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  • Fr., 14. August 2020, 15:13 Uhr
    VIDEOPRESSEKONFERENZ: Gesundheitsdezernentin Diana Stolz informierte über aktuelle Entwicklung / Neue Fälle vor allem Reiserückkehrer

    „Sind angesichts der aktuellen Zahlen sehr sensibilisiert”

    KREIS BERGSTRASSE – Die Zahlen machen es deutlich: Die Corona-Pandemie ist noch längst nicht überstanden, auch im Kreis Bergstraße gibt es täglich neue Infektionen. Anlass genug für Gesundheitsdezernentin und Kreisbeigeordnete Diana Stolz, im Rahmen einer Videopressekonferenz  über die aktuelle Situation zu informieren – auch angesichts des Anstieges des öffentlichen Interesses.

    „Die Zahlen in dieser Woche sind gestiegen, wir schauen genau, wo die Infektionsketten sind und wo wir vielleicht steuern müssen”, erläuterte Diana Stolz. „Am Anfang der Pandemie waren unter den Infizierten vor allem Reisende, diese Zahl ist durch den Lockdown und die Reisebeschränkungen runtergegangen, zuletzt hatten wir nur Infektionen im Landkreis. Dies hat sich jetzt geändert: Aktuell haben über 70 Prozent der aktuellen Infektionen ihre Ursache im Ausland. Hauptrisikoländer sind derzeit Kosovo, die Türkei und Kroatien, dies spiegelt sich auch im Kreis wieder, es geht hauptsächlich um diese Regionen. Vereinzelte Fälle gibt es darüber hinaus bei Reiserückkehrern aus Ägypten, Kenia, Spanien und Malta. Neben den klassischen Urlaubern sind unter den Infizierten auch Menschen, die ihre Familien im Ausland besucht haben. Viele der Rückkehrer haben sich sehr positiv verhalten, so dass ein Infektionsrisiko im Kreis hier sehr gering ist.”

    Eine deutliche Verschiebung habe es im Bereich des Alters der Infizierten gegeben: „Dieses hat sich deutlich verschoben, aktuell haben wir bei Neuinfektionen einen Durchschnitt von 34 Jahren und auch vermehrt Kinder: 16 Prozent der Neuinfektionen sind Kinder und Jugendliche. Es gibt aktuelle nur einen sehr geringen Anteil an älteren Menschen, bei den neuen Infektionen liegt die Zahl derzeit unter zehn Prozent bei Menschen über 60 Jahren.”

    Angesichts der aktuellen Entwicklung sei das gesamte Team des Gesundheitsamtes sowie die Kreisspitze sehr sensibilisiert. „Wir haben uns sehr deutlich gefragt, was es für Auswirkungen für den Schulstart gibt: Wir haben allen Schulen Empfehlungsschreiben geschickt, dass die Eltern bestätigen sollten, dass sie sich in den vergangenen beiden Wochen nicht in Risikogebieten aufgehalten oder aber ein ärztliches Attest haben, dass keine Infektionsgefahr vorliegt. Dies dient nicht der Panikmache, sondern wir versuchen, das infektionsgeschehen im Kreis möglichst niedrig zu halten. Daher ist es uns wichtig, dass alle Eltern über die Thematik informiert sind. Denn es ist besser zu reagieren, wenn man Rauch sieht, als wenn es richtig brennt. Sensibilisierung ist in diesem Zusammenhang sehr wichtig.“

    Die aktuellen Zahlen seien zwar gestiegen, aber „Gott sei Dank sind wir weit entfernt von den 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen, aber wir sind nah an die 10 geraten. Ich habe immer gesagt wir fangen früh an zu reagieren. Auch in diesem Zusammenhang begrüßen wir sehr, dass das Land klare Regelungen getroffen hat, wann und mit welchen Symptomen ein Kind in die Schule und den Kindergarten gehen darf und wann nicht. Generell werden wir weiterhin genau hinschauen und reagieren, auch mit Screenings”, so die Gesundheitsdezernentin weiter.

    Einen Dank und ein Lob richtete Diana Stolz sowohl an die Bürger als auch an ihre Mitarbeiter: „Das Gesundheitsamt tut alles in seiner Kraft stehende, um weiter effektiv zum Wohl der Gesundheit der Menschen im Kreis Bergstraße und darüber hinaus zu arbeiten, dabei haben wir auch benachbarte Kreise im Blick. Ich appelliere an alle Bergsträßerinnen und Bergsträßer, die sich bisher vorbildlich verhalten haben, weiter vernünftig und mit der gegebenen Vorsicht zu reagieren. Vielen Dank für Ihre Besonnenheit. Danke auch an meine Mitarbeiter für die hervorragende Arbeit und die Einsatzbereitschaft, ich bin sehr froh und dankbar, so ein starkes Team an meiner Seite zu haben.”

    Bezüglich der Schülerbeförderung mahnte Diana Stolz auch im Namen des zuständigen Dezernenten Karsten Krug an, dass die Maskenpflicht gilt. Ansonsten fahren die Busse im üblichem Fahrplan. Und auch von der Bußgeldstelle des Kreises gibt es wenig neues, die Anzahl der Verstöße im Kreis gegen die Coronamaßgaben sei weiter sehr moderat. Benjamin Kloos
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