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  • Fr., 04. November 2016, 09:09 Uhr
    Arbeitsgruppe Ortsgeschichte erzählt 3. Klasse von der alten Schule

    So war in Bobstadt die „Schule früher“

    Wie war „Schule früher“? Um dieses Thema geht es gerade im Sachkundeunterricht der dritten Klasse der Astrid-Lindgren-Schule. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe Ortsgeschichte Bobstadt führten die Kinder anschaulich durch das heutige „Alte Rathaus“, das früher auch Schule war. Auf dem Vorplatz ging es auch um die viel ältere Bobstädter Ortsgeschichte. Foto: Hannelore Nowacki


    BOBSTADT – Ein kleiner Spaziergang war es, dann erreichte die dritte Klasse der Astrid-Lindgren-Schule mit zwei Lehrerinnen das Alte Rathaus, das früher eine Zeit lang auch Schule war. Damals gab es sogar eine Hauptschule mit acht Klassen im Dorf. Untergebracht waren die Klassenräume in den 1950er Jahren zunächst in der hölzernen Notkirche und im heutigen Alten Rathaus, das einst als Rathaus und später als Verwaltungsstelle diente. Dies und vieles mehr erfuhren die Kinder am Donnerstag bei ihrem Besuch im Alten Rathaus. Im Sachkundeunterricht ist gerade das Thema „Schule früher“ dran, berichtete ihre Lehrerin Nicole Baumann. Über 50 Jahre gibt es die Astrid-Lindgren-Schule schon. Die 26 jungen Besucher wurden schon von Mitgliedern der Arbeitsgruppe Ortsgeschichte erwartet, die sich vorgenommen hatten, den Kindern einen lebendigen Einblick in vergangene Zeiten zu geben. Zustande gekommen war der Kontakt über Arbeitsgruppensprecher Volker Utz, der selbst, wie auch weitere Mitglieder der Arbeitsgruppe, in Bobstadt zur Schule gegangen war.  „Allen einen guten Morgen“, sagte Volker Utz in die Runde. Im Chor antworteten die Kinder geübt „Guten Morgen, lieber Herr Utz“. In zwei Gruppen eingeteilt, erkundete die eine Gruppe mit Lehrerin Ingrid Fehr das Gebäude im Innern, das im Obergeschoss den Arbeits- und Archivraum der Arbeitsgruppe Ortsgeschichte beherbergt. Ursula Cornelius empfing die Gruppe hier und wies auf  die historischen Ausstellungsstücke hin. Ziemlich attraktiv fanden die Kinder den Korb mit Gummibärchentütchen. Siegmund Stumpf hatte eine Bilderschau am Computer vorbereitet, die das Ortsgeschehen über Jahrzehnte und Gebäude im früheren und heutigen Zustand zeigte. Dicht gedrängt um den Bildschirm waren die Kinder sehr interessiert zu hören, was Stumpf zu berichten wusste. Das heute so schön renovierte Alte Rathaus hatte früher nicht den heutigen baulichen Charme, der Schulhof war nicht gepflastert, aber eingefriedet. Die wenigen Autos, die damals auf Bobstädter Straßen fuhren, gelten heute als Oldtimer, wie die historischen Fahrzeuge, die auch in diesem Jahr wieder zur Kerwe am Alten Rathaus anrollten. Die schwarzweißen und farbigen Fotografien von früher und aus der nahen Vergangenheit schauten sich die Kinder ganz genau an. Fragen über Fragen stellten sie  Kinder und auf Stumpfs Frage „wollt ihr noch mehr gucken“ kam ein sehr begeistertes „Ja“.  Anschließend war Fototermin in Zweiergruppen auf der alten Schulbank im Flur. Stühle habe es früher nur für die Lehrer gegeben, hörten die Kinder. Einige schauten sich die alten Bücher an, die auf dem Tisch lagen. Sauber mit Tinte in Sütterlinschrift geschrieben war das gerichtliche Protokollbuch, die selbst einige Arbeitsgruppenmitglieder nur mühsam entziffern konnten. Im Wechsel ging es dann nach draußen, wo zunächst Volker Utz die Schulgeschichte in Bobstadt erläuterte. Im Glockenturm des Alten Rathauses läutete früher die Glocke zum Unterrichtsbeginn, heute sei sie festgemacht. Willi Halkenhäuser führte die Kinder anschließend in die Geschichte der Grenzsteine ein, die auf dem Vorplatz dekorativ aufgestellt sind. Eine Kerbe im Mauerwerk des Alten Rathauses zeigt, wie weit im Jahr 1882 das Hochwasser aufgelaufen war, nachdem der Damm gebrochen war – die Kinder hätten bis über den Kopf im Wasser gestanden. Fotografien hatten die katastrophale Lage festgehalten, man fuhr in Bobstadt und Hofheim mit Booten durch die überschwemmten Straßen. An den Grenzsteinen erklärte Halkenhäuser den Kindern, dass Bobstadt über die Jahrhunderte hinweg mehrfach den Ortsnamen änderte. Auf dem dreieckigen Grenzstein aus der Gemarkung Bobstadt, Biblis und Bürstadt ist „Babstadt“ zu lesen. Viele interessierte Fragen konnten die Arbeitsgruppenmitglieder beantworten. Wie war früher die Sitzordnung in den Klassen, wo und wie waren die Schultoiletten, gab es Klettergeräte im Schulhof und was genau war eine Strafarbeit – Fragen, die geklärt werden konnten. Hannelore Nowacki

     

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