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  • Mo., 17. Februar 2020, 14:40 Uhr
    Schweinehaltung mit Kreislaufwirtschaft schont die Umwelt

    So fühlt sich das Schwein sauwohl

    Mit dem Rüssel im Stroh wühlen oder sich in aller Ruhe ins Stroh kuscheln, das gefällt den Schweinen. Foto: oh


    LAMPERTHEIM –  „Schwein gehabt“, eine Feststellung, die ein besonderes Glücksgefühl ausdrückt. Doch bei Massentierhaltung als industriell organisierte Fleischproduktion vergeht den Konsumenten und Fleischliebhabern immer häufiger der Appetit. Fleischgenuss soll nach dem Willen vieler Menschen in Deutschland mit dem Wohlergehen der Tiere einhergehen. Dass funktioniert, wenn auch die Verbraucher beim Einkauf mitziehen, meint Helmut Steinmetz, der wie nur wenige Landwirte in der Region in seinem Familienbetrieb mit Sohn Sven die Schweine in einem hellen Stall hält, mit viel Platz für Bewegung und auf Stroh zum gemütlichen Hineinkuscheln und Spielen. Keine nackten Spaltenböden, unter denen die Gülle fließt, es gibt nur Mist aus Stroh, der nach Ablagerung zu Kompost und wertvollem Dünger für die Felder wird, auf denen wiederum das Getreide gedeiht, das die Schweine als Futter bekommen, angereichert mit Vitaminen, Mineralien sowie hochwertigem Eiweiß und pflanzlichen Fettsäuren aus der Sojaölpressung in Mannheim oder Mainz. Das eigene Stroh wird für ein ganzes Jahr eingelagert. Auch mal frisches Brot vom Bäcker lieben die Schweine. Eine umsichtige Kreislaufwirtschaft mache diese Art der Schweinehaltung möglich, berichtete Helmut Steinmetz im Gespräch mit dem TIP. Seine Schweine werden nicht mit Antibiotika gefüttert und werden nur selten krank, weil sie viel Platz, viel Licht und Luft zum Wohlfühlen haben. Ackerfläche und Schweinehaltung stehen im ausgeglichenen Verhältnis, erklärt Landwirt Steinmetz, anders als bei Großbetrieben, die viel Gülle auf kleiner Fläche ausbringen. Auch werden seine Schweine für die gute Fleischqualität größer und schwerer als in der Standardhaltung. Bei der eigenen Schlachtung entfallen zudem lange Transportwege. In der eigenen Metzgerei werden Fleisch und Wurstwaren verarbeitet, die dann im eigenen Bauernladen verkauft werden. „Alles aus eigener Hand“ ist die Philosophie. Nach dem Gesetz dürfen auf der Fläche, die Steinmetz für 350 Schweine reserviert, 2.000 Schweine gehalten werden und je größer der Betrieb mit Massentierhaltung ist umso mehr staatliche Prämien gebe es. Der Familienbetrieb Steinmetz wolle subventionsfrei wirtschaften, machte Helmut Steinmetz deutlich, wenngleich sein Sohn schon mal schimpfe, schließlich sei es geschenktes Geld. „Wir gehen unseren Weg, die Verbraucher müssen bereit sein, den höheren Preis für die Qualität zu bezahlen“, meint der Vater und ist überzeugt: „Über Gesetze kann man das nicht regeln“. Und wie steht es mit biologischer Landwirtschaft? Im Ried sei die Umstellung nur möglich, wenn alle Landwirte mitmachen würden, weil die Ackerflächen für die Fruchtfolge untereinander getauscht werden. Während der Umstellungszeit könnten die Produkte außerdem nicht als Bioware vermarktet werden. Eine letzte Frage: Woran erkennt man, dass die Schweine glücklich sind? „Unsere Schweine sind immer ruhig und ausgeglichen“. Hannelore Nowacki

     

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