NORDHEIM – Auf dem Weg zum Rhein steht der alte Grenzstein der pfälzischen Ritterfamilie von Sickingen von 1778. Er trägt ein barockes Wappenschild, in dem fünf Halbkugeln mit der Jahreszahl 1778 zu sehen sind. Die ganze Gewann hierbei gehörte einst den Rittern. Die Sickinger waren eigentlich in Landstuhl und bis ins Elsass sehr begütert. 1445 bis 1482 bestieg Reinhard von Sickingen den Bischofsstuhl in Worms. 1518 – in der Fehde des Ritters Franz von Sickingen gegen Philipp von Hessen – trotzte die Burg Stein erfolgreich dem Ritterheer, denn die Besatzung unter Johann von Gilse und Thonges Wolf schoss so eifrig daraus und wehrte sich so heftig, dass Ritter Franz bald abzog. Er hatte größeres vor, belagerte Darmstadt und nahm es ein. Der Streit entfachte sich wohl um die Wiesen seines Bruders hier in Nordheim. Später ging das ehemalige Wiesengelände vermutlich über die Familie von Bach an den Freiherrn von Babo in Mannheim über und das 1839 an die hiesige Landwirtsfamilie Christmann. zg