Die Gratiszeitung für Lampertheim und das hessische Ried
Sie sind hier: Startseite » Nachrichten » Soziale gesunde Stadt mit Bürgerbeteiligung im Fokus
Mo., 21. Januar 2019, 16:45 Uhr
Neujahrsempfang der Stadt Bürstadt mit Sportlerehrung im vollen Bürgerhaus
Soziale gesunde Stadt mit Bürgerbeteiligung im Fokus
Die Themen soziale gesunde Stadt und Bürgerbeteiligung stellte Bürgermeisterin Barbara Schader in den Mittelpunkt ihrer Neujahrsansprache. Foto: Hannelore Nowacki
BÜRSTADT – Der Besucherstrom staute sich zeitweise vor dem großen Bürgerhaussaal bis zum Eingang, denn die meisten Bürstädter standen an, um mit Bürgermeisterin Barbara Schader, ihrem Ehemann Klaus und dem Ersten Stadtrat Walter Wiedemann und Ehefrau Margarita, die zur Begrüßung Spalier standen, die Neujahrswünsche auszutauschen. Auf großer Leinwand zeigte der bebilderte Rückblick, dass 2018 in Bürstadt viel geboten und zu erleben war. Auch konnten die Besucher auf der Leinwand lesen, welche Ehrengäste eingeladen waren. Vor vollbesetztem Saal hielt Bürgermeisterin Schader ihre Neujahrsrede mit rückblickender Bewertung des vergangenen Jahres und Ausblick auf die zukünftige Entwicklung der Stadt. Den Besuchern sagte sie einleitend: „Sie alle, die hier sind, sind Bürstadt – Sie sind wichtig für ein gutes, zukunftsfähiges und gesundes Zusammenleben in unserer Stadt“ und „Sie sind Teil einer Stadt, die sich wandelt und verändert“. Wandel und Veränderung, engagiert mitgestaltet von den Bürgern, das betonte die Bürgermeisterin. Und auchStadtverordnetenvorsteher Ewald Stumpf sprach in seinem besinnlichen Schlusswort diese Zukunft an: „Schließlich will die Zukunft – das angefangene Jahr erschlossen und gestaltet werden, im Großen wie im Kleinen. Und wenn wir das nicht bewerkstelligen – wer tut es dann? Wir können nämlich aus Ungewissheit Gewissheit formen und uns am Gestaltungsprozess durch konstruktive Mitarbeit in den verschiedenen Institutionen unserer Stadt beteiligen“. Gesundheit als Wunsch für das neue Jahr nimmt einen vorderen Platz ein, nun spielt die Gesundheit in der Stadtentwicklung mit dem Förderprogramm „Gesunde, soziale Stadt“ eine Hauptrolle. In der Geschichte von Stadtentwicklung sei es früher um Krankheitsbekämpfung und Krankheitsvermeidung gegangen, über diesen reduzierten Gesundheitsbegriff gehe das neue Konzept mit seinem ganzheitlichen, positiven Gesundheitsbegriff nach Definition der Weltgesundheitsorganisation weit hinaus, machte Bürgermeisterin Schader deutlich. Doch um gemeinsam eine gesunde Stadtentwicklung zu forcieren brauche es viele Entscheidungen. Schader sprach von urbanen Energien, persönlichen und gemeinschaftlichen Entscheidungen, vom Lebensgefühl in einer Stadt und von Stadtentwicklung als Gemeinschaftswerk. Schon im vergangenen Jahr sei gemeinsam viel für eine gesunde Stadt erreicht worden sagte Schader mit Blick auf die Kinderbetreuung und Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Zwei weitere Gruppen seien in der Kita Zwergenwald eröffnet worden. Die Kita Sonnenkäfer bekomme eine neue bewegungsfördernde Außenanlage und auf dem Bildungs- und Sportcampus sei ein Bewegungskindergarten geplant. Den Schulstandort mit Erich-Kästner-Schule, Schillerschule und Astrid-Lindgren-Schule habe der Kreis Bergstraße als Träger zu modernen Bildungseinrichtungen umgestaltet. Für die Sanierung der Sporthalle in Bobstadt mit Umgestaltung des Foyers liege für 2019 eine verbindliche Zusage vor. Gesund sei eine Stadt, wenn Sie Erlebnis- und Begegnungsmöglichkeiten für Jugendliche anbiete und den älteren Mitbürgern Lebensqualität biete. Das neue Jugendzentrum, bewegungsfreundlichmöbliert, sowie die Modernisierung des Altenpflegeheims St. Elisabeth mit dem zukünftigen Wohngruppenmodell nannte Schader beispielhaft, dazu Angebote von Seniorenbeirat, Kreisseniorenbeirat und allgemeiner Seniorenberatung. Zur gesunden Stadtentwicklung zählt Schader das Zusammenspiel der Generationen und Nationalitäten, die Integration und Teilhabe sowie die Vielfalt der Vereine als Fundament und Stärke. Dazu das überregionale Kulturangebot, Bürstadt als Fastnachtshochburg, Musik und Konzerte, Lesen und Literatur,Sport und Bewegung in der alla hopp!-Anlageneben den Festen vom Stadtfest bis zur Kerwe in allen Stadtteilen und schließlich die Spargelwanderung. Schader dankte den Bürgern und Naturschutzorganisationen, die mit ihren Ideen Grünflächen und Erholungsräume optimiert und aufgewertet hätten. Der Erlebnisraum Wald sei durch das Waldklassenzimmer und den optimierten Spielplatz aufgewertetworden. Das Mobilitätskonzeptmit barrierefreiem Bahnhofsareal, das Verkehrsnetz mit Ausbau des Radwegenetzes und die erweiterte Stadtbuslinie nach Lampertheim zählte Schader ebenso zur gesunden Stadtentwicklung wie bezahlbaren Wohnraum und Arbeitsplätze für die auf über 17.000 Einwohner gewachsene Stadt. Dank Baulandoffensive des Landes Hessen könnten für das ehemalige Oli-Gelände die Weichen gestellt werden. Die Baugenossenschaft werde in der Burgunderstraße Sozialwohnungen bauen. Kleine und mittelständische Unternehmen sollen im zukünftigen Gewerbegebiet Bobstadt Entfaltungsmöglichkeiten bekommen. Erneut habe sich Bürstadt um das Programm „Lokale Ökonomie“ beworben, um innerstädtische Leerstände zu beseitigen und ein Gesundheitszentrum mit Ärztehaus auf den Weg zu bringen. Sich sicher fühlen gehöre zur gesunden Stadt – die Polizei in Lampertheim, der neu organisierte freiwillige Polizeidienst und die Citystreife in den Sommermonaten sollen ihren Teil dazu beitragen.Dass in Bürstadt besonders kommunikationsfreudige Menschen leben, bewies der anschließende Umtrunk im Saal, zu dem Stadtverordnetenvorsteher Stumpf die Besucher eingeladen hatte. Hannelore Nowacki