Mo., 17.08.2026
Die Gratiszeitung für Lampertheim und das hessische Ried
  • Startseite
  • Sport
  • Termine
  • Stellenmarkt
  • Fr., 17. Februar 2023, 08:32 Uhr
    FASTNACHT: Geistreicher Rathaussturm endete mit Dank und Schlüsselübergabe

    Spannende Ghostbuster-Show geboten mit schaurig-schöner Geisterjagd 

    Die Geister sind gebannt, die Bürgermeisterin der Narrenschar für die Hilfe dankbar. Als Dank für den guten Zusammenhalt erhielt das Bürstädter Prinzenpaar den Rathausschlüssel ohne Kapitulation. Foto: Hannelore Nowacki


    BÜRSTADT – Eine gute Nachricht aus dem Rathaus, ganz frisch vom Höhepunkt der närrischen Zeit am Donnerstagabend: „Die Geister, die sind jetzt gebannt, zurück in ihrem Geisterland – ich bin los die Geister, die ich rief“. Persönlich ausgesprochen von der „First Lady“, die nach der friedlichen Schlüsselübergabe an das Bürstädter Prinzenpaar Viviane I. und Prinz Andreas II. mit der gesamten eingeladenen Narrenschar der Fastnachtsvereine, Vereins-AG und Musikzug der Feuerwehr wieder ins Rathaus einzog. Die weiße Fahne der Kapitulation musste Bürgermeisterin Barbara Schader diesmal nicht schwenken, wenngleich sie bereit lag. Das Drehbuch für diese „Ghostbuster“-Show sah die närrische Zusammenarbeit vor, die Unterstützung der Tollitäten war gefragt. Als Dank für die Hilfe beim Geisterfangen überreichte die strahlende Rathauschefin den großen Schlüssel zur Machtzentrale freiwillig. Ganz neue Töne also im Narrenland und eine Bürstädter Spezialität. Die Botschaft der anderen Seite hatte die Präsidentin der Vereins-AG Sandra Beilstein verkündet: „Auf uns kann man zählen, ach wie klar, auf uns, die Bürstädter Narrenschar“. Dieser Ansage folgte alsbald die Rettung – der Spuk war vorbei, die bösen Geister besiegt. Das Publikum in großer Runde war Zeuge eines Rathaussturms der neuen Art – ein klarer Fall von Zusammenhalt. Dabei trieben die Geister ihren Schabernack nicht nur mit dem Rathauspersonal, auch die Zuschauer kamen in engen Kontakt mit den gruseligen Gestalten. Nun muss man sehen, ob die elf Paragrafen, die das nun herrschende Prinzenpaar verkündet hatte, der Bürgermeisterin tatsächlich bis Aschermittwoch freie Tage einbringen. Die ganze tolle Geschichte geht so: Vor dem Rathaus unter grauem Himmel konnte die Bevölkerung sehen, wie gearbeitet wird. Auf dem Schreibtisch der Rathauschefin durfte das Sektglas nicht fehlen und im Großraumbüro der Mitarbeiterinnen ging es hoch her – man räkelte sich, las den TIP, kümmerte sich um schöne Nägel und ließ die Aktenstapel erstmal liegen. Die Bürgermeisterin „First Lady“ in diesem Stück dachte laut nach: „Egal wo ich hinseh auf alle Fälle, gibt’s bei uns überall nur Baustelle – des ist wirklich Scheibenkleister, wir brauchen hier drin neue Geister“. Die aber fielen als vier Plagegeister ein und wirbelten alles durcheinander. Ein lustiges und spannendes Spektakel entwickelte sich. Was war zu tun? Eine Dienstanweisung wurde zum Glück gefunden samt Telefonnummer des Dienstleistungszentrums Kreis Bergstraße Abteilung Geisterjäger, um den Geisterbefall zu melden. Am Apparat: Frau Holle, geborene Schneewittchen, konnte helfen. Ausgerüstete Geisterjäger machten sich auf den Weg und zum Vergnügen der Zuschauer hatte die Narrenschar drei Rätsel zu lösen. Richtig war „der Exorzist“, dann Rumpelstilzchen. Unschwer zu erkennen, da Frau Holle beim Hüpfen auch noch rief: „Heute pack ich, morgen lach ich, übermorgen klau ich das Geld der Stadt. Ach wie gut, dass niemand weiß …“ Dem Rattenfänger von Hameln schließlich folgten alle Geister ins Bürgerhaus. Die Geschichte hatten die Rathausbeschäftigten selbst eingefädelt, wie die Presse von Birgit Held aus erster Hand kurz zuvor erfuhr.

    Geisterbefall im Rathaus – doch die Narrenschar kam zu Hilfe. Foto: Hannelore Nowacki


    Als Geist war sie wenig später mit weiteren Kollegen unterwegs, sonst im Liegenschaftsamt tätig. Die Idee des Orga-Teams sei gewesen, das traditionelle Feindbild beim Rathaussturm abzuschaffen, schließlich sei jeder irgendwo ein Narr. Der ernste Hintergrund dieser witzigen,  selbstironischen Aufführung: Überall in Bürstadt Baustellen, aber man kommt nicht so schnell voran, wie es wünschenswert wäre, zu wenig Personal. In den zwei Wochen der Vorbereitung neben der Arbeit seien viele Ideen zusammengekommen. Das Skript musste mehrfach umgeschrieben werden, weil die Darsteller ausfielen - im Rathaus grassieren Erkältungen, Corona und sonstige Infekte. „Ein Gemeinschaftswerk“ ist entstanden, fasste Held zusammen. Dass dabei vor Lachen auch Tränen flossen, wie sie berichtete, wundert nicht. Hannelore Nowacki 

     

    Beitrag aus der Rubrik

    » Bürstadt und Stadtteile
    » Lokal
    Anzeige Online StellenmarktAnzeige dkge 1x1Anzeige dkge 2x2
    Anzeige TicketshopAnzeige NK Worms und RheinhessenAnzeige 3 Anzeige - 1