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  • Mi., 31. Januar 2018, 12:05 Uhr
    Blockflötenworkshop mit Katharina Hess kam gut an

    Sich in den Ensembleklang hineinhören 

     

    Die Teilnehmenden des Blockflötenworkshops präsentieren ihre Instrumente. In der hinteren Reihe, dritte von rechts, steht die Referentin Katharina Hess. Foto: Dekanat Ried


    GROSS-ROHRHEIM – Gute Resonanz fand der Blockflötenworkshop, den das Evangelische Dekanat Ried am Samstag in Groß-Rohrheim veranstaltete. 24 Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Alter von 11 bis 80 Jahren kamen aus Lampertheim, Biblis, Groß-Rohrheim, Gernsheim, Stockstadt, Goddelau, Trebur, Höchst im Odenwald und Vielbrunn, um unter Leitung der Referentin Katharina Hess das eigenen Spiel unter neuen Aspekten zu betrachten, gemeinsam zu spielen und neue Literatur kennenzulernen.

    Den Start in den Tag machte Hess mit Atemspürübungen. „Unser Atem ist die Seele des Blockflötenspiels“, sagte die erfahrene Lehrerin, die selbst zwei Ensembles für tiefe Flöten leitet, „wenn der Atem ruhig und gleichmäßig fließt, wird seine Luft das Instrument am besten zum Klingen bringen.“ So empfahl Frau Hess den Blockflötenkreisleiterinnen, jede Ensembleprobe mit gemeinsamen Atemübungen zu beginnen, dies fördere auch das Zusammenspiel der Instrumentalisten. Für die renommierte Blockflötistin, Dozentin am Weiterbildungszentrum in Ingelheim und an der Bundesakademie in Trossingen, stand insgesamt das Aufeinanderhören im Vordergrund. „Nur, wenn wir bereit sind, unser eigenes Spiel ganz im Klang des Blockflötenchores aufgehen zu lassen, wird des Gesamtklang rund und schön“ beschrieb Hess ihren Ansatz. Dazu forderte sie alle Spielenden auf, ein einfaches Stück einmal mit geschlossenen Augen zu spielen und sich bei allen Einsätzen auf Gehör zu verlassen.

    Als nächstes erarbeiteten die Spielerinnen beispielhaft an einem Stück Heinrichs des Achten die typische Artikulation für Renaissance-Literatur. Sie wiederholten einzelne Takte als „Schleife“ solange, bis der gewünschte Klang perfekt war. „Am Hofe dieses berühmten englischen Königs gab es um das Jahr 1500 die größte Blockflötensammlung Europas“, erzählte dazu Katharina Hess, „ihm haben wir viele Erkenntnisse über das Spiel diese Instrumentes zu verdanken.“

    Die Blockflöte aus ihrem Nischendasein als Einsteigerinstrument heraus zu holen, ist ein weitere wichtiger Impuls von Hess, die selbst 25 Jahre in Blockflötenquartett „Flautando Köln“ musizierte und in der Jury des Bundeswettbewerbs von „Jugend musiziert“ mitarbeitet. So berichtete sie am Nachmittag von neuen Entwicklungen im Bereich des Blockflötenbaus. Neben der klassischen Flötenfamilie von Sopran-, Alt, Tenor- und Baßflöte gibt es inzwischen Subbaß-, Kontrabaß- und Subkontrabaßflöten, deren warmer und voller Klang eine Bereicherung für die Blockflötenliteratur ist. Unterschiedliche Bauformen bewirken, dass der Klang des Instruments obertonreicher oder grundtöninger ist. Selbst eine elektronisch verstärkte Flöte gibt es inzwischen, mit der man als Soloinstrument mit einem Orchester musikzieren kann.

    Als letztes stand die Erschließung von zwei Passionschorälen des barocken Komponisten Johann Sebastian Bach auf dem Programm. Mit ihren chromatischen Abschnitten waren sie eine besondere Herausforderung für die Flötenden, die mit ihrem Spiel den Text der Choräle interpretierten.

    Zu Abschluss des Tages präsentierte die Gruppe noch einmal alle erarbeiteten Stücke in einem kleinen internen Vorspiel. Dekanatskantorin Gunhild Streit und Blockflötenkreisleiterin Ulrike Wollny, die den Workshop gemeinsam organisiert hatten, zeigten sich mit dem Resultat sehr zufrieden. „Es war beeindruckend, wahrzunehmen, wie der Klang des Ensembles im Laufe des Tages durch das gemeinsame Spiel gewachsen ist“, beschrieb Streit ihren Ein- druck, „ich hoffe, dass alle Spielenden neue Impulse für ihre eigene Arbeit mit nach Hause nehmen.“ zg

     

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