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  • Do., 29. Januar 2015, 21:58 Uhr
    Schulung zur Prävention von sexuellem Missbrauch im Bistum Mainz

    Sicherheit bei einem Verdachtsfall

    Zahlreiche Bibliser nahmen an der Schulung zur Prävention von sexuellem Missbrauch im Bistum Mainz teil. Foto: oh


    BIBLIS - Rund 38 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Pfarrgruppe Biblis und der Kindertagesstätte Sonnenschein haben am 24. Januar an einer Schulung zur Prävention von sexuellem Missbrauch teilgenommen. Das Treffen für ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Pfarreien und Erzieherinnen aus der Kindertagesstätte fand im Gemeindezentrum St. Bartholomäus in Biblis statt und war eine von zahlreichen Präventionsveranstaltungen, die im gesamten Bistum angeboten werden. Es teilte sich auf in zwei Gruppen: Eine Kurzschulung von drei Unterrichtsstunden fand am Vormittag statt und war für Ehrenamtliche gedacht, die in Gremien wie den Pfarrgemeinde- oder Verwaltungsräten, Kindergottesdienstkreisen oder der Katholischen Öffentlichen Bücherei arbeiten und weniger oder keinen direkten Kontakt zu Kindern haben. Eine ausführliche Schulung von sechs Unterrichtsstunden wurde nachmittags für Erzieherinnen angeboten sowie für Personen, die z.B. Kinder bei Ferienfreizeiten betreuen oder z.B. im Rahmen einer Bibelnacht oder einem Kinderchorwochenende mit Kindern übernachten.

    Das Bistum Mainz hat zum 1. Februar 2011 mit der Verordnung zur Prävention von sexuellem Missbrauch verbindliche Standards für die Präventionsarbeit gesetzt. Die Verordnung orientiert sich in weiten Teilen an den entsprechenden Vorgaben der Deutschen Bischofskonferenz, insbesondere der Rahmenordnung vom 23. Oktober 2010. Das Bistum Mainz hatte bereits zum 1. November 2010 eine Koordinationsstelle eingerichtet, deren Aufgabe es unter anderem ist, die Träger von Einrichtungen bei der Umsetzung der Präventionsverordnung zu beraten.

    Geleitet wurden beide Schulungen von jeweils zwei Referenten: Herrn Dr. Bernhard Deister (Pastoralreferent, Diplom-Theologe, Diplom-Psychologe und Krankenhausseelsorger in Heppenheim) und Herrn Jonas Ansorge (zuständig für die Jugendarbeit innerhalb der KJG). Sie gingen unter anderem darauf ein, dass es sich bei den in der Katholischen Kirche bekannt gewordenen Fällen von sexuellem Missbrauch „überwiegend um Beziehungstaten handelt“. Der Täter baue zunächst eine Beziehung zu seinem Opfer auf und schaffe dann Isolation. Erläutert wurde unter anderem die im Rahmen der Prävention eingeführte notwendige Vorlage eines erweiterten Führungszeugnisses für hauptamtliche und teilweise auch ehrenamtliche Mitarbeiter sowie die künftig abzugebenden Selbstverpflichtungserklärungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Aufgelockert wurden die Informationen durch konkrete Beispiele, zu denen die Anwesenden per farbiger Karte entscheiden sollten, ob sie eine geschilderte Situation als „sehr kritisch“ (rote Karte), „bedenklich“ (gelbe Karte) oder „unkritisch“ einschätzten, was nicht immer ganz einfach zu beurteilen war und anschließend gemeinsam besprochen wurde.

    Desweiteren sollten diese Schulungen den Anwesenden Sicherheit geben, wie sie in einem Verdachtsfall richtig zu reagieren haben, um dem mutmaßlichen Opfer nicht zusätzlich zu schaden. Wichtig ist vor allem auch zu wissen, an welche Fachkräfte man sich z.B. im Kreis Bergstraße wenden kann. Dazu wurden auch Infokärtchen mit Kontaktdaten wichtiger Ansprechpartner in Visitenkartengröße für den Geldbeutel verteilt, sowie eine Broschüre mit dem Titel „Kinder schützen“. Nicht zuletzt soll das Wissen um die Hintergründe sexueller Gewalt und die Achtsamkeit im Umgang miteinander potentielle Täter abschrecken. zg

     

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