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  • Mo., 18. September 2017, 11:18 Uhr
    Bürgerinitiative „Unser Bahnhof“ nimmt Stellung zum Bebauungsplan für das Bahnhofsumfeld

    Sorge um lebenswertes Wohnen im Bahnhofsumfeld

    Ende der Einbahnstraße – nicht nur an diesem Punkt unterscheidet sich die Planung von den Vorstellungen der Anwohner und Mitglieder der Bürgerinitiative „Unser Bahnhof“ Wilfried Schwarz, Herbert Massoth, Cornelia Hurlebrink, Alfred Roth, Sandra Sipahi und Christa Roth. Foto: Hannelore Nowacki

    BÜRSTADT – Einige Mitglieder der Bürgerinitiative „Unser Bahnhof“ (BI) hatten die Presse zu einem Ortstermin und Gespräch in die Bahnhofsallee eingeladen. Anlass war die gegenwärtige Offenlage der Planungen bis zum 29. September, mit der Möglichkeit für Bürger Einwendungen zu erheben. Die Lage an diesem freundlichen Spätsommerabend: Stattliche Lindenbäume stehen in sattem Grün auf dem Grünstreifen zwischen den beiden Fahrbahnen. Gegenüber auf der Baustelle vor den Gleisen in Bahnhofsnähe ist Feierabendruhe eingekehrt, ein großer Bagger ist abgestellt. Im Zuge des Bahnhofsumbaus und der Umgestaltung des Bahnhofsumfeldes soll sich nach den Plänen der Stadt Bürstadt auch das Wohnumfeld der Anwohner ändern. Allerdings meint die Bürgerinitiative, dass es für ihre Wohnqualität und die alten Lindenbäume nicht gut werden wird. Deshalb haben sie schon früh gegen diese Planung protestiert, eine Online-Petition geschaltet und nun eine Stellungnahme geschrieben, die sie der Öffentlichkeit vorstellten. Mit der Offenlage der Bebauungsplanung für das Bahnhofsumfeld und Einsprüchen dagegen gehe es in die zweite Runde, erklärte BI-Mitglied Alfred Roth. Zur Verdeutlichung seines Anliegens hatte er mit Kreide einige unauffällige Markierungen auf den Gehweg gezeichnet – etwa zwanzig Zentimeter von der Hauswand bis dahin, wo zukünftig der Gehweg enden soll. Dieser solle statt 2,50 Meter nur noch 1,80 breit sein, um Platz für zwei gegenläufige Fahrspuren zu gewinnen. Parken vor den Wohnhäusern und Halten zum Ein- und Ausladen sei dann nicht mehr möglich. Zum Nachteil der Anwohner würden außerdem die Bushaltestellen vom Bahnhof vor die Wohnhäuser verlegt werden. Zur Straßenverbreiterung werde an der gegenüberstehenden Linde achtzig Zentimeter in die Tiefe „gebuddelt“ werden, um eine Drainage zu legen. Roth sieht hier einen Eingriff in den Wurzelbereich, den der Baum nicht überleben werde. „Die Planung ist ein Fake, um die Anwohner zu beruhigen“, ist er sicher, „das macht man in Bürstadt so“. Aus der jetzigen Einbahnstraße würde eine zweispurige Straße mit mehr Lärm- und Emissionsbelastung werden. Aus Sicht der BI wurde die Notwendigkeit, die Straßenführung zu ändern, nicht nachgewiesen. Der Verkehrslärm sei außerdem mit zweierlei Maß gemessen worden. Ein Einspruch sei durch ein Gutachten der Stadt Bürstadt abgewehrt worden. „Warum sollen wir ein Leben lang unter dem Verkehrslärm leiden“, zeigte sich eine Anwohnerin verärgert. Am nächsten Haltepunkt der Begehung vor dem Bahnhofsgebäude ging es um die geplante Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes. Wie dieses neue Entree umgesetzt werde, sei gar nicht bekannt, meinte BI-Mitglied Herbert Massoth. Eine weitere Anwohnerin fand: „So lassen wie es ist, für einen Bahnhofsvorplatz braucht man keine zwanzig Meter“. Massoth kritisierte die geplanten Ausgaben als Geldverschwendung und sprach von einer Belastung, die alle Bürger treffen werde. Zu den elf Punkten der Stellungnahme an die Stadt Bürstadt habe die BI eine Umfrage gemacht. Dreihundert Sympathisanten gebe es, direkt betroffen sei ein Stamm von zwanzig Anwohnern. Man habe viel gelernt, vor allem wie Politik funktioniere, sagte Massoth. Im Gespräch erläuterten die BI-Mitglieder weitere Punkte ihrer Stellungnahme wie. In der Planung fehlten Radwege, auf der anderen Seite sei das Verkehrskonzept der Stadt Bürstadt noch in der Planungsphase. Unter den Kritikpunkten finden sich die Planung einer öffentlichen Toilettenanlage und der befürchtete Verlust von Grünflächen. Die Zahl der Anwohnerstellplätze in der Bahnhofsgegend und für die P+R-Anlage sehen sie in der Berechnung nicht berücksichtigt. Jetzt sei die Gelegenheit, die Öffentlichkeit aufmerksam und Eingaben zu machen, meinte BI-Mitglied Herbert Massoth. Die Bürgerinitiative hoffe auf weitere Unterstützung von Bürgern. Die Offenlage sei im Rathaus einzusehen, aber auch im Internet auf der Seite der Stadt Bürstadt. Hannelore Nowacki

    Der Bahnhofsvorplatz in aktueller Ansicht. Foto: Hannelore Nowacki

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