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Fr., 02. November 2018, 08:29 Uhr
Infoabend zum Zwischenlager von Atommüll in Biblis / Zwischenlager werden kein Endlager
Sieben Castor-Behälter aus Sellafield für Biblis
Aus dem Zwischenlager Biblis wird kein Endlager werden – dies war eine der wesentlichen Botschaften des Informationsforums in Biblis. Foto: Franziska Hartmann
BIBLIS – Am Dienstag lud das Bundesamt für Kerntechnische Sicherheit (BfE) alle interessierten Bürgerinnen und Bürger zu einer Infomationsveranstaltung zum Zwischenlager Biblis ein.
Nach drei Vorträgen von Bürgermeister Felix Kusicka zu den Anliegen der Anwohnerinnen und Anwohner in Biblis, der RWE Nuclear GmbH zum Thema Verantwortung für Sicherheit bei Transport und Zwischenlagerung, sowie vom BfE über die Genehmigungsvoraussetzungen für Transport, Zwischenlagerung und Abtransport, stellten sich die Redner bei einer Podiumsdiskussion den Fragen des Publikums.
Biblis soll im nächsten Jahr sieben der 22 Castor-Behälter mit deutschen radioaktiven Abfällen aus der Wiederaufbereitungsanlage aus Sellafield (Großbritannien) aufnehmen. Im September 2017 hatte die RWE Nuclear GmbH dafür einen Antrag auf Genehmigung beim BfE gestellt. Die vorgesehenen Prüfverfahren zu Lagerung und Transport der Castoren werden voraussichtlich 2019 abgeschlossen sein. Hierbei werden unter anderem die Abschirmung der Radioaktivität vor der Umwelt, sowie auch die Sicherheitsvoraussetzungen des Lagers geprüft, erklärte der Präsident des BfE, Wolfram König, vor der Informationsveranstaltung. Auch für den Bibliser Bürgermeister Felix Kusicka hat die maximale Sicherheit oberste Priorität. „Es ist wichtig, dass die Bürger die Entscheidungen auch nachvollziehen können“, so Kusicka. Insgesamt ist das Zwischenlager Biblis für 135 Castoren ausgelegt.
Zurzeit lagern dort bereits 101 Behälter aus Biblis. Ein weiter soll noch folgen plus die sieben Behälter aus Sellafield.
„Bei den radioaktiven Abfällen handelt es sich um Material, das in Deutschland produziert wurde. Oberste Priorität ist es, dieses bis zur Endlagerung sicher zu verwahren“, so König.
Im nächsten Jahr werden sieben weitere Castoren im Zwischenlager Biblis gelagert. Archivfoto: Benjamin Kloos
Bis 2005 hatten die Betreiber deutscher Atomkraftwerke die Abfälle in Form von bestrahlten Brennelementen zur Wiederaufarbeitung nach Frankreich und Großbritannien transportiert. Die Abfallbesitzer sind vertraglich verpflichtet, diese zurückzunehmen. Aus dem Kernkraftwerk Biblis wurden insgesamt 147 Behälter in die Wiederaufarbeitung ins Ausland gegeben, wovon 22 Behälter mit radioaktivem Abfall zurücktransportiert werden müssen. 15 davon wurden bis 2011 im Zwischenlager Gorleben eingelagert. 2015 einigten sich Bund, Länder und die Abfallbesitzer darauf, die radioaktiven Abfälle in den Zwischenlagern Biblis, Brokdorf, Niederaichbach/Isar und Philippsburg einzulagern. Auch Niederaichbach/Isar und Borkdorf sollen je sieben Behälter mit hochradioaktivem Müll aus dem Ausland aufnehmen. In Philippsburg sollen weitere fünf Castoren aus Frankreich mit schwachem bis mittelstarken Abfällen eingelagert werden. Die Prüfverfahren hierfür sollen ebenfalls 2019 abgeschlossen werden.2046 läuft die Genehmigung für das Zwischenlager Biblis aus. „Zwischenlager sollen und können keine Endlager werden“, betonte König. Franziska Hartmann