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  • Mo., 06. Juli 2020, 08:21 Uhr
    Landratskandidat und Kreisbeigeordneter Karsten Krug bei Frühförderstelle der Lebenshilfe

    Sozialpolitik aus einer Hand und einem Guss vorgestellt

    Kreisbeigeordneter Karsten Krug erläuterte sein Wahlprogramm zur Landratswahl 2021. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – Karsten Krug ist als hauptamtlicher Kreisbeigeordneter neben den Bereichen Finanzen, Bauaufsicht und Umwelt, Straßenverkehrswesen, ÖPNV, Ordnungs- und Gewerbewesen, Ausländer und Migration auch für Soziales zuständig. Als SPD-Landratskandidat für die Wahl 2021 stellte Krug am Freitag in den Räumen der Frühförderstelle der Lebenshilfe in der Saarstraße seine Vision der „Sozialpolitik aus einer Hand und einem Guss vor“. Das Publikum aus der Lampertheimer SPD war ihm gewogen und wie der SPD-Fraktionsvorsitzende und Vorsitzender der SPD Bergstraße im Gespräch mit Krug zum Ausdruck brachte, haben die Lampertheimer Genossen ganz ähnliche Vorstellungen von Sozialpolitik. Wegen der Coronaregeln waren die Sitzabstände entsprechend bemessen, weshalb die Zahl der Anwesenden nicht sehr groß sein konnte. Der Erste Vorsitzende der Lampertheimer Lebenshilfe Günther Baus begrüßte die Gäste, unter ihnen Erich Thomas, der Ehrenvorsitzende der Lebenshilfe Lampertheim und Ried. Von Susanne Bürkelbach, Leiterin der Frühförderstelle, erläuterte das komplexe Leistungspaket, das die Frühförderstelle mit pädagogischen und therapeutischen Konzepten anbietet. Jedoch leisteten die Krankenkassen nur einen Zuschuss für den therapeutischen Bereich, der Jahr für Jahr bestimmt werde, während der pädagogische Rahmen vom Kreis Bergstraße finanziert werde. „Wir werden gelobt, aber die finanziellen Mittel fehlen“, fasste Bürkelbach die Lage zusammen. An Personal fehle es, was sich in der Warteliste mit über 50 Kindern im Alter bis einem Jahr zeige. „Es ist teilweise unerträglich, wenn wir nach einem ersten Beratungsgespräch für die regelmäßige Betreuung sagen müssen – es dauert“. Aus dem Kreis Groß-Gerau wisse sie, dass es dort ganz anders laufe, aus dem Stand könnten dort drei Stellen besetzt werden. In Krug habe sie über die Jahre einen verlässlichen Partner gefunden, aber die Mittel seien begrenzt.

    Am Ort gelebter Inklusion kam Landratskandidat Karsten mit seinen Ideen zu Inklusion, Teilhabe und Bürgerorientierung gut an. Foto: Hannelore Nowacki


    Eine große Bitte hatte Bürkelbach an den Landratskandidaten: Die gute und komplexe Frühförderung könnte kreisweit angeboten werden. Dafür hat Krug ein offenes Ohr, er will eine weitere Anlaufstelle in Zusammenarbeit mit der Frühförderstelle für den entfernteren Überwald schaffen. Eine Wertschätzung der Leistung der Frühförderstelle machte Krug an der Steigerung der Kreismittel fest, die 2014 noch bei 293.000 Euro lagen und 2018 bereits auf 446.000 Euro angewachsen waren. SPD-Vorsitzender Schmidt findet, Stadt und Kreis wollen und sollen Hand in Hand arbeiten. Dass es in Bürstadt ein Jobcenter gebe, hingegen in Lampertheim mit 33.000 Einwohnern nicht, kritisierte Schmidt und nahm Bezug auf das Kommunalwahlprogramm der Lampertheimer SPD, die sich ein Sozialzentrum in der Alten Schule vorstellt. „Hier wäre Platz für ein Sozialbüro des Kreises“, regte Schmidt an, was eine gute Ergänzung des sozialen Netzes wäre. Bislang sei ein Bedarf in der Sozialplanung im Kreis Bergstraße nicht objektivierbar, welche Mittel bereitzustellen wären, um eine strategische Sozialarbeit zu machen, meinte Krug. Es sollte eine zielgerichtete regelmäßige Erhebung geben. Schmidt lobte die Lampertheimer Sozialkonferenz, die mit „erhellenden Ergebnissen“ aufwarte. Robert Lenhardt warf ein, dass es zu wenig Seniorenbetreuung gebe. Den Ausbau der Pflegestützpunkte will Krug aber nicht auf Kosten der zu stärkenden Seniorenangebote haben – Pflege und Senioren seien zwei Paar Schuhe. Erich Thomas möchte Inklusion als große Überschrift sehen – jeder in Lampertheim solle sich in der Mitte fühlen. Im schulischen Bereich, zuständig ist hier der Landrat, sei einiges besser zu machen, so sei beim „riesigen Schulcampus“ die Inklusionsarbeit vergessen worden. Daher seine Bitte an Krug: Die Inklusion immer mitzudenken. Krug definierte Inklusion als Teilhabe – „für jeden und überall“. Nach dem Vorbild in Lampertheim stellt Krug in seinem Wahlprogramm die Einführung eines Kreisbehindertenrates vor. Vom neu aufgelegten Teilhabewegweiser, der barrierefrei durch den Kreis Bergstraße leitet, hatte Krug einige Exemplare druckfrisch mitgebracht. Bestimmte Bereiche des Sozialwesens will Krug unter einem Dach vereinen, die aktuell auf drei Dezernate verteilt seien. Davon verspricht sich Diplom-Verwaltungswirt (FH) Krug, Synergien, verbesserte Abläufe und Einsparungen auf der Kostenseite. Weg von der Verwaltungssicht, hin zur Bürgerorientierung, das stellt er als Leitmotiv heraus, oder fachbegrifflich ausgedrückt: Mehr hin zur Outputorientierung. Mehr herauskommen für die Bürger soll auch durch eine zentrale Anlaufstelle, die genau weiß, wo die Bürger den passenden Gesprächspartner für ihr Anliegen finden, wer zuständig ist im Bereich der verschiedenen Sozialgesetzbücher. Mit Schmidt stimmte Krug überein, dass der Kreis auch vor Ort präsent sein müsse, anstatt immer nach Heppenheim fahren zu müssen. Hannelore Nowacki

     

     

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