Nordheimer Kerb mit zahlreichen Höhepunkten gespickt
Sieger flog mit Schubkarre ins Ziel
Voller Einsatz: Beim Schubkarrenrennen gaben die Teams alles – teilweise zum Leidwesen der eigenen Teamkollegen. Foto: Benjamin Kloos
NORDHEIM – Es war wieder einmal der heimliche Höhepunkt der diesjährigen Nordheimer Kerb: Am Montag fand das beliebte Schubkarrenrennen statt – eine Riesengaudi für Teilnehmer und besonders die Zuschauer, unter die sich auch der Bibliser Bürgermeister Felix Kusicka gemischt hatte.
Acht Teams – sechs Männer- und zwei Frauenmannschaften á zwei Personen – stellten sich dem unterhaltsamen Wettkampf, bei dem es neben der Fahrt mit dem Schubkarren über Rampen und um Pylonen zwei weitere Aufgaben zu bewältigen gab: Dem Leeren eines Bechers mit Schorle folgte eine „Übung zum Erhalt der Nordheimer Bevölkerung”. Denn diese schrumpft, wie Armin Tremmel in seiner äußerst humorvollen Moderation des Events betonte. „Dies liegt sicher am falschen Bewegungsablauf, der nicht mehr so präsent ist”, rief er zur Begeisterung der Zuschauer. Und so musste sich der „Lieger” auf eine Bank legen und gemeinsam mit seinem Partner, dem Fahrer der Schubkarre, durch entsprechende eindeutige Bewegungen einen Luftballon zum Platzen bringen. Zahlreiche begeisterte Zuschauer feuerten die Teams an, die vollen Körpereinsatz einbrachten – mit manch Sturz inklusive, aber glücklicherweise ohne ernste Verletzungen.
„Wiederholung” erschallte es durch die Nordheimer Gassen, wenn sich wieder einmal ein wahres Fotofinish abzeichnete – so unter anderem beim ersten Duell der beiden Damenmannschaften mit Kerwemudder Silke als Fahrerin, die das Duell bei der Wiederholung letztlich jedoch verlor. Durch mehrfache Remis und den entsprechenden Wiederholungsläufen bestand zeitweise Gefahr, dass sowohl Luftballons als auch Schorle knapp würden – aber dank der Zuschauer konnte ersteres verhindert werden, während bei der Schorle am Ende das Wasser den Wein klar überwog.
Nach spannenden Duellen folgte zum Finale der Höhepunkt: Der Sieger „flog” wortwörtlich ungebremst in der Schubkarre ins Ziel, sein „Fahrer” folgte kurz darauf. Die glücklichen Sieger Holger Schmidt und Daniel Rotenhäuser durften sich nach dem Triumph im Finale über ein Freibier freuen.
Auch Kerwemudder Silke I. legte sich ins Zeug – am Ende reichte es jedoch nicht zum Weiterkommen in die nächste Runde. Foto: Benjamin Kloos
Bereits in den Tagen zuvor wurde in Nordheim kräftig gefeiert: Nach der Eröffnung am Samstag mit dem durch Pfarrer Polzer gehaltenen Gottesdienst in Mundart folgte der traditionelle Bieranstich. Am Sonntag hielt Kerwemudder Silke ihre traditionsreiche Kerweredd, in der sie humorvoll das vergangene Jahr Revue passieren ließ, vormittags bestand bereits Gelegenheit, sich in geselliger Runde auszutauschen und die Kerb zu genießen. Auf keinen Fall Fehlen durfte am Kerbemontag auch das große Zusammenkommen bei Speck und Eiern in der KSG-Halle.
Einen gelungenen Beitrag zur diesjährigen Kerb leistet auch der 15-jährige Felix Berz – der als Videofilmer auch für den TIP tätig ist – mit seinem eigens gedrehten Video „Happy”, das regelmäßig zu sehen war. Und wer sich für die Geschichte der Gemeinde interessierte, war bei der Sonderausstellung „Wie die Wattenheimer und Nordheimer Kirchen zum Stift Zell kamen" im Alten Rathaus an der richtigen Adresse. Benjamin Kloos