
LAMPERTHEIM – Im Rahmen des Projekts der Lômbadda Babbler, „Geschichten zum Anfassen und Erleben“, machte „Owwerbabbler“ Kalle Horstfeld mit der Kindertagesstätte Falterweg und deren Leiterin Martin Klippel und ihrem Team den 3. Ausflug in die Lampertheimer Geschichte. Nachdem schon der landwirtschaftliche Betrieb Steinmetz und der Vogelpark besucht wurden, stand jetzt das Heimatmuseum Lampertheim auf dem Programm. Das Heimatmuseum befindet in einem historischen Bauerngehöft aus dem Jahr 1737 und bietet einen faszinierenden Einblick in die Geschichte der Stadt und ihrer Umgebung. Den Rundgang durch das Museum übernahm Lothar Lauseker, Vorstandsmitglied des Heimat-, Kultur- und Museumsvereins, der die Gruppe auf eine äußerst interessante, anschauliche und humorvolle Weise durch die Ausstellung führte.
Das liebevoll restaurierte Gehöft in der Römerstraße gehört zu den schönsten und ältesten Fachwerkhäusern der Stadt. Es umfasst Stallungen, eine Scheune sowie das letzte vollständig erhaltene Backhaus mit originalem Backofen, wie sie im 18. Jahrhundert typisch für größere bäuerliche Anwesen waren. Der Rundgang beginnt in den Räumen 1 bis 3, die eine Wohnung zeigen, die der typischen Einrichtung eines Lampertheimer Bauernhauses nachempfunden ist. In den weiteren Räumen finden sich heimatkundliche Sammlungen, die auf die Arbeit des Heimatchronisten Carl Lepper zurückgehen. Hier sind Funde und Erinnerungsstücke aus der frühesten Geschichte Lampertheims bis in die jüngere Vergangenheit zu sehen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Spargelanbau, der bis heute für Lampertheim eine große Bedeutung hat.
Zu den Highlights gehören die komplett funktionsfähige Schmiede, die 1982 nach dem Vorbild einer alten Lampertheimer Schmiede nachgebaut wurde, sowie eine Ausstellung über den Tabakanbau, der über 300 Jahre lang eine zentrale Rolle in der Region spielte. Auch eine Handwerksabteilung mit originalgetreuen Werkstätten, wie einer Schreinerei und Sattlerei, ist zu besichtigen. Im ehemaligen Heuspeicher wurden ein Schulzimmer aus der Zeit um 1900 und eine Jugendstil-Wohnung ausgestellt. Historische Gerätschaften, Fahrzeuge und landwirtschaftliche Maschinen aus früheren Zeiten lassen das ländliche Leben vergangener Generationen lebendig werden.
Besonders sehenswert sind auch die zahlreichen Kleinigkeiten des Alltags, wie eine alte Wärmeflasche, ein mit Kohle befeuertes Bügeleisen, historische Kinderwagen und das „Spargelzimmer“, das Fotografien der Lampertheimer Spargelköniginnen zeigt. Nicht zu vergessen ist der ca. 100.000 Jahre alte Zahn eines Waldelefanten – das älteste Exponat des Museums. Einzigartig ist auch die Gruppe der „Museumsgeister“ – eine engagierte Gruppe von Freiwilligen, die sich nach Absprache zu einen Helfereinsatz im Museum treffen. Es handelt sich hierbei um diverese Arbeiten in und um das Heimatmuseum. Meist sind sind sie einige Stunden beschäftigt und beenden die Arbeiten sobald diese erledigt sind. Zum Abschied überreichte Lothar Lauseker Martina Klippel ein Hufeisen mit einem Gruß des Schmiedes. Es soll der Kindertagesstätte Glück bringen. Lothar Lauseker erhielt als kleines Dankeschön von „Owwerbabbler“ Kalle Horstfeld das „Lampertheimer Alphabet“ überreicht. Schweren Herzens mussten sich die Gruppe schließlich verabschieden. Etwas müde, aber voller neuer Eindrücke über Lampertheim und seiner Geschichte. Ein weiterer Ausflug mit den Kindern ist bereits in Planung. zg
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