeisterin Barbara Schader am Dienstagabend bei der Übergabe der Zertifikate im Rathaus an 36 „seniorenfreundliche Betriebe“ in Bürstadt, Bobstadt und Riedrode einig. Auch der Magistrat der Stadt Bürstadt hat sich für dieses Zertifikat qualifiziert - das Rathaus, das Alte Rathaus in Bobstadt und das Bürgerhaus in Riedrode sind seniorenfreundlich. Bürgermeisterin Schader konnte deswegen drei Zertifikate entgegennehmen. Zur feierlichen Übergabe mit Sektempfang waren die Inhaber der meisten zertifizierten Betriebe und Einrichtungen selbst gekommen oder ließen sich durch Mitarbeiter vertreten. Als seniorenfreundlich gilt ein Betrieb, wenn vorgegebene Kriterien erfüllt sind. Das fängt beim barrierefreien Zugang an, der höchstens ein oder zwei Stufen haben darf, die Geschäftsräume sollen mit Rollator gut begehbar sein, Sitzgelegenheiten, ein Getränkeangebot und ein WC sollen vorhanden sein und wenn dann auch noch die Bedienung seniorenfreundlich und die Preisschilder gut lesbar sind, kann ein Zertifikat beim Kreisseniorenbeirat beantragt werden. Neben Geschäften und Gaststätten haben sich auch die Kirchengemeinden auf die Bedürfnisse von Senioren eingestellt. Das Katholische Gemeindezentrum St. Michael und die Evangelische Kirchengemeinde in Bürstadt sowie die das Katholische Pfarrzentrum St. Josef und die Evangelische Kirchengemeinde in Bobstadt sind seniorengerecht ausgestattet. Ein bekanntes Beispiel in der Geschäftswelt ist EDEKA Krebs. Bürgermeisterin Schader betonte, dass die Teilhabe am öffentlichen Leben möglich sein müsse. Siegfried Gebhardt, der sich im Arbeitskreis „seniorenfreundliche Betriebe“ engagiert, habe sich in Bürstadt auf die Suche begeben und dabei festgestellt: „Ihr habt doch alles – dann reichen wir das mal ein“. Schader wies auch darauf hin, dass es in Bürstadt jetzt auch einen Seniorenbeirat gebe. Landrat Christian Engelhardt ging der Frage nach, weshalb es ein solches Zertifikat geben muss. Die Menschen in unserer Gesellschaft werden älter, bleiben aber auch aktiver, stellte er fest. Als Verbraucher und Kunden seien die Senioren für Unternehmen eine wichtige Zielgruppe. „Die Stadt Bürstadt ist die Bürgerstadt mit Herz, die erkennbar auch ein Herz für Senioren hat“, meinte Engelhardt anerkennend, es gehe um generationenübergreifendes Einfühlungsvermögen. Nikolaus Teves, Vorsitzender des Kreisseniorenbeirats aus Heppenheim, sprach sich für eine seniorengerechte Lebensgestaltung aus und wendet sich mit seinem Aufruf an weitere Betriebe, ihren seniorenfreundlichen Service weiterzuentwickeln und sich an den Kreisseniorenbeirat zu wenden. Die am Dienstag ausgegebenen Zertifikate gelten zunächst für zwei Jahre, nach einer weiteren Überprüfung sind sie dauerhaft gültig. „Wir sehen uns in zwei Jahren wieder“ sprach er die Anwesenden motivierend an. Ingrid Neuendorf, Mitglied im Kreisseniorenbeirat und ehrenamtliche Leiterin des Arbeitskreises „seniorenfreundliche Betriebe“, hatte einen ganzen Stapel mit dicken Mappen mitgebracht, die neben den Zertifikaten Informationsmaterial enthielten. In Gemeinschaftsarbeit übergaben Bürgermeisterin, Landrat und die Mitglieder des Kreisseniorenbeirates die Zertifikate. Hannelore Nowacki